Jahreswechsel: Ortenauer Rettungskräfte haben alle Hände voll zu tun

Ein größerer Einsatz gab es in Willstätt-Eckartsweier zu bewältigen. Dort geriet ein Haus in Brand.
Einsatz Report 24„Wir haben die Silvesternacht mit einer gut abgestimmten Einsatzstrategie gemeistert“, so Polizeipräsident Jürgen Rieger. „Mit einer verstärkten Präsenz kombiniert mit einer effizienten Vorplanung wurde die Sicherheit im öffentlichen Raum gewährleistet. Wir waren auf verschiedene Szenarien vorbereitet und haben unser Personal entsprechend aufgestockt“, erklärt der Polizeipräsident in einer Mitteilung am Donnerstag. Ergänzend standen auch Einsatzkräfte von der anderen Rheinseite zur Verfügung. „Auf unsere französischen Polizeikollegen ist Verlass, wenn wir sie brauchen“, hob Rieger die gut funktionierende Zusammenarbeit über die Grenze hinweg hervor. Trotz der Vorfälle, bewertet der Polizeipräsident die Lage im Stadtkreis Baden-Baden, im Ortenaukreis sowie im Landkreis Rastatt als insgesamt sicher.
Im Einzelnen waren die Kräfte von Polizei gemeinsam mit dem Rettungsdienst und der Feuerwehr in der Silvesternacht mit rund 200 Einsatzlagen konfrontiert. Etwa 50 Mal mussten die Einsatzkräfte zu Bränden ausrücken. Bei einem Großteil davon handelte es sich um Kleinbrände, unter anderem von Mülltonnen, Sträuchern und Pflanzen. Dabei entstand überwiegend geringer Schaden, heißt es in der Bilanzmeldung der Polizei.
Brand in Mehrfamilienhaus in Willstätt
Darüber hinaus war unter anderem ein größerer Einsatz in Willstätt-Eckartsweier zu bewältigen. Gegen 21.09 Uhr wurde der Brand im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses in der Hohnhurster Straße gemeldet. Die Feuerwehr aus Willstätt und Kehl waren mit rund 50 Mann am Einsatzort und konnten das Übergreifen der Flammen auf weitere Gebäudeteile verhindern, heißt es. Die Bewohner des Anwesens konnten das Gebäude rechtzeitig verlassen. Eine Person erlitt eine Rauchgasintoxikation und kam zur medizinischen Versorgung in ein umliegendes Krankenhaus. Der Schaden wird bislang auf etwa 200 000 Euro geschätzt. Die Ursache wird in den kommenden Tagen durch das Polizeirevier Kehl ermittelt.
Darüber hinaus wurden mittels Pyrotechnik mehrere Briefkästen beschädigt – unter anderem in Ohlsbach. In Lahr wurde gegen 2 Uhr mit unbekanntem Sprengmittel ein Zigarettenautomat gesprengt und dadurch sämtliches Bargeld sowie die Zigaretten entwendet. Unmittelbar nach Mitternacht erlitt ein 42-Jähriger in Lahr durch den unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern den Verlust von drei Fingern an der linken Hand. Zur medizinischen Versorgung wurde er in ein Krankenhaus des Ortenau Klinikums eingeliefert.
Einsätze auch am Neujahrsmorgen
„Für einen unrühmlichen Abschluss der Silvesternacht sorgte kurz nach 6 Uhr eine 30-jährige Fahrzeugfahrerin in Kehl“, so die Polizei weiter. Betrunken widersetzte sie sich den Maßnahmen der Beamten. Sie erwartet nun eine Anzeige wegen Trunkenheit im Straßenverkehr sowie des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamten. Eine angegriffene Kollegin des Polizeireviers Kehl wurde leicht verletzt.

Nachdem zwei Fahrzeuge auf der A5 bei Appenweier zusammengestoßen sind, kam eines davon von der Fahrbahn ab und rutschte in eine Böschung.
Foto: Einsatz Report 24Gegen 9 Uhr am Silvestermorgen waren auf der A 5 zwischen den Anschlussstellen Appenweier und Offenburg, auf Höhe der Einfahrt zum Parkplatz Gottswald, zwei Fahrzeuge ineinander gekracht. „Durch den Zusammenstoß wurde ein Auto von der Fahrbahn abgewiesen und in die Böschung geschleudert“, schreibt die lokale Nachrichtenagentur „Einsatz Report 24“. Mehrere Personen wurden vom Rettungsdienst vorsorglich untersucht. Auch die Feuerwehr war im Einsatz. Die Zufahrt zum Parkplatz Gottswald musste gesperrt werden.
Feuerwehr Offeburg war mit 20 Mann im Einsatz
Die Feuerwehr Offenburg schließt sich der Polizei an, auch sie bilanziert einen „vergleichsweise entspannt verlaufenen Jahreswechsel“. Der seit mehreren Jahren praktizierte Sondereinsatzplan „Silvester“ sorgte auch dieses Jahr für eine stabile Grundlage im Brandschutz, heißt es in einer Mitteilung. Nach einem ruhigen Silvestertag waren die Einsatzkräfte in den ersten drei Stunden des neuen Jahres unterwegs, um im Stadtgebiet sieben Brände, überwiegend kleine Abfallbehälter und Verpackungen abgeschossener Feuerwerksbatterien zu löschen. Lediglich in der Händelstraße, im Offenburger Nordosten kam es zum Brand von Müllcontainern in einem Unterstand. Zwei Atemschutztrupps bekämpften das Feuer, der Unterstand und mehrere Müllbehälter wurden durch die Flammen zerstört.
Insgesamt waren in der Silvesternacht 20 Einsatzkräfte mit acht Fahrzeugen unterwegs. Verletzte gab es glücklicherweise keine, so die Feuerwehr. Auch sahen die Einsatzkräfte sich keinen Aggressionen ausgesetzt. Die Schäden werden sich in Summe voraussichtlich auf mehrere Tausend Euro belaufen.
Landrat dankt Rettern
Landrat Thorsten Erny dankt den Einsatzkräften für ihre Arbeit zum Jahreswechsel: „Während viele Bürgerinnen und Bürger den Jahreswechsel feiern, sorgen haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte in der Leitstelle, bei Rettungsdienst, Feuerwehren und Polizei dafür, dass unsere Ortenau sicher bleibt. Für diesen verlässlichen Dienst – auch in einer einsatzreichen Silvesternacht – danke ich allen Beteiligten sehr herzlich.“