Gemeindezuwachs in Rottweil: Pfarrer Marcel Brenner nimmt die Arbeit im Dekanat auf

Marcel Brenner startet voller Freude in seine neue Aufgabe im Dekanat.
Siegmeier„Endlich brennt abends in der Wohnung im Pfarrhaus wieder Licht“, ist von so manchem Gemeindemitglied der evangelischen Kirchengemeinde Rottweil-Flözlingen und aus der Nachbarschaft des Pfarrhauses zu hören. Nachdem die Wohnung seit dem Wegzug von Pfarrerin Gabriele Waldbaur leer stand, kehrt jetzt wieder Leben in das Haus ein, das im Erdgeschoss mittlerweile Dekanatssitz ist.
Pfarrer Marcel Brenner ist mit seinem Partner hier eingezogen. Der 34-Jährige, der in Oberndorf aufgewachsen ist und in Rottweil das biotechnologische Gymnasium besucht hat, ist mit 50 Prozent als Pfarrer zur Dienstaushilfe bei Dekan Ulrich Dewitz angestellt. Eingesetzt wird er wohl überwiegend in Oberndorf. Mit den anderen 50 Prozent ist Brenner an der evangelisch-theologischen Fakultät in Tübingen tätig. Zudem promoviert er über das Thema „Doing Abendmahl – praxistheoretische Ethnographie des gegenwärtigen evangelischen Abendmahls”.
Die erste „richtige“ Stelle
Jetzt steht für ihn nach dem Vikariat die erste „richtige“ Stelle in der Praxis an. Dass diese in seiner Heimatgemeinde ist, das ist zum einen unüblich, zum anderen für Marcel Brenner aber eine große Freude, wie er sagt.
Da Rottweil von den Pfarrpersonen her derzeit gut besetzt sei, habe sich Ulrich Dewitz entschieden, ihn in Oberndorf einzusetzen. Der Einführungsgottesdienst findet am Sonntag, 1. Februar, ab 10.30 Uhr in der Stadtkirche Oberndorf statt.
„Die Aufgabe im Heimatbezirk und dazu noch in der Heimatstadt ist aber auch herausfordernd“, räumt Brenner ein. Die Stelle ist bis zum Ende des Probedienstes auf eineinhalb Jahre befristet. „Ich hoffe aber, dass ich länger bleiben darf“, sagt er.
In Rottweil eingezogen
Dass er in Rottweil wohnen kann, das freut ihn ganz besonders, kennt er die Stadt doch aus seiner Schulzeit bestens. Alle würden in die Großstadt wollen. Als er dem Oberkirchenrat vorgeschlagen habe, nach Rottweil zu gehen, sei dieser gleich begeistert gewesen.
Wichtig sei Dekan Ulrich Dewitz gewesen, Marcel Brenner so einzusetzen, dass er bis zum Abschluss seiner Probezeit das eine oder andere lernen könne. In einer „eigenen“ Gemeinde sind die Voraussetzungen dafür bestens.
Zur Frage, wie es sich anfühlt, in einer immer mehr schrumpfenden Kirche Pfarrer zu sein, hat Brenner eine klare Meinung. „Wir müssen uns wieder auf das besinnen, was Kirche ist. Die sich verändernde Kirche ist eine große Chance sich neu auszurichten“, sagt er.
Gelebte Ökumene
An Rottweil gefällt ihm besonders die gelebte Ökumene. „Das sind sehr wertvolle Kontakte“, so Brenner, den man eigentlich selbst als ökumenisch bezeichnen könnte. Aufgewachsen ist er schließlich in der katholischen Kirche. Doch die habe sich für ihn irgendwann nicht mehr passend angefühlt, so sei er auf die Suche gegangen – auch bei den Freikirchen habe er sich umgeschaut.
Letztlich sei er dann aber von der evangelischen Kirche überzeugt gewesen, konvertierte und entschied sich, evangelische Theologie zu studieren. Ein nicht alltäglicher Weg, den Marcel Brenner aber aus tiefer Überzeugung eingeschlagen hat.
Die Begeisterung für seinen Glauben möchte er auch in seinem Beruf weitergeben. „Ich liebe es, mit Menschen unterwegs und in Beziehung zu sein und ihnen Halt und Hoffnung zu geben“, sagt er voller Freude auf seine neue Aufgabe.