Gemeinschaftsschule Deißlingen: Kuchen schlägt Brücke nach Nigeria

Schülerinnen der Klasse 7a und ihre Klassenlehrerin haben ein nicht alltägliches Projekt in die Tat umgesetzt.
SchuleMit einer beeindruckenden Spendenaktion sammelten die Schüler 300 Euro für ein Waisenhaus in Nigeria. Organisiert, initiiert und durchgeführt in eigener Sache.
Die Idee entstand im Klassenrat, dem wöchentlichen Gremium, in dem die Schüler ihre Anliegen und Projekte besprechen. „Wir wollten etwas Gutes tun, nicht nur für uns, sondern für andere“, erklärt Giada Parisi, eine der Klassensprecherinnen.
Da eine Schülerin der Klasse 7a bereits mehr als ein Jahr eine Brieffreundschaft mit einem Mädchen aus Nigeria pflegte, war schnell klar, wem der Betrag zu Gute kommen soll. Die Klasse war begeistert, der Plan stand schnell, und wenige Tage später wurden fleißig Kuchen gebacken, Brezeln geschmiert und Wurstwecken belegt, verkauft – und gekauft. Der Erlös: 300 Euro.
Hoffnung heißt der Verein
Die Summe fließt nun direkt an den Verein Olileanya, was auf Igbo, einer in Nigeria gesprochenen Sprache, „Hoffnung“ bedeutet. Der Verein wurde von Gabriele Ayivi gegründet, die selbst seit elf Jahren in Nigeria lebt, dort ein Waisenhaus aufgebaut hat und jedes Jahr wieder für ein paar Wochen den Weg nach Deutschland findet, um ihren Verein weiter voran zu bringen.
Eine Brieffreundschaft
Ziel des Vereins ist es, Kindern in Not ein Zuhause und eine Perspektive zu geben – mit Zugang zu Bildung, medizinischer Versorgung und einer liebevollen Umgebung. Die Verbindung zwischen der Schule und dem Verein entstand durch den Besuch von Gabriele Ayivie im Jahr zuvor und der daraus resultierenden Brieffreundschaft von Chiara (7a) mit Divine, einer Schülerin aus Nigeria.
Feuer und Flamme
Die Kinder der Klasse 7a waren sofort Feuer und Flamme. Umso größer war die Freude, als Gabriele Ayivi persönlich den Weg in die Gemeinschaftsschule fand, um sich für die Spende zu bedanken. Die Klasse nutzte die Gelegenheit, Ayivi mit Fragen zu löchern. Wie sieht ein Schultag in Nigeria aus? Wie viele Kinder leben im Waisenhaus? Welche Herausforderungen gibt es im Alltag? Geduldig und anschaulich berichtete Ayivi vom Leben der Kinder in Nigeria, von fehlendem Schulmaterial, langen Fußwegen zur Schule, aber auch von der unbändigen Lebensfreude und dem Zusammenhalt unter den Kindern.
Ihre Erzählungen berührten und hinterließen einen bleibenden Eindruck bei den Schülern. „Es hat uns gezeigt, wie gut es uns eigentlich geht. Und dass man mit kleinen Mitteln viel bewirken kann“, fasste ein Schüler aus der 7a den Besuch zusammen.
Was folgt nun?
Die Aktion soll kein Einzelfall bleiben. Schon jetzt wird in der Klasse darüber diskutiert, wie man die Verbindung zum Verein Olileanya weiter pflegen und vielleicht langfristig unterstützen kann. Etwa durch weitere Spendenaktionen oder einen Austausch auf digitalem Weg. „Es ist beeindruckend zu sehen, wie viel Initiative von jungen Menschen ausgehen kann“, sagt Klassenlehrerin Linda Probst, die sichtlich stolz auf ihre Schüler ist.
Ein einfacher Kuchenverkauf – und doch so viel mehr: eine Brücke zwischen Kontinenten, ein Zeichen von Solidarität und ein Beweis dafür, dass soziales Engagement in jedem Alter möglich ist.