Dunningen: Grausiger Mord im Seedorfer Wald

Dieser Bildstock im Seedorfer Wald erinnert noch heute an das schaurige Verbrechen in der Mitte des 19. Jahrhundert.
MerzDunningen-Seedorf - Eine interessante und schaurige Mord-Geschichte wirklich geschehen im 19. Jahrhundert findet sich im Seedorfer Ortsarchiv.
Die Archivarin Birgit Tuchen hatte über den Fall beim Bürgertreff in Lackendorf bei der Übergabe der Findbücher für die Archive für Lackendorf und Seedorf berichtet.
Folgendes war geschehen: Zu Anfang des Monats Januar des Jahres 1851 traten Matthäus Jauch aus Locherhof, Gemeindebezirk Mariazell, und Johannes King aus Mariazell, beide ledig und gute Freunde, eine Reise als Schwarzwälder Uhrenhändler über Stuttgart nach Bayern an.
Nachdem die beiden sechs Monate lang ihren Uhrenhandel im benachbarten Bayern betrieben hatten, traten sie ihre Heimreise über Stuttgart und Oberndorf nach Waldmössingen an, wo sie am 10. Juli 1851 ankamen. Von Waldmössingen aus führte Matthäus Jauch den Johannes King auf der Hauptstraße nach Hause.
Aber statt über Seedorf wählten die beiden ihren Weg nach Heiligenbronn. Dort wurde im Esch-Wirtshaus eingekehrt, sie tranken ein Bier und gingen abends um halb sechs Uhr weiter.
Nicht auf dem üblichen Waldweg, sondern durch ein Dickicht führte der Weg und dort ermordete Jauch seinen Kameraden King meuchlings, indem er ihn mit einem "grurpigen" Stock zu Boden schlug und ihm mit einem Stahlmesser mehrere Stiche in den Bauch und Brust versetzte, die den Tod des Kollegen herbeiführte. Nach dieser Tat stieß Jauch dem Leichnam seinen Stock durch den Hals und setzte nach diesem Raubmord seinen Heimweg über Seedorf fort, kehrte sogar im Gasthaus Rössle ein und genehmigte sich dort zwei Schoppen Bier.
Der Mörder wurde schon am elften Juli ausfindig gemacht, in Mariazell verhaftet und durch den Landjäger Spittel nach Seedorf gebracht. Die Untersuchung der ruchlosen Tat wurde noch am selben Tag abends um halb acht Uhr durch Oberamtsrichter Heim begonnen. Es konnte zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass Jauch das schreckliche Vergehen mit Absicht begangen habe, um die Barschaft des Getöteten, so steht es in den Akten, rauben zu können.
Der Mörder ist dann im Oberamtsgerichts-Turm in Oberndorf gestorben, bevor er verurteilt werden konnte. Ein Bildstöckle im Seedorfer Wald, allerdings ist darauf die Jahreszahl 1842 eingelassen, erinnert noch heute an dieses Verbrechen. Ein weiteres Bildstöckle befindet sich im Seedorfer Wald, das sogenannte Wolfskreuz, das an das Jahr 1742 erinnert.
Über die Hintergründe des Bildstöckles gibt es zweierlei Versionen. Die eine geht davon aus, dass in selbigem Jahr an dieser Stelle ein Wolf einen Menschen zerrissen haben soll. Die alternative Version lautet: Eine Person mit Namen Wolf sei an dieser Stelle an einem Herzschlag gestorben.