Künstler aus Rottweil: „Am Ende muss es eine Gesamtharmonie geben“

Mit Rahmenkomponenten und Kunst: Steffen Dyma mit den „Einzelteilen“ für den Objektrahmen. Er hat sich für Altholz entschieden.
SiegmeierUhren, künstlerisch gestaltete Fischdosen, Urlaubserinnerungen, Kunst aller Art und manch ausgefallenes Objekt – Steffen Dyma „packt“ alles in den passenden Rahmen. Geht nicht, gibt es bei ihm nicht.
Seit 31 Jahren bietet die Galerie Dyma neben einer kleinen, aber feinen Auswahl an Kunst individuelle Einrahmungen an, um Kunst und Objekte in Szene zu setzen. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Und das weiß Steffen Dyma zu schätzen. Auch wenn die Herausforderungen manchmal hoch sind.
Was macht ein Bildeinrahmer eigentlich?
Aber was macht ein „Bildeinrahmer“ eigentlich konkret? Wir haben nachgefragt und Steffen Dyma berichtet: Dieser Tage hat eine Kundin eine vom Künstler Frank Burkard bemalte Fischdose vorbeigebracht. Einfach so an die Wand hängen möchte sie das Kunstobjekt nicht. Eine Idee muss her. Und er hat auch schon eine parat. Ein Objektrahmen muss es sein. Aber welches Material? Der Rahmen soll der Kunst ja schließlich nicht die Show stehlen, sondern sie „lediglich schön einkleiden“, wie Steffen Dyma sagt.
Ein Stück Geschichte aus Rottweil
Er wird schnell fündig. „Altholz passt hier sehr gut“, sagt er. Und das hat zudem noch historischen Charme, stammt es doch aus der Dreherschen Mühle in Rottweil. Ein Rahmen mit Geschichte also. Aus dem Holz baut Steffen Dyma den Objektrahmen. Abstandshalterbrettchen auf jeder Seite braucht es ebenfalls, um zwischen Glas und Objekt den richtigen Abstand zu haben. Das Glas für die Rahmen schneidet er selbst an der großen Glasschneidemaschine zu. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, damit das fragile Material nicht zerbricht.
Jetzt gilt es noch alles zusammenzufügen und der Kundin zu präsentieren. Der gefällt der besondere Rahmen mit einem Stück Rottweiler Geschichte hervorragend. Und da freut sich auch Steffen Dyma. Denn da die Rahmen keine Objekte von der Stange sind, braucht es auch Vertrauen auf beiden Seiten.
Vom Möbelbauer zum Rahmenkünstler
Das genießt Steffen Dyma seit vielen Jahren. „Sonst würde das alles auch nicht funktionieren“, weiß er. Früher hat der gelernte Drechsel- und Schreinermeister in seiner Holzwerkstatt Möbel gebaut. Doch die Kunst habe ihn schon immer interessiert. Und so habe er dann gemeinsam mit seinem Vater Walter die Galerie Dyma aufgebaut. Anfangs war das Geschäft in der Waldtorstraße, doch schnell wurden die Räume zu klein und die Galerie zog in die Hauptstraße um.
Auch überregionale Künstler haben sie ab da präsentiert. Doch bei aller Liebe zur Kunst bleiben die Einrahmungen der Schwerpunkt. Passepartouts und Passen werden mit viel Liebe zum Detail ausgesucht und angepasst. Ob Echtgoldrahmen, Holz, oder anderes wird mit dem Kunden individuell besprochen, auch ob ein Bild tiefergelegt, oder gar freigelegt werden soll. „Am Ende muss es zwischen Kunst und Rahmen eine Gesamtharmonie geben. Man darf der Kunst nichts wegnehmen, sondern muss sie dezent herausheben“, erklärt Dyma. Und was war die spannendste Einrahmung? „Ein Priestergewand“, so Steffen Dyma, der dafür sorgt, dass nichts aus dem Rahmen fällt. „Ich habe aber auch schon Objektrahmen für Uhren mit LED-Licht gebaut, oder sogar mit Sound“, verrät er.
Reizvoll sei das Außergewöhnliche
Das Außergewöhnliche reize ihn. Das ist eine tolle Herausforderung und manchmal auch Nervenkitzel, gibt er zu. Jeder Rahmen ist ein Unikat.
Und zu den Bildern und Objekten erzählen die Kunden oft sehr persönliche Geschichten. Das weiß Steffen Dyma sehr zu schätzen. Die Gefahr an der Arbeit sei, dass man sich schnell im Detail verlieren könne. Seine Kunden kommen von überall her: München, Konstanz, Stuttgart, Freiburg und sogar aus Mallorca.