Debatte in Neufra
: Ärger bei Bürgern – bei der ENRW darf nur die ENRW Strom tanken

In Neufra hat der Energieversorger ENRW seinen neuen Standort gebaut. Bürger ärgern sich, dass die E-Ladesäulen nicht frei zugänglich sind. Das sind die Gründe.
Von
Anja Schmidt
Oberndorf
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Die Ladesäule wird ausschließlich von Betriebsfahrzeugen der ENRW genutzt.

Schmidt

Die jüngste Bürgerfragestunde im Ortschaftsrat entwickelte sich zu einer lebhaften Debatte über die lokale Infrastruktur. Im Mittelpunkt standen Sicherheitsbedenken an der neuen Starzelbrücke, die Modernisierung der Turnhallenküche sowie die eingeschränkte Nutzung der Elektrostation am neuen Gebäude des Energieversorgers (ENRW).

Eine Bürgerin eröffnete die Fragerunde mit dem Hinweis auf die Sicherheit der neuen Holzbrücke über die Starzel. Während das alte Modell durch ein Gitter geschützt war, fehle dieser Schutz nun.

Ortsvorsteher Markus Halder erklärte, dass die Stadtverwaltung derzeit prüfe, ob hier tatsächlich eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit vorliege. Eine abschließende Entscheidung stehe noch aus.

80 000 Euro für die Küche

Ebenfalls angefragt wurde der Stand zur neuen Turnhallenküche. Laut Halder ist das Projekt mit 80 000 Euro für dieses Jahr budgetiert und belegt derzeit Platz 25 der städtischen Arbeitsliste. Eine erste Vorplanung laufe bereits. Werde die Planung konkreter, würden die örtlichen Vereine mit einbezogen werden.

Für die intensivste Diskussion sorgte die Frage eines Bürgers zur Elektrostation beim neuen Gebäude der ENRW in Neufra. Ortsvorsteher Halder musste verneinen, dass diese öffentlich zugänglich sei – selbst Mitarbeiter dürften dort ihre Privatfahrzeuge nicht laden. Dies liege daran, dass die ENRW als Netzbetreiber keine Ladesäulen für Dritte betreiben dürfe. Dies sei externen Versorgern vorbehalten. Zudem stehe die Wirtschaftlichkeit für das Unternehmen infrage.

Kritik im Ortschaftsrat

Diese Auskunft stieß bei einigen Ortschaftsräten auf Kritik. Bärbel Roscic argumentierte, dass die Station auch mit öffentlichen Geldern finanziert worden sei und die Ortschaftsverwaltung sich daher aktiv für eine Freigabe einsetzen müsse. Gerade angesichts der durch die weltpolitische Lage steigenden Öl- und Gaspreise müsse den Bürgern der Zugang zu Strom als Energiequelle ermöglicht werden. Die Verwaltung wurde aufgefordert, hier im Sinne der Gemeinde nach Lösungen zu suchen.

Nur für die ENRW

Auf Nachfrage bei der ENRW bestätigte Katharina Beck, Pressesprecherin des Energieversorgers, dass die diskutierten Punkte zutreffen. Darüber hinaus informierte sie, dass die Ladesäule für ENRW-Betriebsfahrzeuge vorgesehen wäre. Eine Umrüstung der Säule auf öffentliches Laden wäre mit erheblichen Mehrkosten verbunden, da hierfür entsprechende Abrechnungsterminals installiert werden müsste.

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