Theater in Zimmern-Flözlingen: Chaos und Lacher beim Eschachdäle-Theater

Personalchefin Martha Pfahl (links, Judith Aulich) ist empört über die Zustände in der Flözlinger Bankfiliale.
SiegmeierEndlich war es wieder soweit, und der Vorhang in der Flözlinger SV-Halle hob sich für die Premiere des traditionellen „Eschachdäle“-Theaters.
Mancher dürfte dabei erleichtert und erfreut aufgeatmet haben, denn im Jahr 2022 stand das „Eschachdäle“-Theater kurz vor dem Aus. Doch bekanntlich leben Totgesagte ja länger. Und so hat Veronika Schreiner nach dem Ausscheiden des langjährigen Regisseurs Hubert Bross sowie einiger weiterer langjähriger Darsteller und kurzer Babypause, das Zepter übernommen, mit Unterstützung der anderen Ensemblemitglieder weitere Mitspieler gesucht, ein Stück ausgewählt, und schon konnten die Proben beginnen.
Und mit der Komödie „Hände hoch, wir sch(l)ießen“ hatten die Schauspieler einen Volltreffer gelandet. Das Publikum durfte einen grandiosen Theaterabend genießen. Den Darstellern waren die Rollen geradezu auf den Leib geschrieben und sie legten nicht nur große Spielfreude an den Tag, sondern begeisterten auch durch meisterhaftes Schauspieltalent, viel Witz und Situationskomik.
Lacher sind garantiert
Das Publikum findet sich in einer Bankfiliale der „Sparbank“ in dem kleinen Flözlingen wieder. Das Arbeiten haben die beiden Angestellten, Fräulein Gschwind (Vroni Schreiner) und Betty Klein (Jeanette Mager), nicht gerade erfunden und lassen es sich eher gut gehen. Die beiden spielen herrlich und haben die Lacher auf ihrer Seite. Anrufe wimmeln sie mehr oder weniger charmant ab. „Jetzt called sie halt amol later“, so die Ansage. Dass aber nicht nur Kunden, sondern auch die Personalleiterin der Zentrale anrufen könnte, darauf kommen die zwei Damen nicht. Und als dann die vernichtenden Ergebnisse der Kundenumfrage per Mail kommen, ist das Chaos perfekt.
Filialleiter Gustav Eisenreich, gespielt von Peter Gulde, verzweifelt. Eine Lösung muss her, denn schließlich will man die Filiale vor der Schließung retten. Für jede Menge Erheiterung sorgt auch das Fritzle (Josua Skorsetz), das sich immer wieder Neues überlegt, um Geld von seinem restlos überzogenen Konto zu bekommen. Grandios gibt Tamara Gaiss die polnische Reinigungskraft Olga Wischnewski und quatscht mit ihrem Deutsch mit polnischem Akzent alle zu, weist Hausmeister Anton Hurtig (Lukas Mauch) wegen „überall Däpperle“ in die Schranken und ist so mutig, sogar die „Däpperle“ auf der Pistole des Bankräubers Fritzle zu beseitigen.
Und dann gibt es da noch die reiche Blondine Frau von Reichenstein, die Alice Etter, kaum wiederzuerkennen und mit viel Esprit, verkörpert und die Filialleiter Eisenreich mit Geschenken versucht um den Finger zu wickeln, möchte er doch, dass sie ihr Geld bei seiner Bank anlegt und nicht bei der „Raiffenbank“ von August Geldmacher.
Doch als dann Personalchefin Martha Pfahl (Judith Aulich), die ihrem Namen alle Ehre macht, mit ihrem Assistenten Johannes Kraut auftaucht, um die Filiale zu schließen, wird ein perfider Plan geschmiedet.
Weitere Termine
Ob die Filiale allerdings vor der Schließung bewahrt werden kann, wird an dieser Stelle nicht verraten, denn es gibt noch weitere Spieltermine. Restkarten gibt es noch online unter www.sv-floezlingen.de, buchbar. Gespielt wird am 26. und 27. Dezember, um 19 Uhr, am 28. Dezember um 15 Uhr, sowie am 3. und 5. Januar, jeweils um 19 Uhr.