Vorsicht im Grünen
: Zeckensaison in der Ortenau läuft – bislang aber noch ohne FSME-Fall

Fast das ganze Jahr über sind Zecken unterwegs – auch in der Ortenau. Das heißt: Vorsicht im Grünen. Denn die Tiere können unter anderem FSME übertragen.
Von
Felix Paschke
Offenburg
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Der Gemeine Holzbock ist eine der Zeckenarten, die FSME auf den Menschen übertragen kann.

Patrick Pleul/dpa

Die Temperaturen steigen, die Menschen verbringen mehr Zeit draußen in der Natur – und das Risiko eines Zeckenbisses steigt. Aufgrund des milden Wetters hat die Zeckensaison 2026 in Baden-Württemberg bereits im Januar begonnen. Auch die Ortenau ist betroffen – wie fast das gesamte Bundesland (einzige Ausnahme: Stadtkreis Heilbronn) ist auch der Landkreis vom Robert-Koch-Institut als FSME-Risikogebiet (Frühsommer-Gehirnhautentzündung) eingestuft.

Wie ist die Lage in diesem Jahr?

Bislang ruhig. „Stand heute gab es in diesem Jahr keinen Fall, der die Falldefinition des RKI erfüllt hätte“, teilte das Landratsamt in der vergangenen Woche mit. Ein Fall sei zudem noch in Bearbeitung. „Ob sich dieser aber als FSME-Fall gemäß der RKI-Definition herausstellt bleibt abzuwarten“, heißt es vom Kreis.

Wie waren die FSME-Zahlen in den vergangenen Jahren?

Beim Blick auf die Statistik der Jahre 2018 bis 2025 fallen einige Zahlen auf. So gab es 2018 35 gemeldete FSME-Fälle im Kreis, 2020 waren es 27. Ein Jahr später, 2021, stehen dagegen nur zwei Fälle in der Statistik. „2021 gingen insgesamt acht FSME-Meldungen ein, allerdings erfüllten nur zwei davon die Falldefinition des RKI“, erklärt das Landratsamt. Seit dem Ausreißer 2021 lagen die Zahlen relativ stabil zwischen 15 und 20. 2024 wurden dem Gesundheitsamt 17 Fälle gemeldet, im vergangenen Jahr 18.

Sind alle Zecken gefährlich?

Auf diese Frage hat das Ortenauer Gesundheitsamt eine klare Antwort: „Zecken sind nicht grundsätzlich gefährlich.“ Die Gefahr von Zecken gehe daher von den „Krankheitserregern, die sie übertragen können“ aus. „Allerdings trägt nicht jede Zecke zwangsläufig Krankheitserreger in sich“, so das Gesundheitsamt. Auf der Webseite des Robert-Koch-Institus werden Richtwerte genannt. Demnach sind ein einem FSME-Risikogebiet nur 0,1 bis fünf Prozent der Zecken mit FSME-Viren infiziert, so das Gesundheitsamt. Und: „Außerdem unterscheiden sich die übertragenen Krankheitserreger je nach Zeckenart.“

Wie kann man sich schützen?

Da Zecken nicht anzusehen ist, ob sie Krankheitserreger übertragen, empfiehlt das Gesundheitsamt „Zeckenstiche grundsätzlich zu vermeiden“. Möglichkeiten dafür sind etwa das Tragen von langer Kleidung sowie die Vermeidung von Aufenthalten in hohem Gras, Laubstreu und Büschen, wie verschiedene Institutionen empfehlen. Einer FSME-Erkrankung könne zudem durch eine Schutzimpfung vorgebeugt werden, so das Gesundheitsamt.

Welche Zeckenarten gibt es im Ortenaukreis?

In Deutschland sind hauptsächlich Holzbock, Auwaldzecken, Igelzecken, Taubenzecken und auch Schafzecken zu finden. „Somit ist es grundsätzlich möglich diese Arten auch im Ortenaukreis anzutreffen“, schreibt das Gesundheitsamt. Da sich die jedoch die Lebensräume der Arten stark unterscheiden, „werden manche von ihnen häufiger beziehungsweise seltener von Menschen angetroffen“. Zudem verweist das Amt auf die Reiseaktivitäten der Bevölkerung. So könne es immer wieder zur „Einschleppung nicht heimischer Arten, wie Hyalomma- oder braune Hundezecken“ kommen. „Daher kann nicht ausgeschlossen werden, dass diese sowie weitere Arten auch im Ortenaukreis gesichtet werden können“, erklärt das Gesundheitsamt.

Borreliose

Nicht in die Statistik der Fallzahlen fließen Borreliose- Erkrankungen ein. Diese Krankheit kann verschiedene Organsysteme betreffen und wird ebenfalls durch Zeckenbisse übertragen. „Borreliose ist in Baden-Württemberg nicht meldepflichtig“, erklärt das Landratsamt.

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