Gesundheitsversorgung: Das Absperrband stellt die düstere Aussicht dar

Ohne Geld gibt es keine Versorgung – das macht auch das Vinzenz-von-Paul-Hospital am Aktionstag deutlich.
Vinzenz-von-Paul-HospitalDie dunklen Wolken, die sich am Freitagmorgen über dem SRH-Krankenhaus in Oberndorf zusammenbrauten, spiegelten die Stimmung, die derzeit in den deutschen Krankenhäusern wegen des geplanten Beitragssatzstabilisierungsgesetzes herrscht. Mit diesem Gesetz will die Bundesregierung die Gesundheitsanbieter zu Einsparungen verpflichten. De Krankenhausbetreiber befürchten unter anderem längere Wartezeiten auf Behandlungen, mögliche Schließungen von Abteilungen und Klinikstandorten und auch weniger Pflegepersonal.
Klare Forderungen
Die Krankenhäuser fordern von der Politik, dass die von ihnen gemachten konkreten und konstruktiven Vorschläge, wie Kosten sinnvoll gesenkt werden könnten, ohne die Patientenversorgung zu gefährden, aufgegriffen werden.
Mit dem Aktionstag am Freitag wiesen die baden-württembergischen Krankenhäuser auf die Situation hin und schlossen symbolisch von 11 bis 13 Uhr ihre Haupteingänge. Nicht nur am Oberndorfer Krankenhaus wurde der Haupteingang mit rotweißen Absperrband versehen, um zu dokumentieren, dass man sich mit dem Anliegen der baden-württembergischen Krankenhausgesellschaft solidarisch erklärt. Auch in Rottweil an der Helios-Klinik und am Vinzenz-von-Paul-Hospital war das der Fall.
In Oberndorf sei der Eingang – trotz Band – stets geöffnet gewesen, alle Bereiche wie gewohnt besetzt und es habe für Patienten und Besucher keinerlei Beeinträchtigungen gegeben, versichern Nadja Schneider und Sharon Reichel aus dem Büro der Geschäftsleitung.
Im SRH stationär untergebrachte Patienten hatten die Möglichkeit, sich an der Aktion zu beteiligen. Auf den verteilten Flyern befand sich ein Code, mit dem man per E-Mail Bundesgesundheitsministerin Nina Warken mitteilen konnte wie wichtig den Bürgern und Patienten eine gute Krankenversorgung ist.
Einseitige Einschnitte
In Rottweil wurden Besucher und Patienten ebenfalls über das geplante Gesetz und seine Auswirkungen informiert. „Das Beitragssatzstabilisierungsgesetz muss geändert werden“, erwartet Thomas Brobeil, Geschäftsführer des Vinzenz-von-Paul-Hospitals. Er verweist auf die finanziellen Kürzungen bei gleichzeitig hohen Anforderungen an die Kliniken. „Von den Krankenhäusern wird viel erwartet: Qualitätsvorgaben und Personaluntergrenzen sollen erfüllt werden, aber die dabei entstehenden Personalkosten sollen nicht vollständig vergütet werden. Dabei sind unsere Beschäftigten jeden Tag für die Patienten da – rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr. Wir wollen, dass das weiterhin so bleibt. Deshalb fordern wir unter anderem eine Bezahlung der Kosten, die sich aus dem Tarifvertrag ergeben – inklusive der Tariferhöhungen.“
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