Nachfolger von Fischinger: Ex-Bundesligaspieler Jürgen Hartmann wird Trainer des SC Sand

Jürgen Hartmann (Mitte) wird vom Sportlichen Leiter Sascha Reiß (links) und dem Vereinsvorsitzenden Gerald Jungmann beim SC Sand begrüßt.
Verein363 Bundesligaspiele, mit dem VfB Stuttgart im Finale des DFB-Pokals und im Endspiel des UEFA-Cups, in den 90er-Jahren Kapitän des HSV und als Seelbacher auch noch aus der Region: Der neue Trainer der Frauen des SC Sand weckt bei vielen Fußballfans Erinnerungen. Jürgen Hartmann ist mittlerweile 63 Jahre alt und wurde vom Verein nun als neuer Trainer vorgestellt.
„Mit Jürgen Hartmann gewinnt der SC Sand einen äußerst erfahrenen Fußballfachmann, der sowohl als Spieler als auch als Trainer auf eine beeindruckende Laufbahn zurückblicken kann“, heißt es in einer Mitteilung des Zweitligisten. . „Bereits als Spieler verkörperte er den Inbegriff eines echten Fußballprofis und hat diese Haltung auch in seiner Arbeit als Trainer konsequent weitergelebt. Besonders beeindruckt mich seit jeher seine Fähigkeit, sich auf unterschiedliche Mannschaften einzustellen und dabei stets eine klare Struktur sowie eine nachvollziehbare Linie in seinem Handeln zu bewahren. Ich freue mich sehr über seine Zusage für den SC Sand und sehe darin zugleich eine Bereicherung für den Frauenfußball insgesamt“, so Sands Sportlicher Leiter Sascha Reiß.
Nach dem Ende seiner Spielerkarriere schlug Hartmann die Trainerlaufbahn ein. Von 2002 bis 2007 war er Cheftrainer des Offenburger FV und sammelte dort wertvolle Erfahrungen im Seniorenbereich. Anschließend wechselte er als Co-Trainer zu Alemannia Aachen, wo er unter Weltmeister Guido Buchwald tätig war. Im Jahr 2009 übernahm Hartmann die Verantwortung beim Regionalligisten SG Sonnenhof Großaspach, der überregional als „Dorfclub“ bekannt wurde.
Weitere Stationen folgten bei den Stuttgarter Kickers. Zunächst trainierte er ab 2012 die zweite Mannschaft, ehe er ab 2013 zusätzlich als Co-Trainer der ersten Mannschaft unter Horst Steffen fungierte. In der Saison 2013/2014 übernahm Hartmann darüber hinaus zeitweise die Rolle des Interimstrainers der ersten Mannschaft.
Es geht als Vereinskoordinator weiter
„Ich freue mich auf eine spannende und herausfordernde Aufgabe. Der SC Sand hat in den vergangenen Jahren hervorragende Arbeit im Frauenfußball geleistet. Diese erfolgreiche Arbeit möchte ich mit dem Team fortsetzen“, so der neue Cheftrainer. Damit lobt er indirekt auch die Arbeit seines Vorgängers Alexander Fischinger, der beim SCS nach fast zehn Jahren als Trainer aufhört. Dem Verein bleibt er jedoch erhalten: Fischinger wird im Willstätter Teilort Vereinskoordinator.
Der 62-Jährige Fischinger stand in insgesamt 160 Pflichtspielen als Cheftrainer an der Seitenlinie des SC Sand. „Er hinterlässt sportlich wie menschlich bleibende Spuren“, teilt der Verein mit. Fischinger übernahm den Verein erstmals in der Saison 2015/2016, nur drei Wochen vor dem Beginn der Spielzeit. Im zweiten Bundesliga-Jahr der Vereinsgeschichte führte er die Mannschaft zum Klassenerhalt. Gleichzeitig gelang mit ihm der Einzug in das DFB-Pokalfinale gegen den VfL Wolfsburg – der bis dahin größte Erfolg der Vereinsgeschichte neben dem Bundesliga-Aufstieg.
In der Saison 2020/2021 kehrte der A-Lizenz-Inhaber auf die Trainerbank zurück. Vier Spieltage vor Saisonende galt der SC Sand bereits als sicherer Absteiger. Mit drei Siegen und einem Remis gelang jedoch eine beeindruckende Aufholjagd, die den Klassenerhalt sicherte und bis heute als eines der größten Comebacks im Profi-Frauenfußball gilt. Nach einem kurzen Intermezzo übernahm Fischinger im November 2021 erneut das Amt des Cheftrainers. Den Bundesligaabstieg im Sommer 2022 konnte er aufgrund des schwierigen Saisonstarts unter seinem Vorgänger Matthias Frieböse nicht mehr verhindern.
In den folgenden vier Spielzeiten prägte der gebürtige Triberger den Neuaufbau in der zweiten Frauen-Bundesliga. Nach den Platzierungen sieben und sechs entwickelte sich der SC Sand in den vergangenen beiden Jahren zu einer der Topmannschaften der Liga. Mit Rang vier und zuletzt Rang drei verpassten die Ortenauerinnen den Wiederaufstieg jeweils nur knapp.
„Ich schaue mit großer Dankbarkeit auf eine außergewöhnlich schöne und intensive Zeit beim SC Sand zurück. Gemeinsam haben wir viele erfolgreiche Momente erlebt. Auch wenn uns in der vergangenen Saison am Ende das gewisse i-Tüpfelchen gefehlt hat, haben wir eine insgesamt hervorragende Saison gespielt. Für mich ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, um einen neuen Abschnitt zu beginnen. Dennoch wird mich der SC Sand auch in Zukunft immer begleiten und ein wichtiger Teil meines Weges bleiben“, so Fischinger zu seinem Trainerabschied. „Besonders bedanken möchte ich mich bei Vorstand Gerald Jungmann sowie dem Sportlichen Leiter Sascha Reiß für das große Vertrauen, das sie mir über all die Jahre entgegengebracht haben. Umso mehr freue ich mich auf meine neue Aufgabe innerhalb des Vereins. Ein besonderer Dank gilt natürlich auch meinem Trainerteam mit Noah Veilandics, Marco Schäfer und Peter Aukthun-Görmer. Die Zusammenarbeit war jederzeit von großem Vertrauen und hoher Professionalität geprägt“, so Fischinger.
Der gebürtige Triberger war für den SC Sand weit mehr als ein Cheftrainer. Er engagierte sich auf und neben dem Platz, unterstützte den Verein im Marketing, pflegte den Kontakt zu Sponsoren und war bei zahlreichen Veranstaltungen präsent. Seine offene Art und seine Identifikation mit dem Verein machten ihn zu einer prägenden Persönlichkeit des gesamten Umfelds.
Zwei Mal Garant für den Klassenerhalt
„Er hat den SC Sand über viele Jahre hinweg in besonderer Weise geprägt hat. Für seinen außergewöhnlichen Einsatz, seine Leidenschaft und sein großes Engagement möchten wir ihm unseren ausdrücklichen Dank aussprechen. Alex hat die Mannschaft nicht nur sportlich geführt, sondern war durch seine offene, verbindliche und kommunikative Art stets ein wichtiger Ansprechpartner für Spielerinnen, Betreuerteam und Verein. Als Vereinskoordinator wird er künftig eine wichtige Schnittstelle zwischen dem sportlichen Bereich und der Geschäftsführung bilden“, betont Reiß.
„Der gesamte Verein bedankt sich bei Alex Fischinger für die geleistete Arbeit. Alex vertritt unseren Verein nach innen und außen wie kaum ein anderer und bringt dabei stets großes Engagement und Herzblut ein. Er hat maßgeblich dazu beigetragen, dass wir in den Jahren 2016 und 2021 den Klassenerhalt gesichert haben. Unvergessen bleibt darüber hinaus der Einzug in das DFB-Pokalfinale, der zu den größten Erfolgen unserer Vereinsgeschichte zählt. Für seinen Einsatz und seine Verdienste um den SC Sand sind wir ihm außerordentlich dankbar“, so der SCS-Vorsitzende Gerald Jungmann.