Bösinger Bauernmuseum
: Großer Waschtag war eine gewaltige Sache

Den Blick in eine vergangene Epoche ermöglicht das Bauernmuseum Pfarrscheuer in Bösingen. Im letzten Teil unserer Serie wird die große Wäsche, wie einst monatlich üblich, beschrieben.
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(red/pm)
Oberndorf
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Bereit für die große Wäsche.

Hölsch

Im Museum befindet sich eine große Anzahl von Exponaten aus der Zeit um 1900, so auch eine große Anzahl von Gegenständen die bei der „großen Wäsche“ gebraucht wurden.

Die große Wäsche fand etwa alle vier Wochen statt.Diese Prozedur konnte sich bei großen Familien über mehrere Tage hinziehen.

Zunächst wurde meistens am Tage vor dem eigentlichen Waschtag die Wäsche eingeweicht. In das Einweichwasser kam Soda, das man früher selbst herstellte.

Große Kessel, große Kochlöffel

Am eigentlichen Waschtag wurde die Wäsche in großen Kesseln gekocht. Beim Herausnehmen mit dem großen Kochlöffel entwickelte sich ein undurchsichtiger Dampf. Festsitzender Schmutz wurde auf einem Waschbrett aus der Wäsche herausgerieben. In einem Zuber wurde die Wäsche mit dem Wäschestampfer bearbeitet.

Hölzerne Waschmaschinen

Bereits vor 1900 waren bei reicheren Familien hölzerne Waschmaschine im Einsatz. Im Museum befinden sich zwei Exponate. Die Wäsche musste mehrfach mit sauberem Wasser ausgespült werden. Da fließendes Wasser im Haus nicht vorhanden war, musste das Wasser mit Hand aus dem Brunnen gepumpt und in schweren Wassereimern in die Waschküche getragen werden.

Hierbei wurden von den Mägden auch die im ersten Stock des Museums befindlichen Tragejoche benutzt.

Kinder müssen ins Bett

Bei ärmeren Leuten brachte der Waschtag noch eine besondere Problematik.Viele Kinder besaßen oft nur eine einzige Garnitur, wurde diese gewaschen, mussten die Kinder im Bett bleiben. Das Trocknen erfolgte entweder auf der Wäscheleine oder einfach auf der Wiese, wobei die Kinder die freilaufenden Enten und Gänse von der Wäsche fernhalten mussten.

Gebügelt und gemangelt

Die Sonntagswäsche wurde gebügelt, die gewöhnliche Wäsche gemangelt. Auf einem glatten Holz wurde das zusammengelegte Wäschestück dazu aufgerollt. Mit dem Mangelbrett schlug man ständig leicht auf die Rolle mit dem Wäschestück, während man es hin und her bewegte.

In manchen Familien wurde die Wäschemangel benutzt (eine steht im Museum). Man legte das Wäschestück zwischen die beiden Holzwalzen ein, mit beiden Händen wurde der Griff des Rades gepackt und gedreht. Ein Zahngetriebe übertrug die Drehung auf die Walzen. Eine Frau stand hinten an der Mangel, nahm das Wäschestück ab und legte es schrankfertig zusammen und in den Korb.

Info

Öffnungszeiten
Das Bauernmuseum Pfarrscheuer in Bösingen hat am Sonntag, 2. November, von 14 bis 17 Uhr zum letzten Mal in diesem Jahr bei freiem Eintritt geöffnet.

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