Theater in Trichtingen
: Kaufhausrettung mit Bürgermeister als Überraschungsgast

Für höchst amüsante Unterhaltung und jede Menge Beifall sorgte die Trichtinger Theaterspielgruppe mit drei ausverkauften Abendvorstellungen der turbulenten Komödie „Kaufhaus in Trouble“ von Winnie Abel. Mancher Schauspieler musste spontan in seine Rolle schlüpfen.
Von
Sylvia Fahrland
Oberndorf
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Charlie Maschmaurer (Thomas Pönisch) und Kaufhauserbe Marlon von Dickeschanz (Hans Rinker) im Zwiegespräch.

Fahrland

Auch der Kinder- und Seniorennachmittag war sehr gut besucht. Zwölf Laienschauspieler in bester Spiellaune schlüpften nach 34 Proben in Kostüm und Maske, um mit markanten Charakterrollen die Lachmuskeln ihrer Gäste in der Turn- und Festhalle zu strapazieren.

Regisseurin Claudia Heckele und Markus Knöpfle, der mit ihr für das Bühnenbild verantwortlich zeichnete, Souffleur Eberhard Reich, Siggi Braun (Maske) sowie Thorsten Hils und Reiner Weiss (Technik) trugen ihren Anteil zum großen Erfolg bei.

Der Vorsitzende Markus Hils dankte allen Sponsoren, die den Kauf des Vereinsanhängers für Kulissen und Ausstattung ermöglicht haben. Für den Ausbau eines neuen Proberaums im alten Trichtinger Rathaus werde man erneut auf Spenden angewiesen sein.

„W-LAN“ ist „W-lahm“

Zum Stück: Humorvoll dreht sich der Dreiakter um ein großes Warenhaus mit Absatzproblemen. Außer der wunderlichen Stammkundin Franziska Wittgen (Thea Langenbacher) verirrt sich nur selten ein Kunde zu den Verkäuferinnen Suse (Rosemarie Kübler) und Gina (Katja Knöpfle) in die Abteilung Mode und Haushalt.

Selbst das Personal findet die von der Zentrale georderten T-Shirts „so schön wie Hautausschlag.“ Das W-LAN ist eher „W-lahm“, was Schnäppchenjäger wie Ramona Sparfuchs (Petra Awiszus) aber nicht daran hindert, die Ware für ein paar Euro weniger im Internet zu bestellen.

Sie liefert sich mit ihrem Mann, Fußball-Freak Felix (Robin Haage), einen Schlagabtausch voller Missverständnisse und hat noch nicht einmal 50 Cent für die resolute Putzfrau Ute (Waltraud Schnaidt) übrig, die vor den Toiletten „so tut, als ob sie arbeitet, solange ihr Arbeitgeber nur so tut, als ob er anständig zahlt“.

Online aufs Klo gehen

Mit markigen Sprüchen fordert sie Online-Kunden auf, gefälligst online aufs Klo zu gehen, und setzt kurzerhand eine Vertretung aus dem Publikum (bei der Abendpremiere Jörg Schaal) mit Kopftuch auf ihren Posten.

Aufgerüttelt werden die Kolleginnen von der Meldung, KauDi stehe haarscharf vor der Insolvenz. Die Gefahr massiver Stellenstreichungen und Filialschließungen bestätigt sich bei der Betriebsversammlung.

Ganz schön was los bei KauDi mit Klima-Kleberin Emma und einem Statisten aus dem Publikum, der für Putzfrau Ute die Stellung halten soll.

Foto: Fahrland

Die großspurigen Beteuerungen von Filialleiter Bert Köhler (Reiner Weiss), jede Stelle wie ein Löwe zu verteidigen, fallen wie ein Kartenhaus zusammen, als im Auftrag von Kaufhaus-Erbe Marlon von Dickeschanz (Hans Rinker) der überdrehte Unternehmensberater Charlie Maschmaurer (Thomas Pönisch) auftaucht.

Er will Tempo und echte Verkaufstalente sehen, für die ein „Nein“ gegenüber Kunden ein Fremdwort ist und die selbst „den ramschigsten Restposten als Edel-Seller“ vermarkten. Da er sich mit der Stoppuhr an die Fersen der Mitarbeiter heftet, legen diese eine enorme Kreativität bei der Vorspiegelung falscher Tatsachen an den Tag, um ihre Jobs zu retten.

Mark Prielipp auf der Bühne

Die ideenreiche Gina überspielt gekonnt die Patzer der vergesslichen Suse und stiftet Cousin Sammy (Tommy Bartosch) zu teuren Scheinkäufen an. Sogar örtliche Persönlichkeiten wie Bürgermeister Mark Prielipp und „Raumbestatter“ Chris Heckele fanden sich als Unterwäschekäufer kurzzeitig auf der Bühne wieder und machten den Spaß zur Freude der Zuschauer mit.

Als unverhofft Berufssoldat Mark (Markus Hils) im Tarnanzug auf Heimaturlaub kommt, erklärt Gina ihren Freund kurzerhand zum Einkäufer mit Großauftrag. Dass das Paar in der Umkleidekabine Wiedersehen feiert, bis die Wände wackeln und die Klamotten fliegen, ist nur eine von vielen kuriosen Szenen.

Klima-Kleberin löst Chaos aus

Noch mehr Chaos löst Klima-Kleberin Emma aus (am Freitag Petra Awiszus in einer Doppelrolle, am Samstag und Sonntag Leonie Harschagi), kurz bevor Inhaber Dickeschanz zum Kontrollbesuch anrückt. Er erfährt, getarnt als Putzfrau, auf Lauschposten Haarsträubendes.

Welche Geheimnisse Franziska und Maschmaurer hüten, und mit welchen Tricks das Kaufhaus gerettet wird, sei hier nicht im Detail verraten.

Das Stück wird beim Gastauftritt am 5. April um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Brittheim beim Heimat- und Wanderverein nochmals aufgeführt.

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