2787 Ortenauer in Behandlung
: Immer mehr haben Schuppenflechte

Rote Flecken, weiße Schuppen und Juckreiz – typische Anzeichen für Schuppenflechte. Allerdings machen verschiedene Formen die Diagnose nicht ganz einfach. 2020 waren 2787 AOK-Versicherte im Ortenaukreis deswegen in Behandlung.
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(red/ma)
Offenburg
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Rote Flecken auf der Haut, weiße Schuppen und Juckreiz – das sind typische Anzeichen für eine Psoriasis, vielen besser gekannt als Schuppenflechte.

AOK Südlicher Oberrhein

Ortenau (red/ma). "Wir beobachten einen stetigen Anstieg", erklärt Norbert Limberger, Leiter des AOK-Kundencenter-Netzwerks in der südlichen Ortenau, mit Blick auf die Psoriasis, vielen besser gekannt als Schuppenflechte. 2016 zählte die AOK Südliche Ortenau 2423 Psoriasis-Patienten unter ihren Versicherten in der Ortenau, 2018 waren es bereits 2627 Menschen. 2020 waren 2787 Versicherte im Ortenaukreis in Behandlung. Mit Blick auf die vergangenen fünf Jahre entspricht dies einer jährlichen mittleren Veränderung von 1,5 Prozent. Dieser Trend bestätigt sich auch in den landesweiten Zahlen: 2016 waren 63 214 AOK-Versicherte in Psoriasis-Behandlung, 2020 waren es deutlich mehr als 70 000.

Psoriasis ist eine chronische Erkrankung mit klassischen Hautveränderungen, die meist mit roten Flecken gekennzeichnet ist. "Besonders oft tritt die Erkrankung an der Haut über Ellenbogen und Knien auf, dort entstehen dann rote Flecken mit weißen Schuppen", erklärt AOK-Ärztin Gudula Kirtschig. Oft bilden sich auch Schuppen an der Kopfhaut oder hinter den Ohren. "Bei manchen Menschen können auch Nägel oder Gelenke betroffen sein." Ein Blick auf die Zahlen verrät: Frauen und Männer sind ähnlich stark betroffen. Kinder erkranken zwar relativ selten, aber besonders viele Menschen erkranken schon als Jugendliche oder junge Erwachsene.

Psoriasis kann mehr als die Haut betreffen

"Grundsätzlich kann jeder, der die Veranlagung in sich trägt, in jedem Alter eine Schuppenflechte entwickeln", so die Medizinerin. Sie weiß auch, dass sich Menschen durch die Hautveränderungen unwohl und ausgegrenzt fühlen können. "Eine Stigmatisierung und Ausgrenzung durch das Umfeld können eine massive seelische Belastung darstellen, es können Depressionen und Angststörungen entstehen."

Eine Psoriasis kann allerdings nicht nur die Haut, sondern den ganzen Körper betreffen. Auch Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes Typ II werden bei Psoriasis-Patienten häufiger beobachtet als bei Patienten ohne. "Die Erkrankung ist nicht ansteckend und eine sichere Vorsorge gibt es nicht. Wir haben aber festgestellt, dass die Erkrankung häufiger bei Rauchern auftritt."

Auf das Rauchen zu verzichten könne laut AOK das Risiko mindern, eine gesunde Ernährung und Vermeidung von Übergewicht sind ebenso hilfreich. Schuppenflechte lässt sich behandeln, selten aber bildet sie sich zurück. "Meist bleibt die Psoriasis ein Leben lang bestehen", weiß Kirtschig.

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