Öffnung am 3. Mai: Bauernmuseum Bösingen präsentiert historische Flachsverarbeitung

Die Saison des Bauernmuseums in der Pfarrscheuer beginnt am Sonntag.
HölschWer weiß heute noch, welche Arbeitsvorgänge erforderlich waren, bis am Ende die Aussteuerwäsche im Schrank lag. Um der Nachwelt zumindest die Gerätschaften zu zeigen, sind diese im Bauernmuseum Bösingen gesammelt und ausgestellt.
Am Anfang stand der Anbau der Flachspflanze. Der Flachs gehört zu den anspruchsvollen Kulturpflanzen, welche viel Handarbeit verlangen. Bei der Ernte wurde die Flachspflanze mit samt den Wurzeln aus der Erde gerissen.
Museum am 3. Mai geöffnet
Nach dem Trocknen der Pflanze begann das Riffeln. Die Flachsriffeln sind große handgeschmiedete Kämme. Man nahm eine Handvoll Pflanzen, schlug die Pflanzen in die Kämme und riss sie mit einem Ruck hindurch. Dadurch wurden die Samenkapseln abgestreift.
Anschließend wurde der Flachs „geröstet“. Durch die Röste wurde erreicht, dass der Bast sich vom Holz und von der Rinde löste. Auf das Dörren der Stengel in einem Ofen oder an der Sonne folgte das Brechen des Stengels.
Mit einer Flachsbreche
Für diese Arbeit benutzt man die Flachsbreche. Mit der einen Hand wurde eine Handvoll des getrockneten Flachs’ quer über die Breche gelegt, und die andere Hand bewegte den oberen Teil der Breche auf und nieder. Die Flachsfaser blieb unbeschädigt, die mürben Stengelteile zerbrachen und fielen zu Boden.
Die vollständige Entfernung der hölzernen Teilen wurde mit dem Schwingen erreicht. Dazu benutzt man normalerweise ein hölzernes Schwingmesser. Anschließend musste mit der Hechel die einzelnen Fasern getrennt werden.
Hechelzähne aktiv
Die Hechel ist ein Holzbrett mit eingeschlagenen Eisenspitzen. Durch die Hechelzähne werden die einzelnen Fasern, die längeren von den kürzeren geschieden und alle noch anhaftenden Holzteilchen von der Faser getrennt.
Danach konnte die Fasern mit dem Spinnrad gesponnen werden. Der gesponnene Faden wurde dann auf der Haspel aufgerollt. Vor dem Weben wurde der Faden von der Haspel mit einem Spulrad auf die Spulen aufgerollt. Danach konnte das Weben der Stoffe beginnen
Bis ein Leintuch fertig war, war es somit ein mühsamer Weg.
Das Museum ist zum ersten Mal in diesem Jahr am Sonntag, 3. Mai, von 14 bis 17 Uhr (letzter Einlass 16.30 Uhr) geöffnet.