Frust in Willstätt: Eine Transferpanne überschattet den Regionalliga-Sieg der HSG

Willstätt (hier gegen Neuenbürg am Ball)setzte sich auf dem Spielfeld durch, nicht aber auf dem Transfermarkt.
KünstleRegionalliga: TV Plochingen – HSG Willstätt/H. 36:37 (17:22). Es war kein optimales Wochenende aus Sicht der Gäste. Beim Blick auf den Spielberichtsbogen fiel auf, dass der unter der Woche verpflichtete Roy James (wir berichteten) nicht vermerkt war.
„Es ist eine Transferpanne passiert, Roy hat keine Freigabe“, erläuterte Trainer Michael Bohn auf Nachfrage. In tiefere Einzelheiten wollte der Coach nicht gehen. Anzumerken war ihm allerdings, dass ihm die Ausgangslage, wonach James in dieser Saison gar nicht mehr zur Verfügung stehen wird, nicht wirklich passte. „Wir müssen eben mit der Situation umgehen, so diffizil sie nun auch ist“, blieb Bohn betont diplomatisch.
Sportlich entwickelte sich die Begegnung in Plochingen als in Summe schwieriger denn erwartet. Die ersten 30 Minuten gehörten den Ortenauern, die ab dem 7:8 in Minute elf zunehmend in ihr Spiel fanden, Lücken in der Abwehr des Kellerkinds fanden und zielsicher ihre Vorteile nutzten. Über 9:15 in Minute 18 und 14:18 in Minute 24 wurde zur Pause ein Vorsprung von fünf Treffern erarbeitet. „Mit Halbzeit eins war ich insgesamt zufrieden, wir haben uns Chancen erarbeitet und sie auch mit guter Quote verwertet“, fand Trainer Bohn.
Ruhe ging zwischenzeitlich verloren
Allerdings sollte sich diese Gangart nicht aufrecht erhalten lassen. Der Mittelblock in der Abwehr um Luka Karic und Dinko Dodig musste mehr oder weniger durchspielen, was den Kräften abträglich war. Auf der halblinken Position standen lediglich drei Akteure zur Verfügung, auch hier fehlten die Wechselalternativen über zehrende 60 Minuten. Die Gästeführung hatte zunächst noch Bestand, mit konstant vier Treffern trat man bis zum 25:29 nach 43 Minuten auf.
„Dann aber haben wir unnötig die Ruhe verloren, uns zu überhastete Würfe genommen und einige Möglichkeiten ausgelassen“, skizzierte der HSG-Coach. Plochingen nutzte seinerseits die Gelegenheit, aufzuschließen, was sich beim 30:32 in Minute 53 bereits andeutete. Erschwerend hinzu kam, dass die Hanauerländer immer wieder in Unterzahl gerieten, was Plochingen nutzte.
Bis zum 34:34 zwei Minuten vor Schluss war das Geschehen völlig offen, ehe sich die Gäste in einem schweren Schlussgeschehen doch noch behaupteten. „Der Sieg war super-wichtig, ganz gleich, wie es am Ende zustande kam. Es war ein Sieg des Willens, mehr zählte im Augenblick nicht“, schloss der HSG-Trainer. Willstätt/Hanauerland: Duchene, Zölle; Kosmirak 1, Karic 5, Meder, Limouzin 4, Dodig 3, Huber, Hreblev 9/2, Schmid, Harbi, Alkic 11, Bonnemberger 4.