Oberkircher Autozulieferer: Warum die Mitarbeiter von PWO auf Gehalt verzichten

Ein Konzept von Gegenleistungen zwischen Mitarbeitern und Firma soll dem Unternehmen finanziell helfen.
Benedikt Spether/dpaInsgesamt elf Standorte hat der Automobilzulieferer PWO weltweit – zehn davon im Ausland. Diese zehn wachsen nach Angaben des Unternehmens „weiterhin profitabel“. Ausnahme bleibt damit das Stammwerk in Oberkirch, an dem mehr als 900 der insgesamt rund 3200 Mitarbeiter beschäftigt sind. 2026 macht der Standort PWO-Angaben zufolge voraussichtlich Verlust.
Im Werk in der Ortenau mache sich bemerkbar, dass der Wirtschaftsstandort Deutschland unter großem Druck stehe und sich die industriellen Rahmenbedingungen verschlechtern, heißt es in einer Mitteilung von PWO. „In der gesamten Branche wird die Produktion zunehmend in Länder mit wettbewerbsfähigeren Rahmenbedingungen verlagert.
Die wirtschaftliche Situation bei einigen Kunden des deutschen Standorts führt derzeit dazu, dass die Abrufmengen für den Standort Oberkirch trotz ausreichender Auftragslage rückläufig sind“, so das Unternehmen weiter.
Vorstand sah dringende Notwendigkeit
Um trotz der sich verschlechternden Lage auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten zu können, hat sich das Unternehmen laut eigenen Angaben mit dem Betriebsrat des Oberkircher Standorts auf eine Betriebsvereinbarung zur „Arbeitszeit- und Entgeltreduktion“ verständigt. Dank dieser Vereinbarung könne die „Arbeitszeit arbeitslastspezifisch um bis zu 7,63 Prozent“ gesenkt werden – bei proportionaler Reduzierung des Gehalts. Das erklärte PWO am Montag in einer Mitteilung.
Die Mitarbeiter in Oberkirch verzichten also auf einen Teil des Gehalts – das Unternehmen als „Gegenleistung für das Entgegenkommen des Betriebsrats“ bis zum 31. Dezember 2026 auf betriebsbedingte Kündigungen.
In der Mitteilung bedauert es die PWO-Gruppe „ausdrücklich, dass dieser Schritt notwendig geworden ist“. Allerdings habe der Vorstand „die dringende Notwendigkeit“ gesehen, zu reagieren. „Er setzt sich weiterhin für den Erhalt der Arbeitsplätze im Stammwerk ein und dankt dem Betriebsrat ausdrücklich für die nun getroffene Vereinbarung“, heißt es abschließend.
