Jubiläum in Rottweil
: Der Fels in der Brandung für eine sichere Welt

Die Rottweiler Bürgerinitiative für eine Welt ohne atomare Bedrohung stellte sich am 40. Jahrestag der Nuklearkatastrophe in Tschernobyl als ein Erfolgsprojekt vor.
Von
Heide Friederichs
Oberndorf
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Die Vorsitzenden Angela Gessler (von links) und Hans Ramm, Thomas C. Breuer, Angelika Braun, die Musiker Dieter Weitz, Monika Nagel-Weitz und Susanna Davtian sowie Oberbürgermeister Christian Ruf

Friederichs

Zahlreiche Gäste, Mitglieder der BI, Unterstützer und Jugendliche der Zukunftswerkstätten waren eingeladen, um dieses Jubiläum zu feiern, aber auch um die zukünftigen Projekte für eine friedliche Welt mit erneuerbaren Energien im Auge zu behalten.

Trotz vieler Erfolge wie die Abschaltung der Atomkraftwerke in Deutschland, persönlicher Kontakte über Europa hinaus etwa bei der Projektwoche Our Citys 2030 und Hilfeleistungen der ersten Stunde nach dem Reaktorunglück vom 26. April 1986 mit Kindererholungen aus Luninetz und Minsk, Begegnungs- sowie Informationsreisen bleiben die Aufgaben der Bürgerinitiative aktueller denn je in einer Welt mit Krisen, Kriegen und Diktaturen weltweit.

„Die Kinder von Tschernobyl“ waren mehr als eine humanitäre Bewegung. Sie wurde zur größten Friedensbewegung zwischen Ost und West, so der damalige Mitbegründer Gennaij Gruschewoj. Seine Frau Irina Gruschewaya schickte zum Jubiläum eine Videobotschaft nach Rottweil: „Ihre BI ist für uns wie ein Fels in der Brandung für eine sichere Welt ohne jegliche Bedrohung.“

Breites Engagement

Nach einer musikalischen Einstimmung durch Monika Nagel-Weitz und Susanna Davtian mit einem Werk von Dimitri Schostakovitsch und dem im Jahr 2020 zur Protesthymne des Widerstands gewordenen Lied der belarussischen Band N.R.M riefen Angela Gessler, Hans Ramm und Angelika Braun in ihrem Rückblick anschaulich den Werdegang der Bürgerinitiative von ihren Anfängen bis heute ins Gedächtnis und zeigten das breite bürgerschaftliche Engagement aus Rottweil auf. Ohne dieses wären die vielen Projekte und Begegnungen nicht möglich gewesen.

Die Vorsitzenden der BI bedankten sich zudem bei der Stadt Rottweil für die finanziellen und ideellen Hilfen in den 40 Jahren des Bestehens.

Oberbürgermeister Christian Ruf gratulierte der BI zur geleisteten Arbeit und appellierte zugleich, weiter aktiv zu sein für eine bessere Welt – mit einem Zukunftswunsch, dass die BI eines Tages nicht mehr erforderlich sein müsse.

Besucher vom Jugendprojekt

Einen schönen Part in der Feier nahm die Anwesenheit Jugendlicher aus Stuttgart vergangener trinationaler Zukunftswerkstätten mit belarussischen, japanischen und Rottweiler Jugendlichen ein: Noch im Rückblick war ihre Begeisterung herauszuhören und wie die damaligen Erfahrungen auch die spätere Berufswahl beeinflusst haben. Auch die Moderatorin des kürzlich stattgefundenen internationalen Jugendprojekts „Our Cities 2030“ mit Jugendlichen aus Japan, Belarus, L’ Aquila, Hyères und Rottweil sprach von „bleibenden Freundschaften“, die durch das Projekt entstanden seien.

Bittere Situation

Immer noch bitter für ehemalige Freunde der Bürgerinitiative aus Belarus ist die Situation der in Gefängnissen Inhaftierten, trotz einiger Freilassungen von belarussischen Oppositionspolitikern gegen Diktator Lukaschenko, wie Maria Kolesnikowa, Friedensnobelpreisträger Alex Bialiatzki oder etwa Rechtsanwalt Maxim Znak.

Mit einem „Wort-Feuerwerk“ beschloß Thomas C. Breuer den Festakt und mahnte ironisch, die BI sei eine „Bedrohung gegen eine atomare Bedrohung“.

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