BIK Dietingen: Kröte, die einst der Landkreis nicht schlucken konnte

Der neugewählte BIK-Vorstand mit (von links) Josef Scheible, Albert Scheible, Sybille Sauset, Peter Sauset und Bernd Rieble – zum Team gehören außerdem Günther Peschke und Max Sauset – vor den Plakaten des überdimensionalen Ortseingangsmülleimers zur Bürgerinfo.
ScheibleDank einer aktueller Spende der Volksbank Rottweil (1000 Euro) und durch die Adventskalenderspende der Kreissparkasse (1000 Euro) vor zwei Jahren hat die BIK ein Finanzpolster für Baumpflanzungen sowie Beschaffung und Erhalt der kostenintensiven Obstbaumschneidegeräte.
Der Vorstand wurde einstimmig neu aufgestellt. Die Vereinsgründer Albert Scheible und Peter Sauset, die von Anfang an der Vereinsspitze stehen, bilden weiterhin das Leitungsteam.
Pro Gemeinde Dietingen
Die Satzung wurde einstimmig ergänzt, dass die Gemeinde Dietingen im Falle einer Vereinsauflösung das Vereinsvermögens einschließlich des Sperrgrundstücks am Keltenberg erhält. Das Grundstück der BIK, ein anerkanntes Naturdenkmal, lag mitten im beabsichtigten Deponieerweiterungsgelände. Eine Kröte, die der Landkreis nicht schlucken konnte.
Die BIK ist eine der wenigen Bürgerinitiativen, die nach Erreichung ihrer Hauptziele weiterbesteht und sich für die von ihr geschaffenen Streuobstbestände in der Verantwortung sieht. Die BIK sieht sich auch als das grüne Gewissen in der Gemeinde.
Seit der ersten Stunde aktiv
Bürgermeister Felix Hezel erfuhr als Wahlleiter im ausführlichen Rechenschaftsbericht von Albert Scheible und seinen Mitstreitern der ersten Stunde, was die BIK für eine „bahnbrechende Mobilisierung der Dietinger Bevölkerung und weit darüber hinaus“ (Scheible) erreicht hat. So nahm die Versammlung erfreut zur Kenntnis, dass die Gemeinde Dietingen künftig an die BIK einen Vereinszuschuss gewährt.
Das Vorstandsteam
Bei den Vorstandswahlen wurden folgende Personen einstimmig gewählt: Vorsitzender Albert Scheible, stellvertretender Vorsitzender Peter Sauset, Schriftführer Bernd Rieble, Kassiererin Sybille Sauset, Beisitzer Max Sauset, Kassenprüfer Josef Scheible und Günther Peschke.
Plakate von Bernd Bittner
Der Rechenschaftsbericht von Albert Scheible war eine detaillierte Rückschau auf die 35-jährige Vereinsgeschichte. Die vielen künstlerisch gestalteten Plakate von Bernd Bittner für den überdimensionalen Ortseingangsmülleimer untermauerten die Appelle und Aussagen in den 80er- und 90er-Jahren sehr eindrucksvoll.
Der Zeit weit voraus
Aussagen wie: „Kein Mülleimer raus – wir führen die zweiwöchentliche Müllabfuhr ein!“ (Die öffentlichkeitswirksame Mülleimerzählung hat den Prozess massiv beschleunigt.)
Oder: „Wir haben als erste Kreisgemeinde private Plätze für Grüngut und Kompost auf freiwilliger Basis und Sammelstellen für Plastikabfälle!“ Die Plakate appellieren und bringen es auf den Punkt: „Resignation – mit uns nicht!“ Oder: Jetzt erst recht – BIK!“
150 Obstbäume
Erinnert wurde ebenfalls daran, dass Leser des Schwarzwälder Boten der BIK einen Umweltpreis beschert haben, und das Regierungspräsidium Freiburg die BIK für das vorbildliche ehrenamtliche Engagement gewürdigt hat.
Nachdem die Müllziele erreicht waren, hat sich die BIK um die vor mehr als 30 Jahren gepflanzten 150 Obsthochstammbäume sachkundig gekümmert. Wolfgang Weber hat als geprüfter Baumwart über viele Jahre die Frisur der BIK-Bäume mit seinen Helfern geprägt, Dietingen mit einem Blütenmeer beglückt und für ein vielfältiges Obstangebot gesorgt.
Ausbildung vollendet
Am Tag der Mitgliederversammlung haben die treuen Baumpfleger Peter Sauset und Bernd Rieble die Ausbildung zum Fachwart für Obst und Gartenpflege erfolgreich abgeschlossen. Die Ehrung dieser Zukunftsträger der BIK war ein Höhepunkt des Abends, die mit viel Beifall von den etwa 20 Anwesenden gefeiert wurde.
Angebot an Interessierte
Die BIK bietet weiterhin interessierten Menschen die Chance, zu den Schnittzeiten den praktischen Baumschnitt zu erlernen. Denn wer aufmerksam durch die Gemarkung geht, sieht, dass mancher Obsthochstammbaum in die Jahre gekommen ist und eine Verjüngungskur vertragen könnte.