Rottweil: Mordfall: Verfahren vorerst eingestellt

Die Polizei ermittelt im Mordfall Weinmann einen Tatverdächtigen. Doch der Staatsanwaltschaft ist die Beweislage offensichtlich zu dünn. Das Verfahren wird vorläufig eingestellt.
SchulzRottweil - Auch dreieinhalb Jahre nach der Tat ist der Mord an Nikolaus Weinmann in Zepfenhan noch nicht aufgeklärt. Die Staatsanwaltschaft Rottweil hat das Verfahren vorerst eingestellt. Zum Leidwesen der Polizei und der Angehörigen.
Der Täter, der Nikolaus Weinmann umbrachte, ist noch nicht gefasst. Und er wird es so schnell auch nicht. Die Staatsanwaltschaft in Rottweil hat das Ermittlungsverfahren vorerst eingestellt. Die Kriminalpolizei ist darüber nicht besonders erfreut. "Wir sind von der Entscheidung nicht begeistert, doch wir müssen das akzeptieren", sagt der Leiter der Kripo in Rottweil Gunther Dreher.
Dies fällt wohl um so schwerer, als die Polizeibeamten nach eigenen Angaben einen Tatverdächtigen vorweisen können. "Es war keine Beziehungstat, sondern ein Auftragsmord, professionell ausgeführt", so Dreher. Die Ermittlungen führten die Kripobeamten dabei sehr weit ins Ausland, weit nach Osten, so Dreher. Die Polizei ist sich ziemlich sicher, den Richtigen gefunden zu haben. Doch die Staatsanwaltschaft, die gestern dazu noch nichts sagen konnte, habe es abgelehnt, etwa einen Haftbefehl auszustellen.
Damit sind auch Angehörige des Opfers nicht einverstanden und sie haben eine Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft in Stuttgart eingereicht. Der Ausgang ist noch offen.
Nikolaus Weinmann war im Juli 2007 von einem Bruder tot aufgefunden worden, erschossen am Schreibtisch. Früh ging die Ermittlungsgruppe davon aus, dass die Tat mit Weinmanns Arbeit in Zusammenhang stehen könnte. Der 34-Jährige bot Autos über das Internet an und verkaufte sie auch an osteuropäische Abnehmer, so die Erkenntnise der Polizei damals.