Bauernmuseum Bösingen
: Wie wird Butter hergestellt?

Heute geht man in den Supermarkt und holt sich dort das Päckchen Butter. Wie war es früher, als es noch keine Läden gab?
Von
(red)
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Utensilien, die einst essentiell für das Buttermachen waren. Zu sehen im Bauernmuseum Bösingen in der Pfarrscheuer am Sonntag, 1. Juni.

Hölsch

Wie Butter gemacht wurde, wird im Bauernmuseum Pfarrscheuer in Bösingen dargestellt. Das Museum ist am Sonntag, 1. Juni, von 14 bis 17 Uhr geöffnet, Letzter Einlass 16.30 Uhr.

Die meisten Bauern hatten Kühe und diese konnten gemolken werden.Das Melken der Kühe war Aufgabe der Bäuerin oder einer Magd. Die gemolkene Milch wurde durch ein Tuch geseiht und dann in Milchhäfen gefüllt.

Der Rahm setzte sich oben ab und wurde mit einem Butterlöffel in ein anderes Gefäß abgeschoben. Die entrahmte Milch wurde entweder getrunken oder den Schweinen gefüttert. Man benutzte auch flache Schalen, sogenannte Abrahmschüsseln, in die die Milch geschüttet wurde.

Die ältesten hölzernen Schalen wurden vor 1900 durch solche aus Ton oder Steingut ersetzt. In ihrer Mitte steckte eine herausnehmbare Röhre aus Steingut, deren unterer Teil durchlöchert und ganz unten mit einem Pfropfen verschlossen war, der an einem Ringstab herausgezogen werden konnte, wenn man nach Absetzen des Rahmes die darunter schwimmende entrahmte Milch vorsichtig ablassen wollte.

Zentrifuge ab 1880

Diese Art der Entrahmung wurde nach dem Einführen der Zentrifuge ab 1880 überflüssig und aufgegeben. Die Zentrifugen wurden zunächst über eine Kurbel mit der Hand gedreht, später elektrisch getrieben. Durch diese Weise wurde Rahm von der Milch getrennt.

War genügen Rahm vorhanden, wurde gebuttert. Die ältesten Geräte zur Butterherstellung sind die Stoßbutterfässer. Diese wurden in der Zeit von etwa 1900 bis 1920 von den Drehbutterfässern verdrängt. Das Buttern dauerte zwischen 20 und 30 Minuten und war oft Sache der Kinder.

Butterballen mit Modeln

Wenn sich nach dem langen Rühren Butter gebildet hatte, wurden die Butterklumpen herausgenommen und durchgeknetet, damit die Buttermilch ganz herauskam, dann in Halbpfund-Stücken abgewogen und in gleichmäßige länglichen „Ballen“ geformt. In manchen Häusern drückte man auf die Ballen schöne Modeln.

Die Butterballen wurden zum Teil auf die nächsten Wochenmärkte getragen, meistens wurden sie auch von Händlerinnen aufgekauft. Wenn in einem Haus viel Butter anfiel, wurde sie zu Butterschmalz ausgelassen.

Der Rottweiler mit Biss
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus Rottweil und Umgebung Montag bis Samstag im kompakten Überblick.