Bauen in Rottweil
: Wenn der Traum vom Häuslebau platzt

Derzeit ist in den den Rottweiler Neubaugebieten kein einziges Grundstück mehr zu haben. Das ändert sich nun. Denn die Stadt hat vier Baugrundstücke zurückgekauft.
Von
Alexandra Alt und Corinne Otto
Oberndorf
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Die Neubaugebiete in Rottweil – hier die „Spitalhöhe“ – sind begehrt. Aktuell gibt es keine Grundstücke mehr (Archivbild).

Nädele

Bauen ist für Familien nicht einfacher geworden. Steigende Kosten, höhere Hürden bei Krediten, eine angespannte wirtschaftliche Lage – die Gründe sind mannigfaltig. Und trotzdem verwirklichen sich viele dennoch den Traum vom Eigenheim auf einem der Baugrundstücke der Neubaugebiete, die in Rottweil und den Teilorten in den vergangenen Jahren gewachsen sind.

Was aber, wenn der Traum vom Einfamilienhaus platzt, das Grundstück aber schon gekauft wurde? Genau das ist vier Eigentümern passiert, die Grundstücke in den beiden Neubaugebieten Brunnenäcker III (Göllsdorf) und Bronnenkohlrauzen (Hausen) gekauft hatten. Sie können, so teilt es das Liegenschaftsamt der Stadt Rottweil in der Vorlage für die Sitzung des Rottweiler Gemeinderats am Mittwochabend mit, ihre Neubauvorhaben „aus wirtschaftlichen Gründen“ nicht realisieren.

Nun hat die Stadt die vier Grundstücke zurückgekauft, weshalb sie zur Deckung der Kosten 597 000 Euro benötigt. Diese stehen allerdings im Haushalt 2025 nicht zur Verfügung. Der Gemeinderat sollte nun diese „überplanmäßigen Mehrausgaben“ absegnen – und hatte dagegen keine Einwände . Die knapp 600 000 Euro sollen dem Topf entnommen werden, der eigentlich für das ENRW Betriebsgebäude und dessen Verwendung für die Landesgartenschau vorgesehen ist.

Grundstücksmarkt ist leer gefegt

Die Stadt begründet das Vorgehen so: „Hier (also beim ENRW Gebäude) sind Ausgaben in Höhe von 750 000 Euro eingeplant, die im Jahr 2025 noch nicht benötigt werden.“ Der Plan der Stadt lautet, die vier Grundstücke 2026 wieder zu verkaufen. Und das Geld 2026 somit im Haushalt wieder einzuplanen.

Ob das so reibungslos gelingen kann? Ein Blick auf die Plattform Baupilot, über die die Stadt ihre Grundstücke vermarktet, beziehungsweise Bauinteressenten sich bewerben können, zeigt: Der Grundstücksmarkt ist, was die Neubaugebiete anbelangt, leer gefegt.

Selbst das Mehrfamilienhaus-Grundstück in der Weißdornstraße in Göllsdorf (Brunnenäcker III), das eigentlich zunächst einer Bauherrengemeinschaft vorbehalten war, ist mittlerweile verkauft. Im März hatte der Gemeinderat grünes Licht gegeben, das Grundstück für die Realisierung eines Mehrfamilienhauses freizugeben.

Und selbst in Rottweils jüngstem Neubaugebiet in Bühlingen (Hölzle) ist kein Grundstück mehr zu haben. Dabei ist die Nachfrage – gestiegenen Bau- und Kreditkosten zum Trotz – wohl nach wie vor groß, wie man hört.

Es ist also zu vermuten, dass die Stadt die zurückgekauften Grundstücke problemlos an andere interessierte Häuslebauer verkaufen kann. Auf der Spitalhöhe, so Oberbürgermeister Christian Ruf auf Nachfrage von Hermann Breucha (FWV) in der Sitzung, zeichnen sich aktuell übrigens keine Rückkäufe ab.

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