Kurioses Hobby
: Zahnarzt Hartmut Siefert aus Rottweil ist leidenschaftlicher Sammler

Hartmut Siefert ist Zahnarzt in Rottweil und leidenschaftlicher Sammler von Biergläsern – überwiegend von "Fürstenberg", aber auch von Rottweils einstigen Brauereien.
Von
Stefanie Siegmeier
Oberndorf
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Hartmut Sieferts Arbeitszimmer gleicht einer Braustube.

Siegmeier

Rottweil - Die Sammelleidenschaft von Hartmut Siefert wird schon im Treppenhaus seines Hauses offenbar. Hier sind – feinsäuberlich gerahmt – historische Ansichten von Narrensprüngen, einzelnen Narren, aber auch diverse Werbeschilder in Emaille aufgehängt.

Im Esszimmer reihen sich hoch droben auf einem Einbauregal alte Bierflaschen mit Bügelverschluss – von "Fürstenberg", der Rebstockbrauerei Rottweil, der Engelbrauerei Rottweil, der Brauerei Alte Post. Die Älteste stammt aus dem Jahr 1890.

Auch alte Menükarten, beispielsweise aus der Zeit des Jugendstils, hübsch verziert, oder von Duttenhofers Schaumweinfabrik, gibt es zu entdecken. Wahre Schätze aus längst vergangenen Tagen. Aber damit noch nicht genug.

Stiefel, Pokale, Andenkengläser

Das Arbeitszimmer Sieferts gleicht einer Braustube. In der Mitte ein alter Wirtshaustisch mit Stühlen, Bierstängeln und Co., in den Vitrinen an den Wänden, Biergläser, soweit das Auge reicht. Große und kleine, Stiefel, Pokale – überwiegend von "Fürstenberg" und einige Andenkengläser aus Rottweil. Auf den Vitrinen sind ausgediente Zapfanlagen aufgereiht, die Wänden zieren Werbeschilder und alte Fotos. Ein echtes Museum. Man kommt aus dem Staunen nicht heraus.

Aber wie kommt man zu solch einer Sammlung? Und warum ausgerechnet "Fürstenberg"? "Mein Opa, den ich leider nicht mehr persönlich kennen lernen durfte, kam aus Donaueschingen und hat dort gearbeitet", erzählt Hartmut Siefert. Von ihm gibt es noch einen alten Bierkrug mit Namen drauf, eine goldene Ehrennadel und natürlich unzählige Fotos von Mitarbeiterehrungen oder Feierlichkeiten in der Fürstlich Fürstenbergischen Brauerei Donaueschingen. Die hätten ihn schon immer fasziniert, erzählt der 49-Jährige.

Vieles von Flohmärkten

Viele seiner "Schätzchen" hat er von Flohmärkten. "Samstags sind wir immer auf einem Flohmarkt in der Region unterwegs. Und das seit gut 30 Jahren. Aber man muss schon morgens um 6 Uhr dort sein, sonst verpasst man die besten Sachen", erzählt er begeistert.

Auch seine Frau Alexandra ist immer begeistert mit von der Partie. "Früher waren sogar die Kinder mit dabei", erzählt sie. Auf den Flohmärkten finde man die meisten Sachen, aber auch bei Haushaltsauflösungen. "Oft wollen die Leute alte Gläser oder Flaschen sogar wegwerfen", erzählt Siefert kopfschüttelnd. Einen ganzen Anhänger voller alter Bügelflaschen aus grünem Glas habe er schon vor dem Container gerettet.

Mehr als 1100 Gläser

Aber auch über das Internet und Sammlerbörsen habe er das eine oder andere Stück für seine Sammlung erhalten. Mehr als 1100 Gläser hat Hartmut Siefert zwischenzeitlich zusammengetragen. Auf dem Dachboden stehen weitere Vitrinen. Hier sind Fastnachtsgläser von "Fürstenberg", Jahresgläser und "Fürstenberg"-Gläser aus aller Welt zu sehen, die sich von den deutschen Gläsern durchaus unterscheiden, schon allein wegen anderer Maßeinheiten.

Aber wie läuft das, wenn die ganzen Kostbarkeiten mal einer Reinigung bedürfen? "Zum Spülen muss dann die ganze Familie anrücken", erzählen Alexandra und Hartmut Siefert lachend. Doch das komme nicht all zu oft vor. In den Vitrinen seien die Gläser gut geschützt.

Vieles würden ihm mittlerweile aber auch Bekannte, oder Patienten bringen. "Die wissen von meiner Sammelei und bringen dann schon mal etwas vorbei", freut er sich.

Mit 70 Exemplaren begonnen

Schon in seiner Abizeitung sei von seiner Sammlung die Rede gewesen. 70 Gläser waren es damals. "Den Grundstock habe ich von meinen Eltern erhalten, die beide aus Donaueschingen stammen", sagt der Sammler.

Auch in seiner Praxis setzt Hartmut Siefert seine Sammelleidenschaft fort. Hier stehen alte Apothekergläser, die er vor dem Container bewahrt hat, aber auch historische "Odol"-Gläser, Zahnpulver und mehr können sich die Patienten hier anschauen.

Und ans Aufhören denkt der leidenschaftliche Sammler noch lange nicht. Im Gegenteil: Er freut sich über jedes neue "Schätzchen" für Vitrine oder Wand. Wer also noch alte Funde hat, der kann sich direkt unter Telefon 0741/65 99 mit Hartmut Siefert in Verbindung setzen.

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