Zimmerer zu Gast in Oberndorf: „Geist von Oberndorf“ ist Inspiration für das Team

Glückliche Gesichter und Daumen hoch: Die Zimmerer-Nationalmannschaft zimmerte beim Trainingslager bei Mafell einen Pavillon, der an Bürgermeister Matthias WInter übergeben wurde.
Timo Lutz/MafellDie deutsche Zimmerer-Nationalmannschaft holte sich beim Trainingslager im Schulungszentrum der Mafell AG den letzten Feinschliff für die „EuroSkills“ vom 9. bis 13. September in Herning in Dänemark. Der Spezialist für handgeführte Maschinen und Elektrowerkzeuge zur professionellen Holzbearbeitung unterstützt als Leistungspartner von Holzbau Deutschland das Team und war bereits mehrfach Gastgeber für das Trainingslager – zuletzt 2023.
Das während der Trainingsphase gezimmerte Bauwerk wurde zum Abschluss an Matthias Winter, Bürgermeister von Oberndorf, übergeben. Wo der Pavillon seinen Platz finden wird, entscheidet der Gemeinderat.
Die Zimmerer-Nationalmannschaft ist bereits zum siebten Mal Gast bei Mafell. Besonders gute Erinnerungen an den „Geist von Oberndorf“ hat Alexander Bruns. Er absolvierte 2019 hier das abschließende Trainingslager und holte sich den Weltmeistertitel.
Optimale Trainingsbedingungen
Alexander Bruns war auch jetzt wieder mit dabei. Er unterstützt mit seiner Wettkampferfahrung auf internationaler Ebene als Betreuer die Teamleiter Roland Bernardi und Andreas Großhardt. „Das Trainingslager bei Mafell ist Abschluss und Highlight der intensiven Vorbereitungsphase auf die ‚EuroSkills‘. Mafell ist immer ein großartiger Gastgeber, der uns optimale Trainingsbedingungen bietet“, sagt der Teamchef.

Linus Großhardt holt sich den Feinschliff für die „EuroSkills“.
Foto: Jens Potel/MafellIn den drei Tagen galt es, seinen Sohn Linus Großhardt auf höchstem Niveau zu fordern und die anderen Teammitglieder an das Niveau für die „WorldSkills“ heranzuführen. „Die Mannschaftsmitglieder betrachten sich nicht als Konkurrenten, sondern als Team. Sie unterstützen sich gegenseitig und bringen ihre individuellen Fähigkeiten ein, um gemeinsam das bestmögliche Ergebnis zu erzielen“, betont Roland Bernardi, der seit 2007 das Team führt.
Aufgabe stellt hohe Anforderungen
Trainer Micheal Rieger vom Bildungszentrum Holzbau in Biberach hatte an die in Zweierteams arbeitenden Zimmergesellen eine Aufgabe gestellt, die unter realen Wettkampfbedingungen nochmals alles abverlangte: In 21 Stunden waren für einen komplexen Pavillon der Aufriss auf der Arbeitsplatte, die Maßübertragung, die zumeist manuell ausgeführte Ausarbeitung und die Montage zu bewältigen.
Bewertet wurde nach den strengen Wettbewerbskriterien. Nach anfänglicher Anspannung breitete sich in dem lichtdurchfluteten Mafell-Schulungszentrum eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre aus. Diese wich erst, als der Pavillon zur Präsentation und Übergabe an den Bürgermeister zusammengebaut wurde.
Thorsten Bühl, Vorstandsvorsitzender der Mafell AG, beeindruckte der Spirit des Teams: „Es war großartig zu erleben, wie sich die Jungs gegenseitig im Training zu Höchstleistungen gepusht haben. Der ‚Geist von Oberndorf‘ war zu spüren. Das handwerkliche Können und die mentale Stärke sind Basis für den Erfolg. Wir drücken die Daumen!“
Quintett vertritt die deutschen Zimmerer
Das gilt vor allem Linus Großhardt. Der 21-jähriger Zimmerergeselle aus Uhldingen-Mühlhofen am Bodensee bereitet sich seit Monaten im elterlichen Betrieb und in den Trainingszentren vor, um das deutsche Zimmererhandwerk bei den „EuroSkills“ 2025 bestmöglich zu vertreten. Bei den „WorldSkills“ 2024 belegt er den undankbaren vierten Platz.
Neben Linus Großhardt bilden Florian Dorer aus Furtwangen, Moritz Klemm aus Alpirsbach, Maximilian Kunert aus Ottenbach, Jakob Schäf aus Langfurth und Jakob Spreer aus Leipzig das Team der Zimmerer-Nationalmannschaft. Einer aus dem Quintett wird Deutschland bei den „WorldSkills“ in Shanghai vertreten.
Die „EuroSkills“ ist ein alle zwei Jahre stattfindender Wettbewerb, der junge Fachkräfte aus ganz Europa zusammenbringt, damit sie ihre Fähigkeiten in einer Vielzahl von Berufen messen. In Herning treten rund 600 junge Fachkräfte aus mehr als 33 europäischen Ländern in 38 Berufsfeldern gegeneinander an.