Essen an Weihnachten
: Das kommt bei Rottweiler „Promis“ auf den Tisch

Die Möglichkeiten für das Festessen sind vielfältig. Wir haben uns mal umgehört, was bei Oberbürgermeister, Narrenmeister und Co. an Heiligabend auf den Tisch kommt.
Von
Stefanie Siegmeier
Oberndorf
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Florian Stahl, Geschäftsführer der „Villa“ in Rottweil, ist in Weihnachtsstimmung.

Stahl

Vom Kartoffelsalat bis „Coq au vin“ reicht die Bandbreite der Weihnachtsessen, von denen uns unsere Gesprächspartner berichten.

„Bei uns kommt traditionell Raclette auf den Tisch – ein Essen, das Zeit lässt und bei dem man zusammensitzt“, verrät Oberbürgermeister Christian Ruf. Unverzichtbar sei an diesem Abend vor allem die Gemeinschaft: „Miteinander ins Gespräch kommen, den Alltag für ein paar Stunden hinter sich lassen und sich bewusst Zeit für Familie und Freunde nehmen, das ist wichtig“, so Ruf weiter.

Fondue beim Narrenmeister

Bei Rottweils Narrenmeister Christoph Bechtold gibt es kein festes Weihnachtsessen. „Wir entscheiden das immer nach Lust und Laune. Dieses Jahr wird es Fondue sein“, sagt er. Fehlen dürfe auf keinen Fall der Christbaum, der bis heute von ihm zusammen mit den Kindern gekauft werde, und die Weihnachtsgeschichte, „die bis heute von einem unserer Kinder, die beide zwischenzeitlich erwachsen sind, gelesen wird“, informiert er.

Raclette nach dem Gottesdienst

Auch bei Bürgermeisterin Ines Gaehn darf an Heiligabend auf keinen Fall das Raclettegerät fehlen. „Bei der Größe unserer Festgesellschaft sind das sogar mehrere Geräte“, sagt sie und lacht. „Zuvor gehen wir gemeinsam zum Gottesdienst, und nach dem Essen wird mit allen gewichtelt. Die klassische Bescherung unter dem Weihnachtsbaum gibt es bei uns nur noch für die Kinder“, informiert sie.

Eine Gans und liebe Menschen

„Da ich sowohl der Berliner Tradition, mit Würstchen mit Kartoffelsalat, und der Französischen Tradition, mit vielen Gängen an Speisen, familiär verbunden bin, gibt es dieses Jahr, eine gute Mischung von beiden weihnachtlichen Kulturen“, freut sich Florian Stahl, Geschäftsführer der „Villa Rottweil“. „Wir starten mit einem langen ‚Apero‘, Winzersekt und kleinen Appetitmachern. Als Vorspeise gibt es Meeresfrüchte. Anschließend wird eine Gans mit Grün und Rotkohl, Knödel und ordentlich Soße kredenzt“, verrät der leidenschaftliche Gastronom. Zum Abschluss gibt es dann Mousse au Chocolat., lässt er wissen. Mit den liebsten Menschen den Heiligen Abend zu verbringen, mit schönen Gesprächen, und dies mit erlesen Speisen und Getränken zu unterstreichen, und dabei die christlichen Gedanken nicht zu vergessen, sondern zu zelebrieren, das ist Florian Stahl wichtig.

Der Pfarrer muss diesmal verzichten

Leckeres „Coq au vin“, ein klassisches französisches Schmorgericht mit Hühnchen, darf bei Pfarrer Jürgen Rieger am Heiligen Abend eigentlich nicht fehlen. „Dazu ein gutes Gläschen Wein und das Festtagsessen ist perfekt“, schwärmt er. Doch in diesem Jahr muss Rieger verzichten, da er noch eine Spätmesse auf dem Programm hat. „Da wird es dann doch eher ein Vesper, wie alle Tage“, sagt er mit Bedauern, hofft aber schon auf das eine oder andere „Bredle“ an dem Abend und darauf, dass im nächsten Jahr vielleicht kein Spätgottesdienst im Programm ist und er stattdessen wieder sein Festmahl zubereiten darf.

Zeit füreinander beim DRK-Chef

„In den vergangenen Jahren sind wir bei den Vorbereitungen ‚immer schlanker‘ geworden“, sagt DRK-Kreisgeschäftsführer Ralf Bösel über das Weihnachtsessen. „Wichtig ist uns, Zeit füreinander zu haben, um den Heiligabend im Gesamten genießen zu können. Und da wir an diesem Abend schon fast traditionell seit vielen Jahren einen Abendspaziergang machen (und auch immer auf Schnee hoffen), ist es nicht das große Gericht, welches wir vorbereiten“, ergänzt er. Somit freuen sich seine Frau und er auf Fleisch-Fondue mit Gemüse und Salaten und viel Zeit für Gespräche. Und als Aperitif darf ein guter Sherry zur Einstimmung natürlich auf keinen Fall fehlen, lässt er wissen.

Bei DRK-Rettungsdienstleiter Marcus Stotz wird es Heiligabend dieses Jahr „ziemlich ruhig zugehen“, sagt er. Die Kinder, die mittlerweile schon zum Teil nicht mehr in Rottweil sind, kommen erst am zweiten Feiertag zum „großen Essen“. „Dessen kulinarische Zusammensetzung steht aber tatsächlich noch nicht abschließend fest“, sagt Stotz. Nicht fehlen dürfe bei ihm an Heiligabend aber der Besuch der Christmette im Heilig-Kreuz Münster – „auch wenn ich rein formal evangelisch bin“, wie er sagt.

Gott fehlt nie

Und was gibt es beim evangelischen Dekan Uli Dewitz? „An Heiligabend kommen Kartoffelsalat und Würstchen auf den Tisch. Auf keinen Fall dürfen das Weihnachtsoratorium, die Weihnachtsgeschichte und der Gottesdienst fehlen. …Ach ja, und Gott ist auch dabei. Der fehlt nie!“, so Uli Dewitz.

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