Blick ins Bauernmuseum: Wie das Wasser zum Brunnen kam

Vor etwa 200 Jahren brachten diese Holzrohre das kostbare Nass nach Herrenzimmern.
HölschOhne Wasser gibt es kein Leben. Deshalb haben die Menschen seit Urzeiten die Nähe zum Wasser gesucht. Aus Quellen, Flüssen, Bächen oder Seen schöpften sie das kostbare Nass.
War eine Nähe zu diesen Wasserquellen nicht möglich, sammelten sie den Regen in Zisternen oder gruben Brunnen. Zahlreich sind Brunnen, die von Quellen gespeist wurden und bei denen das Wasser ständig lief. Die Quelle musste nicht an Ort und Stelle sein. Zu diesem Zwecke benutzte man bereits im Mittelalter hölzerne Wasserleitungsrohre.
Die im Museum befindlichen Wasserleitungsrohre, auch Deicheln genannt, sind somit wichtige Zeitdokumente. Die ausgestellten Exemplare stammen vom Beginn des 19. Jahrhunderts und wurden in Herrenzimmern benutzt.
Lange Deichelbohrer
Zur Herstellung der Wasserleitungsrohre wurden vor allem frisch geschlagene Baumstämme benutzt, da trockenes Holz schwerer zu bohren war und auch Risse bekam. Grundsätzlich bohrte man die Stämme mit dem sogenannten langen Deichelbohrer von beiden Enden an, so dass sich die Bohrlöcher in der Mitte treffen sollten.
Dadurch konnte man Stämme bohren, die doppelt so lang wie die Bohrstangen waren, aber das setzte voraus, dass die Bohrer genau ausgefluchtet waren und während des Bohrens nicht auswichen.
Das Zusammensetzten der Einzelrohre zu einer Wasserleitung von der Quelle bis zum Brunnen in einem tiefen Graben zu einer Wasserleitung erfolgte entweder so, dass das zugespitzte Ende des einen Rohres in die vorne erweitere Bohrung des nächsten Rohres getrieben wurde oder, wie bei den ausgestellten Rohren, mit Hilfe muffenartiger Zwischenstücke.
1912 und 1906
In Herrenzimmern schloss man sich 1908 der Eschachwasserversorgungsgruppe an und begann 1909 mit dem Bau einer Wasserleitung. Die feierliche Übergabe der Wasserversorgungsanlage erfolgte am 15. Februar 1912.
In Bösingen schloss man sich am 15. Mai 1905 der Heimbachwasserversorgungsgruppe an. Die Herstellung der Hausleitungen waren am 11. September 1906 abgeschlossen.