Hilfsmöglichkeiten in Rottweil
: Gewalt gegen Frauen rückt in den Fokus – Organisation stellt Hilfen vor

Der „Runde Tisch häusliche Gewalt Rottweil“ hilft Opfern mit unterschiedlichen Angeboten. Nun stellten sie auf dem Wochenmarkt Hilfsangebote vor.
Von
Stefanie Siegmeier
Oberndorf
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Der „Runde Tisch häusliche Gewalt“ informierte über seine Arbeit.

Stefanie Siegmeier

Die Fälle häuslicher Gewalt steigen eklatant – auch im Kreis Rottweil. Immer mehr rückt das unschöne Thema nun aber in die Öffentlichkeit und damit auch das Angebot möglicher Hilfen. Am Samstag waren Vertreter des „Runden Tischs häusliche Gewalt“ auf dem Rottweiler Wochenmarkt präsent, und informierten über Zahlen und mögliche Hilfsangebote.

Mit der Aktion „Rote Schuhe“ wurde zur gleichen Zeit in Schramberg auf die Fälle von „Femizid“ aufmerksam gemacht. Femizid ist die Tötung von Frauen und Mädchen auf Grund ihres Geschlechts. Jedes Paar rote Schuhe stand für eine getötete Frau oder ein Mädchen. Rote Schuhe waren auch in Rottweil als Symbole zu sehen, was viele Leute aufmerksam machte und ins Gespräch kommen lies.

Erste gemeinsame, öffentliche Aktion

Zweimal im Jahr trifft sich der „Runde Tisch häusliche Gewalt“, der sich aus Vertretern des Vereins zur Bewährungshilfe, der Polizei, dem DRK, dem Verein FhF Frauen helfen Frauen und Auswege, der Caritas, des Weißen Rings, der Stadt, dem Landratsamt, der Bewährungs- und Gerichtshilfe Baden-Württemberg und dem Rechtsanwaltsverein zusammensetzt. Es sei aber die erste gemeinsame, öffentliche Aktion, informiert Steffen Wagner, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Bewährungshilfe im Landgerichtsbezirk Rottweil.

Opfer trauten sich oft nicht

Mit den Angeboten wolle man nun mehr an die Öffentlichkeit, um auch aufzuzeigen, welche Möglichkeiten es für Opfer, wie auch Täter gibt. Denn häufig würden Opfer sich aus lauter Scham nicht trauen, Hilfe in Anspruch zu nehmen, wissen die Fachleute aus Erfahrung und hoffen, dass sich dies zunehmend ändere, wenn die Möglichkeiten bekannter sind.

Der „Runde Tisch“ sei über die Jahre stetig gewachsen und habe sich auch immer wieder verändert. Bei den Treffen werde über Angebote und Bedarfe diskutiert, zudem gehe es darum Menschen, die Opfer von Gewalt geworden sind, ein funktionierendes Netzwerk an Hilfen zu bieten, informiert Wagner weiter. Für die Opfer gebe es mittlerweile vielerlei Angebote, beispielsweise auch die Begleitung vor und bei Gerichtsverhandlungen.

Täterarbeit noch schlecht im Kreis

Im Bereich der Täterarbeit sehe es aber im Moment im Kreis Rottweil noch schlecht aus. Steffen Wagner absolviert deswegen hierzu eine Ausbildung bei der Bundesarbeitsgemeinschaft häusliche Gewalt, teilt er mit. „Auch die Täterarbeit ist sehr wichtig“.

„Jeder kann Opfer von Gewalt werden“, macht Brigitte Schuh von der Psychosozialen Prozessbegleitung deutlich. Und ein guter Opferschutz und eine gute Begleitung seien sehr wichtig, um weitere Traumata zu verhindern, die zum Teil auch Leben zerstören könnten. Daher motiviert sie Opfer häuslicher Gewalt, sich über Angebote zu informieren und sie zu nutzen.

Mit dabei war auch Uschi Freynick vom DRK-Kleiderlädele. „Wir statten oft Frauen, die in Not geraten und ohne alles in die Klinik eingeliefert wurden, komplett mit Kleidung aus, informierte sie. Die Hilfen für Opfer sind also ganz vielfältig und jede für sich sehr wichtig.

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