Tourismus in Schenkenzell: Klostermuseum ins rechte Licht setzen

Das Klostermuseum im Ortsteil Wittichen soll zur Steigerung der Attraktivität ein „Makeover“ erhalten. Obwohl nicht Eigentümer, will die politische Gemeinde hierfür Geld investieren.
HerzogDie Anlage ist zwar im Eigentum der Seelsorgeeinheit Kloster Wittichen, aber durch Führungen und Besichtigungen profitiert die Kommune in Form eines touristischen Angebots.
Im Gemeinderat berichtete Bürgermeister Bernd Heinzelmann über den Vorstoß im vergangenen Jahr, das Museum mit regelmäßigen Öffnungszeiten einmal im Monat für Besucher attraktiver zu machen. Da dies gut angenommen worden sei, soll das in diesem Jahr fortgesetzt werden. Vor allem werde die Klosteranlage im Zeitraum April bis Oktober stärker frequentiert.
Nach Gesprächen zwischen der Kirchengemeinde und Kaltbrunns Ortsvorsteher und Gemeinderat Stefan Maier könne mit mehreren kleinen Maßnahmen die Attraktivität des Klostermuseums gesteigert werden, das es zwischenzeitlich etwas in die Jahre gekommen sei, schilderte der Bürgermeister.
Neuer Tresen
Unter anderem werde vorgeschlagen, den Empfangsbereich durch einen neuen Tresen umzugestalten und aktuell im Regal gelagerte Gegenstände in einem großen Schrank mit Glastüren aufzubewahren. Die Beleuchtung sollte auf LED-Technik umgerüstet und im Erdgeschoss zwei Infrarotheizkörper installiert werden. Eine Sitzgelegenheit mit Flachbild-Fernseher soll im Obergeschoss eingerichtet werden, um Ries-Filme aus den 60er-Jahren abspielen zu können.
Ausstellungsumfang erweitern
Der Ausstellungsumfang könne bis in die Gegenwart erweitert werden, wozu auch die alte Handdruckspritze der Feuerwehr Kaltbrunn geeignet wäre, zählte Heinzelmann auf.
Eine Kostenbeteiligung gegenüber der Kirche wäre sicher vertretbar, da im Haushaltsplan hierfür Mittel eingestellt seien. Eine genaue Summe könne noch nicht genannt werden.
Förderantrag denkbar
Als Eigentümer müsste die Kirche den Förderantrag an das Leader-Regionalbudget Mittlerer Schwarzwald stellen, erläuterte der Bürgermeister. Stefan Maier informierte über das von ihm in den Gesprächen vorgestellte Konzept, dem sich die Kirche aufgeschlossen gezeigt habe.
100 000 Euro könnten investiert werden
Ohne weiteres könnten 100 000 Euro investiert werden. Aber auch mit 20 000 Euro sei einiges umsetzbar, da auch ehrenamtliche Stunden geleistet werden können.
„Wenn die Vorschläge zum Tragen kommen, wäre das Museum wieder attraktiver. Wir pflegen mit der Kirchengemeinde eine gute Zusammenarbeit, das hat sich beim Weihnachtsmarkt in Wittichen im Dezember vergangenen Jahres wieder gezeigt“, hob Maier hervor.
Neue Beleuchtung mit LED-Technik erforderlich
Mit einem Elektriker und einem Schreiner sei er schon im Museum gewesen und werde alsbald jeweils ein Angebot von ihnen erhalten. Ganz wichtig sei die Umstellung der Beleuchtung auf LED, wodurch die Exponate sprichwörtlich in einem besseren Licht erscheinen würden. Und es brauche auch einen neuen Sicherungsschrank. „Es wäre gut, wenn wir diesen Weg gehen würden. Im April findet die Leader Auswahl-Sitzung statt“, gab Maier bekannt.
Holzwurmschäden sanieren
Werner Kaufmann sprach von einer guten Sache und wies auf vor Jahren festgestellte Holzwurmschäden von Ausstellungstücken hin, die behoben werden müssten. Hierzu, so Maier, müsse ein Fachmann hinzugezogen werden. Dabei gehe es auch um die ordentliche Lagerung, da das Gebäude nicht beheizt werde.
Da während der Öffnungszeiten immer eine Aufsicht zugegen sein müsse, werde eine Öffnung jeden Sonntag in den Sommermonaten, wie ein anderes Ratsmitglied ins Spiel brachte, nicht funktionieren. Willi Intraschak empfahl jedem, das Museum zu besichtigen. Einstimmig befürwortete das Ratsgremium die von Heinzelmann und Maier vorgeschlagene Vorgehensweise.
Info
Das Leader-Regionalbudget
fördert in ländlichen Regionen Kleinprojekte mit Investitionen bis 20 000 Euro, um die regionale Identität zu stärken. Die Förderhöhe beträgt bis zu 80 Prozent.
Die Projektträger
müssen dabei in der Lage sein, den Förderbetrag vorzufinanzieren.