Urteil im Mord-Prozess: 16-Jähriger in Offenburg zu acht Jahren und neun Monaten verurteilt

Entsetzen und Unverständnis herrschten Ende November in Offenburg: Ein damals 15-Jähriger hatte einen gleichaltrigen Mitschüler mit einer Schusswaffe getötet.
ArmbrusterNach insgesamt zwölf Verhandlungstagen sah es die Kammer in der Urteilsbegründung am Dienstag als erwiesen an, dass sich der Jugendliche am 9. November 2023 mit einer Pistole, Munition und einem selbst gebauten Brandsatz in die von ihm besuchte Offenburger Schule begeben und dort einen 15-jährigen Mitschüler erschossen hat.
Der Mitschüler sei im Moment des Angriffs arg- und wehrlos gewesen, teilt das Landgericht am Dienstagabend mit. Damit sei das Mordmerkmal der Heimtücke im Sinne des Strafgesetzbuches erfüllt. Der angeklagte Schüler habe zudem versucht, den Brandsatz zu zünden, um das Schulgebäude in Brand zu setzen. Er wurde daher auch wegen versuchter schwerer Brandstiftung verurteilt.
Der jugendliche Täter musste sich seit Donnerstag, den 18. April 2024, vor der Jugendkammer des Landgerichts Offenburg verantworten. Im Verlauf der Verhandlung wurden unter anderem Zeugen und Sachverständige vernommen.
Bei Begehung der Tat im November 2023 war er 15 Jahre alt, genauso wie sein Opfer, das kurz nach der Tat starb. Aufgrund des Alters des Angeklagten fand das Verfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Offen bleibt, was den damals 15-Jährigen bewogen haben mag, seinen Mitschüler zu töten. Auch ob er sich vor Gericht zu der Tat geäußert hatte, behält das Landgericht für sich.