Tag der Wiederbelebung: Ortenau-Klinikum zeigt Schülern, worauf’s beim Reanimieren ankommt

Im Takt des „Bee Gees“-Songs „Stayin’ Alive“: Am Offenburger Schiller-Gymnasium packte Landrat Thorsten Erny selbst bei der Herzdruckmassage mit an.
KlinikumInsgesamt nahmen rund 40 Jugendliche aus den Klassenstufen 7 und 9 am Schiller-Gymnasium Offenburg und am Max-Planck-Gymnasium Lahr teil. Unter der Leitung von Philipp Diehl, Chefarzt des Departments für Kardiologie, Pneumologie, Angiologie, Akutgeriatrie, Intensivmedizin und Thoraxchirurgie, sowie dem Sektionsleiter Kardiologie Fabian Meixner erhielten die Schüler eine umfassende theoretische Einführung, gefolgt von praktischen Übungen an Reanimationspuppen, teilt das Ortenau-Klinikum mit. Unterstützt wurden die beiden Mediziner von den Schulleitungen und den Schulsanitätern vor Ort.
Im Mittelpunkt der Schulungen stand die Vermittlung der einfachen und lebenswichtigen Handlungsabfolge „Prüfen – Rufen – Drücken“. Diehl erklärte anschaulich, dass der erste Schritt darin besteht, zu überprüfen, ob eine bewusstlose Person auf lautes Ansprechen oder Schütteln reagiert und ob sie atmet. Sollte dies nicht der Fall sein, ist es unabdingbar, sofort den Notruf zu wählen.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Herzdruckmassage
Besondere Aufmerksamkeit widmete Diehl der Herzdruckmassage. Er erläuterte, wie wichtig es ist, mit gestreckten Armen und den Schultern über dem Druckpunkt das Brustbein mindestens fünf Zentimeter tief zu komprimieren und anschließend vollständig zu entlasten – und das in einem Rhythmus von 100 bis 120 Mal pro Minute. Dieses Tempo könne man sich gut am Takt des Songs „Stayin’ Alive“ der Bee Gees merken. Die Herzdruckmassage müsse bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ohne Unterbrechung fortgesetzt werden, wobei sich Helfer idealerweise alle zwei Minuten abwechseln sollten.
Die Aktion wurde von Vertretern aus Politik und Klinik begleitet, um die Relevanz des Themas zu unterstreichen. In Offenburg nahmen Landrat Thorsten Erny sowie die Klinikum-Chefin Claudia Bauer-Rabe und der medizinische Vorstand Peter Kraeme an der Schulung teil. Erny zeigte sich beeindruckt vom Einsatz der Jugendlichen: „Das war eine tolle Leistung. Ich bin heute hier, um euer Engagement und das des Ärzteteams zu unterstützen, damit auch ihr im Ernstfall Leben retten könnt.“ Auch in Lahr unterstützte Rudolf Dörfler, Stellvertreter von OB Markus Ibert und Kreistagsmitglied, die Veranstaltung.
Bauer-Rabe dankte dem Schiller-Gymnasium für die gelungene Zusammenarbeit und richtete an die Schüler die ermutigenden Worte: „Wir brauchen euch als Ersthelfer und Lebensretter. Solltet ihr später einen Beruf in der Pflege oder im medizinischen Bereich anstreben, seid ihr im Ortenau Klinikum herzlich willkommen.“
Gehirn kommt nur kurze Zeit ohne Sauerstoff aus
Diehl betonte, wie entscheidend die schnelle Hilfe durch Ersthelfer ist, um irreparable Hirnschäden bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zu verhindern. Ohne Herzdruckmassage sinken die Überlebenschancen dramatisch, da das Gehirn nur wenige Minuten ohne Sauerstoff auskommt. Deshalb sei es unverzichtbar, die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit einer effektiven Laienreanimation zu überbrücken.
„Nicht zu helfen, ist der schlimmste Fehler“, sagte Diehl. „Wir möchten die Schülerinnen und Schüler ermutigen, im Notfall aktiv zu werden. Mit einfachen Maßnahmen wie der Herzdruckmassage können sie Leben retten – oft sogar das eines Familienmitglieds oder Freundes. Deshalb ist es uns ein großes Anliegen, diese Fähigkeiten schon früh in der Schule zu vermitteln.“
Info – Engagement
Die Reanimationskurse sind Teil des langjährigen Engagements des Ortenau-Klinikums zur Förderung der Erste-Hilfe-Kompetenz bei jungen Menschen und eine wichtige Initiative im Rahmen der bundesweiten Woche der Wiederbelebung. Seit mehr zehn Jahren setzt sich das Klinikum dafür ein, Kindern und Jugendlichen die Angst vor der Wiederbelebung zu nehmen und sie fit für den Ernstfall zu machen.