Gutacher Freilichtmuseum: Vogtsbauernhof bleibt die Nummer eins

Einer der Höhepunkte des vergangenen Jahres war der Ortenauer Trachtentag anlässlich der 750-Jahr-Feier Gutachs.
KernDer Wirtschaftsplan für 2025 sah noch einen Gewinn von lediglich 50.000 Euro vor. Dieser vorsichtige Ansatz wurde im Herbst 2024 vor dem Hintergrund der allgemeinen wirtschaftlichen Lage sowie einer erwarteten rückläufigen Kaufkraft der Besucher gewählt – und weit übertroffen, wie Museumschefin Margit Langer nun präsentierte. „Mit der Saison 2025 wirklich sehr zufrieden“, konstatierte diese am Dienstagnachmittag im Kultur- und Bildungsausschuss des Kreistags. Mit dabei war auch der wissenschaftliche Leiter des Freilichtmuseums Thomas Hafen.
Insgesamt 203.076 Besucher waren zwischen dem 23. März und dem 2. November 2025 im ältesten Freilichtmuseum des Landes zu Gast. Mit diesem Jahresergebnis erreichten Langer und ihr Museumsteam das angestrebte Ziel von 200.000 Besuchern – und der Vogtsbauernhof bleibt das besucherstärkste Museum im Land. Dabei sank die Zahl der Gäste im Vergleich zum Vorjahr leicht, räumte Langer ein, gab jedoch zu bedenken: 2024 war das große Jubiläumsprogramm mit Ortenauer Bürgerfest und weiteren Veranstaltungen mit teils freiem Eintritt.
Im Berichtsjahr verzeichnete das Museum mehr als 150.000 Einzelbesucher sowie mehr als 52.000 Gäste im Rahmen von Gruppenreisen. Im Bereich der Gruppenbuchungen wurden 1792 Führungen und Programme für Schulklassen und Reisegruppen realisiert – ein Zuwachs von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mehr als ein Drittel aller Gäste stammte aus dem Ausland, insbesondere aus Spanien, Frankreich und den USA. Auf Nordamerika entfielen laut Langer auch die meisten Gruppen aus dem Ausland – diese machten nach wie vor bei Rheinkreuzfahrten gerne in der Ortenau Station.
„Nebenerlöse“ fielen höher aus als kalkuliert
Unter dem Jahresthema „Die einfachen Dinge des Lebens“ widmete sich das Museum 2025 mit der Sonderausstellung „Die Galerie der kleinen Sachen“ sowie einem Veranstaltungsprogramm der Alltagswelt der früheren Landbevölkerung. Insgesamt wurden während der Saison erneut mehr als 1000 Einzelveranstaltungen in Form von Sonderführungen, Vorträgen, Abendveranstaltungen, Familienprogrammen und Festen realisiert. Besonders große Resonanz fand erneut die Reihe „Offene Werkstatt für Familien“, die mit wechselnden Mitmachangeboten speziell für Kinder an 108 Saisontagen — jeweils sonntags sowie an allen Ferientagen — angeboten wurde. Rund 6000 Kinder nutzten dieses Angebot zum Werkeln, Tüfteln und Ausprobieren.
Im Bereich der baulichen Maßnahmen wurden die Arbeiten im Außenbereich rund um das 2023 eröffnete Ortenauhaus sowie auf der Erweiterungsfläche fortgesetzt. Gegenüber dem historischen Rebhaus und der neu errichteten Winzerstube wurde der 2024 angelegte Weinberg durch die Pflanzung von 200 Reben planmäßig fertiggestellt. Mit der Modellierung der Flächen zwischen dem Ortenauhaus und dem Lorenzenhof wurde zudem eine authentische und gestalterisch harmonische Verbindung zwischen den bestehenden und neuen Geländebereichen geschaffen. Mit dem neu gestalteten „Erlenplatz“ entstand ein beschatteter Aufenthaltsbereich mit Informationseinheiten zum Nordschwarzwald.
Den deutlich höheren Gewinn in Höhe von rund 177.000 Euro führte Finanzdezernentin Ulrike Karl auf die guten Erlöse aus der Winzerstube und dem Museumsschop zurück. Die Kreisverwaltung schlug den Räten vor, den Gewinn für künftige Investitionen in die Rücklagen des Museums zu überführen – dem folgte das Gremium einstimmig.
Kapelle gesucht
Thomas Hafen richtete ein besonderes Gesuch an die Kreisräte: 2028 wollte das Museum eine Kapelle in den neuen Weinberg holen. „Wir kaufen ja keine Häuser, wer retten sie“, so Hafen. Bürgermeister dürften sich gerne bei ihm melden.