Die Geschichte Rottweils
: Das Stadtarchiv kämpft gegen die Zeit und die Säure

Das Stadtarchiv kämpft um den Erhalt jedes Dokuments. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit um wertvolle Archivalien aus dem Reichsstadtarchiv. Und bei dieser mühevollen Kleinarbeit mittendrin: der ehemalige Stadtrat Arved Sassnick.
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(red/pm)
Oberndorf
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Arved Sassnick beim Verpacken eines historischen Buchs im Stadtarchiv.

Stadt Rottweil / Florian Schick

Auch an diesem Dienstagmorgen sitzt Arved Sassnick am großen Tisch des zweiten Obergeschosses des Rottweiler Stadtarchivs und verpackt die historischen Dokumente des „Reichsstadtarchivs“ neu, um diese für die Nachwelt zu erhalten.

Dem wertvollen „Reichsstadtarchiv“ droht der Tod durch säurehaltige Verpackungen. Um die unzähligen historischen Dokumente vor dem Zerfall zu schützen, müssen diese von den Mitarbeiterinnen des Stadtarchivs neu verpackt werden. Ohne die Unterstützung durch freiwillige Helfer ist dies jedoch kaum noch rechtzeitig zu schaffen.

Ein Wettlauf mit der Zeit

Bereits unter der Archivleitung von Winfried Hecht war der studierte Historiker des Öfteren im Stadtarchiv anzutreffen, um für Artikel in den Rottweiler Heimatblättern zu recherchieren. Etwas ganz anderes ist seine jetzige Tätigkeit im Stadtarchiv.

In einer seiner letzten Sitzungen als Mitglied des Gemeinderats, habe Sassnick von Archivleiterin Lena Kunz gehört, dass eine notwendige Neuverpackung des Reichsstadtarchivs für die Mitarbeiterinnen des Stadtarchivs kaum rechtzeitig zu schaffen sei. Er habe nicht lange überlegt und sich sofort als Helfer angeboten.

Als Grund für die notwendige Neuverpackung des Reichsstadtarchivs nennt Stadtarchivleiterin Lena Kunz die säurehaltigen Mappen, in denen die Dokumente derzeit aufbewahrt werden. „Sowohl die alten Papiere als auch die Tinte werden dabei langsam zersetzt“, erklärt die Archivarin.

Bei der Neuverpackung müsse aufgrund des sensiblen Papiers darauf geachtet werden, Handschuhe zu tragen, da anderenfalls durch das Fett an den Händen die Papiere beschädigt werden könnten, erklärt Kunz weiter. „Aufgrund der Menge an Dokumenten wird derzeit jede helfende Hand benötigt. Wir sind für die Unterstützung durch fleißige Helfer wie Herrn Sassnick daher sehr dankbar“, so Kunz.

Überraschende Schätze

Sie erklärt, dass das Reichsstadtarchiv sämtliche schriftlichen Dokumente bis ins Jahr 1803 beinhalte. „Wir konnten dabei sogar Siegelurkunden sichten, von denen wir bisher nicht einmal wussten, dass wir diese im Archiv hatten“, hob die Archivleiterin zur Verdeutlichung der Menge an Dokumenten hervor.

Freiwillige gesucht

Aktuell gehe es vor allem darum, die Dokumente für die Nachwelt zu erhalten. Anschließend wolle man diese elektronisch erfassen.

Der Firma Alba wolle er die zahlreichen Schriftstücke jedenfalls nicht überlassen, betont Sassnick. Der Kampf gegen die Säure, er wird also weiter gehen. Ob es jedoch gelingt, die unzähligen Dokumente rechtzeitig neu zu verpacken, bleibt fraglich. Zu groß ist die Menge im Verhältnis zum kleinen Team. Jede helfende Hand ist willkommen, um der Nachwelt die historischen Dokumente der Heimatstadt zu erhalten.

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