Windräder bei Rottweil
: RWE und EnBW – Investoren stellen Windpark-Pläne vor

Trotz Einblicke in Technik und Beteiligungsmodelle blieb die Resonanz beim Infoabend in Zepfenhan über den geplanten Windpark zwischen Rottweil und Dietingen verhalten.
Von
Anja Schmidt
Oberndorf
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Blick in die Zukunft: Eine Simulation zeigt bei der Infoveranstaltung die geplanten Windkraftanlagen am Standort Neukirch und Dietingen.

Schmidt

Mit großem Aufwand, vielen Schautafeln und einem ganzen Team an Fachleuten hatten die Investoren „EnBW“ und „RWE“ am Donnerstagabend in die Turn- und Festhalle Zepfenhan zum Infoabend geladen. Erstmals wurde öffentlich umfassend über den geplanten Windpark auf den Gemarkungen Rottweil und Dietingen informiert.

Doch die Resonanz blieb verhalten. Anwesend waren indes politische Gäste. „Wir sind nicht die Veranstalter“, stellte Rottweils Bürgermeisterin Ines Gaehn gleich zu Beginn klar. Sie und Oberbürgermeister Christian Ruf wären lediglich Gäste. Einfluss auf das Projekt hätten sie keinen.

Die betroffene Fläche gehöre dem Staatsforst Baden-Württemberg, der die RWE als Projektpartner beauftrage habe. Da das Gebiet zudem von der Regionalplanung als Vorranggebiet für Windkraft aufgewiesen wurde, liege das Planungsrecht nicht bei der Stadt Rottweil. Anders ist die Lage auf der Gemarkung Dietingen. Dort befindet sich die Fläche im Eigentum der Gemeinde, wodurch Dietingen bei Pacht und Gewinnausschüttung direkt profitiere, wie Ferdinand von Bissingen mitteilte. Geplant sind insgesamt acht Windkraftanlagen. Vier auf der Gemarkung Rottweil und weitere vier auf der Gemarkung Dietingen.

Hohe Türme und große Leistung

Sowohl Nabenhöhe als auch Rotordurchmesser betragen jeweils 175 Meter. Zusammen sollen die Anlagen eine Leistung von rund 55 Megawatt erbringen, genug, um rechnerisch rund 32 500 Haushalte mit erneuerbarer Energie zu versorgen. Rottweil plant unabhängig davon den Bau für zwei zusätzliche Anlagen, auch im Vaihinger Wald, näher an der B 27. Diese befinden sich, laut Gaehn, noch in einer frühen Planungsphase. Viele Besucher nutzten das Gespräch nach naturschutzrechtlichen Fragen. Greifvögel, Fledermäuse, der Schutz von Pflanzenbeständen sowie forstliche Vorgaben waren wiederkehrende Themen.

Auch die Auswirkungen von Schallschutz und Schattenwurf wurden erläutert. Die Betreiber verwiesen auf Gutachten, die eine Einhaltung aller gesetzlichen Grenzwerte bestätigten. Der Eingriff in die Flächen werde so gering wie möglich gehalten, betonten die Betreiber. Für den Bau werde ein Hektar gerodet. Nach dem Rückbau der temporären Wege, sechs Jahre nach Baubeginn, bliebe eine versiegelte Fläche von 0,3 bis 0,5 Hektar.

Der Abstand der Windkraftanlagen zur nächsten Wohnbebauung betrage mindestens 1000 Meter und gehe damit über den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstand von 750 Meter hinaus. Ein zentraler Kritikpunkt der Protestbewegung, die sich um Neukirch formierte, betrifft mögliche PFAS-Belastungen.

Betreiber geben Entwarnung

Befürchtet wird, dass langlebige, schwer abbaubare Industriechemikalien aus den Rotorblättern in den Boden gelangen könnten. RWE und EnBW widersprachen: Die betroffenen Komponenten der Rotorblätter seien versiegelt, so dass keine Substanzen austreten könnten. Die Versiegelung schütze außerdem das Material selbst vor schnellem Verschleiß. Die Protestgruppe plant, ein Institut zu beauftragen, das Bodenproben vor und nach dem Bau vergleichend untersuchen soll. Die Mitarbeiter hätten sich viel Zeit genommen, technische Abläufe detailliert zu erklären und Fragen fundiert zu beantworten.

Vorgestellt wurden Modelle, die Bürgern eine freiwillige finanzielle Beteiligung ermöglichen. Vom wirtschaftlichen Ertrag profitieren anteilig künftig auch die im festgelegten Umkreis liegenden Gemeinden Dietingen, Rosenfeld, Zimmern unter der Burg und Rottweil. Nach dem Startschuss Anfang 2027 wird die Inbetriebnahme der Windkraftanlagen Ende 2028 ins Auge gefasst.

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