Seit 50 Jahren in Schiltach
: „Trautwein Mode & Tracht“ vereint Tradition und Moderne

Seit 50 Jahren ist „Trautwein Mode & Tracht“ in Schiltach verwurzelt. Das Familienunternehmen hat sich immer wieder neu erfunden und trotzt den Herausforderungen im Handel.
Von
Niklas Ortmann
Oberndorf
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Christiane und Heide Trautwein haben die 50-jährige Erfolgsgeschichte von „Trautwein Mode & Tracht“ geprägt.

Niklas Ortmann

Das Büro, in dem Christiane Trautwein heute die Geschäfte leitet, ist der Ort, an dem 1975 alles begann. Zumindest das Mode-Kapitel in der langen Geschichte der Familie Trautwein in Schiltach, die in ihrer Gerberei an der Kinzig schon seit dem 17. Jahrhundert Leder und Felle herstellt.

Ein Händler sprach damals in besagtem Büro bei Heide Trautwein vor, die mit dem Gerber Karl Trautwein verheiratet war, und ließ eine Kleiderstange Lederjacken bei ihr. Lederjacken und die Gerberei, das passt doch, muss sich der Vertreter gedacht haben – und er sollte recht behalten: Die ersten Lederjacken waren schnell vergriffen, so dass Heide Trautwein mehr davon einkaufte. Der Absatz wuchs in den Folgejahren und mit ihm das Ladengeschäft, das für den Verkauf von Kleidung neben der Gerberei eröffnet wurde.

Die Trends erkannt

Lederjacken findet man bei Trautwein heute immer noch, aber diese haben längst nicht mehr den Stellenwert wie vor zwei oder drei Jahrzehnten. Man sehe sie ja höchstens noch im „Tatort“, scherzt Christiane Trautwein, die das Modegeschäft 2012 von ihrer Mutter übernommen hat und mit ihrer Schwägerin Nicole führt.

Es ist nicht die einzige Trendwende, auf die die Familie in den 50 Jahren reagieren musste – und das auch tat: Pelzmode, die bei den Kunden einst gefragt war, lasse sich heute gar nicht mehr verkaufen, erklärt Christiane Trautwein. Die Familie erkannte diesen Abschwung früh und setzte auf Trachten und später auch auf Mode – die beiden Bereiche, nach denen das Geschäft heute benannt und wofür es bekannt ist. Zeitlos sind auch die Felle aus der von Carl-Friedrich Trautwein geführten Gerberei, die ebenfalls im Geschäft verkauft werden.

Auch Felle aus der Gerberei werden im Geschäft verkauft.

Foto: Niklas Ortmann

Ausgewählte Marken

Trends kamen, Trends gingen, geblieben ist der Anspruch an Qualität und Stil. Auf beides achten Trautweins bei der Auswahl der Marken. Aber nicht nur das Angebot muss stimmen, sondern auch der Service. „Unser Anspruch ist, dass jeder Beratung kriegt“, betont Christiane Trautwein. Im Zeitalter des Online-Handels sei das umso wichtiger. Denn die Geschäftsführerin spricht offen darüber, dass dieser ihnen „bemerkenswert viel Umsatz genommen hat“. Einen Online-Shop betreiben Trautweins aber nicht, denn ein solcher sei „wie eine zweite Filiale“.

Stattdessen setzen sie auf den Tourismus – und eben die Kundenbeziehung. Diese fördern sie nicht nur mit ihrer „WunderBAR“ im Laden, sondern auch mit regelmäßigen Events wie dem Oktoberfest im Herbst.

Auch wenn die Herausforderung groß sei, neue Kunden zu gewinnen, blickt Christiane Trautwein optimistisch in die Zukunft und sieht die Weichen dafür gestellt, dass der Betrieb auch in Zukunft in den Händen der Familie bleibt.

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