Science-Center in Rottweil
: Eine virtuelle Welt mit ganz viel Realitätsbezug

Im Science-Center von Campus Schule-Wirtschaft im Neckartal kann man sich die Region auf eine ganz neue Weise erschließen und erlebbar machen. Ein Selbstversuch
Von
Stefanie Siegmeier
Oberndorf
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Christine Schellhorn zeigt den Werte-Baum.

Siegmeier

Das Science-Center, das die gemeinnützige Genossenschaft Campus Schule-Wirtschaft in den vergangenen Jahren im Neckartal aufgebaut hat, fasziniert. Das Gebäude, das durch sein überdimensionales Graffiti direkt ins Auge fällt, hat eine ganze Menge zu bieten. Im Erdgeschoss kann man sich in den Experimentierwelten mit naturwissenschaftlichen Phänomenen beschäftigen. Und einen Stock höher warten die Arbeitswelten.

Junge Menschen und Fachkräfte, die sich beruflich orientieren wollen, können die Attraktivität der regionalen Arbeitswelten hier real und virtuell erleben. Schüler und Unternehmen zusammenzubringen ist das Ziel des Angebots. Virtual Reality ermöglicht das tiefere Eintauchen in die verschiedenen Berufsfelder.

Aber wie muss man sich das genau vorstellen? Geschäftsführerin Christine Schellhorn begleitet uns beim Rundgang. Hier gibt es allerlei zu entdecken: Maschinen, Produkte und QR-Codes, über die man sich informieren kann.

Werte im Weltraum

In der Mitte des Raumes ragt der Wertebaum empor. Hier präsentiert die Gemeinschaft Campus Schule-Wirtschaft ihre Werte, welche die Basis für deren Erfolg bilden.

Besucher können ihre Gedanken zu den Werten auf grüne Blätter schreiben und diese dann an den Baum hängen. So wird der Wertebaum lebendig, so wie sich auch die gesamten Arbeitswelten als dynamischen Raum präsentieren.

Denn die Arbeitswelten entwickeln sich stetig weiter und orientieren sich an den Ansprüchen der Nutzer. „Es ist uns ein Anliegen, mit jungen Menschen in einen offenen Dialog zu treten, um ihre Bedürfnisse besser zu verstehen und gezielt darauf eingehen zu können. Dabei verlieren wir nie aus den Augen, was sowohl für Schulen als auch für Unternehmen von Bedeutung ist.“, erklärt Christine Schellhorn.

Direkter Austausch

Die bislang neun beteiligten Unternehmen aus der Region – elf freie Plätze gibt es noch – präsentieren ihre Arbeitswelten und haben durch die virtuelle Welt dabei unbegrenzte Möglichkeiten. Man kann dabei sogar in den direkten Austausch mit den Unternehmen treten – oder persönlich bei einem der Treffen in der Arbeitswelten-Halle.

Die virtuelle Welt bietet besonders im Bereich des Lernens und Ausprobierens enorme Möglichkeiten. Auch hinsichtlich der Lernerfolge liegen die neuen Methoden – wie das Ausprobieren als Avatar – weit vorne.

„Die jungen Leute lesen keine langen Texte, daher bieten wir kleine Filmsequenzen an und lassen spielerisch Elemente aus der Arbeitswelt ausprobieren“, so Schellhorn. Sie zeigt auch gleich, wie das funktioniert.

Die virtuelle Welt bietet besonders im Bereich des Lernens und Ausprobierens enorme Möglichkeiten

Foto: Siegmeier

So kann man beispielsweise am Stand einer Steuerkanzlei Gegenstände dem steuerlichen Wert zuordnen, oder vom regionalen Magnethersteller lernen, warum man bei einem Fallturm auf dem Jahrmarkt am Boden sanft ankommt.

Realistischer Blick

Ganz wichtig ist den Akteuren der Realitätsbezug. „Wir brauchen einen realistischen Blick auf die Praxis. Junge Menschen dürfen sich nicht in unrealistischen Idealvorstellungen aus der Social-Media-Welt verlieren“, sagt Schellhorn.

Für das Science-Center gibt Christine Schellhorn aber auch noch einen spannenden Blick in die Zukunft, denn ein überregionales Science-Center inklusive der Arbeits- und Experimentierwelten könnte bis 2028 entstehen. Dazu laufen derzeit Gespräche, über deren Ergebnisse wir vielleicht dieses Jahr noch berichten können.

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