Schiltacher Flößer auf Reisen
: Diese besondere Ehre wird Thomas Kipp in Lettland zuteil

Eine stattliche Abordnung der Schiltacher Flößer war beim internationalen Flößertreffen in Strenci in Lettland am Fluss Gauja.
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(red/pm)
Oberndorf
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Sie waren von der lettischen Gastfreundschaft begeistert (von links): Hartmut Brückner, Anita Brückner, Evelyne Schinle, Otto Schinle, Klaus Maier, Waltraud Maier, Thomas Kipp, Elke Kipp, Frieder Wolber und Margarita Wolber.

Flößer

Der mehr als 400 Kilometer lange Fluss durchströmt das baltische Land und mündet in der Nähe der Hauptstadt Riga in die Ostsee. Die Grenze zu Russland ist nahe und die Spannung durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine ist laut Mitteilung der Flößer spürbar.

So wollten auch die Schiltacher Flößer ihre Solidarität zu den lettischen Freunden bekunden. Bereits 2014 hatten sie an einem Treffen in Lettland teilgenommen und Freundschaften geschlossen.

In einem Internationalen Flößercamp hatten etwa 40 Jugendliche aus verschiedenen europäischen Ländern schon eine Woche davor zwei Flöße mit jeweils neun Gestören aus etwa 500 Baumstämmen zusammengebaut – unter Anleitung erfahrener Flößer aus Lettland. Auf jedem Floß war ein Kochtopf an einem Dreibein über einem Lagerfeuer befestigt. Man wollte die Gäste mit einem landestypischen Gericht auf dem Floß verpflegen.

Mehrstündige Floßfahrt

Bei schönem Wetter fand die mehrstündige Floßfahrt auf dem Fluss Gauja statt. 150 Teilnehmer aus elf europäischen Ländern hatten sich auf die zwei langen Flößen verteilt und konnten eine ruhige Floßfahrt in herrlicher Umgebung genießen. Zur Mittagszeit wurde der deftige Eintopf gereicht mit köstlichem lettischem Brot.

Die erfahrenen Ruderer aus Strenci beherrschten ihr Handwerk und hatten wenig Mühe, das Floß in der Fahrrinne zu halten und auch umgestürzten Baumstämmen auszuweichen.

Die Hauptversammlung der internationalen Flößervereinigung wurde souverän vom Präsidenten aus Deutschland, Frank Thiel, geleitet. Sieben Einzelmitglieder wurden erstmals in die Vereinigung aufgenommen, so auch der Schiltacher Floßmeister Thomas Kipp. Außerdem wurden drei neue Mitgliedsvereine aufgenommen, darunter Flößer aus Kitayama in Japan.

Ähnlichkeiten in Japan

Der Transport von Holz auf Flüssen fand in allen Erdteilen statt und so ist die Floßtechnik im japanischen Kitayama durchaus mit der Gestörflößerei im Kinzigtal vergleichbar.

Nach einer weiteren Floßfahrt tags darauf stellten sich die Vereine in bunten Kostümen und Trachten in einem feierlichen Umzug dem Publikum. Die Schiltacher Flößer wurden durch ein Mädchen in lettischer Tracht angeführt.

Ziel dieser Treffen ist, die jeweilige Flößerei zu demonstrieren, Erfahrungen auszutauschen, Land und Leute kennenzulernen, Freundschaften zu pflegen und einen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten. Der Flößerverein aus Strenci bot hervorragende Gastfreundschaft und präsentierte die Vielfalt der lettischen Kultur mit Gesängen und Tänzen im großen Freilichttheater.

Besuch einer Brauerei

Natürlich durfte auch ein Besuch in einer lettischen Bierbrauerei nicht fehlen, wobei die Biersorten verkostet werden konnten. Das lettische Wort „Alus“ für Bier war schnell verstanden und bekanntlich schmeckt „Freibier“ am besten.

Unvergesslich sind für alle Teilnehmer das Flusspanorama am Gauja-Ufer. In kleinen Ständen wurden landestypische Köstlichkeiten und Souvenirs angeboten. Spät in der Nacht wurde auf einer Anhöhe unter dem Jubel der Zuschauer eine Feuer-Skulptur entzündet, die hell in die Nacht strahlte.

Besuch von Riga

Nach Ende des Treffens hatten die Schiltacher Gelegenheit, die ehemalige Hansestadt und heutige Hauptstadt Riga kennenzulernen. Vom Turm der Petrikirche konnten man einen Ausblick auf die Altstadt und den Fluss Daugava genießen. Ein weiteres Highlight war ein Konzert auf einer der größten Walker-Kirchenorgeln der Welt im Dom zu Riga und einen Besuch der riesigen Zeppelinhallen, dem großen zentralen Lebensmittelmarkt Rigas.

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