Harninkontinenz im Kreis Rottweil
: Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und Prävention

Im Kreis Rottweil ist Harninkontinenz weit verbreitet. Welche Ursachen dahinterstecken und wie Beckenbodentraining sowie Therapien die Lebensqualität verbessern können.
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(red/pm)
Oberndorf
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Frauen sind deutlich häufiger von Inkontinenz betroffen als Männer.

AOK

Ungewollter Urinverlust, vermehrter Harndrang, häufiges nächtliches Wasserlassen und Schwierigkeiten, die Blase vollständig zu entleeren – eine Harninkontinenz kann den Alltag der Betroffenen erheblich beeinträchtigen.

Harninkontinenz wird definiert als jeglicher unfreiwilliger Urinabgang. Schätzungen zufolge leiden zehn bis 20 Prozent der Bevölkerung an Inkontinenz – Frauen etwa dreimal häufiger als Männer, was unter anderem auf die Auswirkungen von Geburten zurückzuführen ist.

Diese Verteilung zeigen auch die Zahlen aus dem Landkreis Rottweil: Während im Jahr 2023 rund drei Prozent der AOK-versicherten Männer wegen einer Inkontinenz beim Arzt waren, waren über neun Prozent der bei der Gesundheitskasse versicherten Frauen betroffen. Die Belastungsinkontinenz beim Mann ist häufig Folge einer Prostataoperation oder -vergrößerung. Die Dunkelziffer könnte bei beiden Geschlechtern höher liegen, da das Thema bei vielen mit Scham besetzt ist und sie ärztlichen Rat oft nicht oder erst spät einholen.

Therapiemöglichkeiten bei Inkontinenz

Dabei ist für eine differenzierte Diagnose eine ausführliche Anamnese wichtig. Therapien und Medizinprodukte können in vielen Fällen ein Stück Lebensqualität zurückbringen. Abhängig von der Art der Inkontinenz kommen konservative Maßnahmen, medikamentöse Behandlungen oder operative Eingriffe in Frage.

Für die Gesundheit des Beckenbodens spielt auch der Lebensstil eine wichtige Rolle. „Die Beckenbodenmuskulatur wird bereits durch Bewegungsmangel und viel Sitzen geschwächt. Auch Übergewicht und eine schlechte Haltung können ihr zusetzen.

Deswegen ist das Training der Beckenbodenmuskulatur sowohl für Männer als auch für Frauen empfehlenswert“, so Susanne Schleicher, Ärztin bei der AOK-Baden-Württemberg. Das Reduzieren von Übergewicht kann insbesondere bei Frauen mit Belastungsinkontinenz die Symptome deutlich verbessern.

Beckenbodentraining kann vorbeugend wirken

Zur Vorbeugung und Linderung empfiehlt sich regelmäßige körperliche Aktivität, insbesondere gezieltes Beckenbodentraining. Ballaststoffreiche Ernährung kann Verstopfung verhindern, die den Beckenboden zusätzlich belastet und Inkontinenz begünstigt. Auch der Verzicht auf Alkohol, Nikotin und Kaffee kann sich positiv auswirken.

Betroffene können von der Teilnahme am Haus- und Facharzt Programm von einer ausführlichen Beratung zu Behandlungsmöglichkeiten und unterstützenden Verhaltensänderungen profitieren, die ganzheitlich ausgerichtet ist und sich am individuellen Bedarf des Patienten orientiert. Weitere Informationen zum Fachgebiet Urologie: https://www.aok.de/pk/bw/facharztprogramm-urologie/

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