Obst- und Gartenbauverein Schiltach
: Was es beim Sommerschnitt an Obstbäumen zu beachten gilt

Wann der Sommerschnitt vorgenommen werden sollte und was es dabei zu beachten gilt, erfuhren die Teilnehmer bei einem Kurs in Schiltach.
Von
(red/pm)
Oberndorf
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Die Teilnehmer lauschten interessiert dem Vortrag von Obst- und Gartenfachwart Hans-Peter Walter.

OGV

Trotz angekündigten Regens folgten 18 Teilnehmer aus dem gesamten Kinzigtal und dem Landkreis Rottweil der Einladung des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Schiltach zum Schnittkurs Sommerschnitt am Obstgehölz. Veranstaltungsort war der Garten der Familie Walter auf dem Schlossberg.

Während der Winterschnitt weithin bekannt und verbreitet ist, führt der Sommerschnitt, also das Schneiden von Obstbäumen im belaubten Zustand, häufig noch ein Schattendasein. Obst- und Gartenfachwart Hans-Peter Walter erläuterte anschaulich die Vor- und Nachteile sowie die Anwendungsmöglichkeiten dieser Pflegemaßnahme.

Ein zentraler Unterschied: Der Sommerschnitt wirkt wachstumshemmend und ist daher besonders bei stark wachsenden Bäumen ein nützliches Werkzeug zur Regulierung des Triebwachstums im nächsten Jahr. Zudem verheilen Schnittwunden im Sommer wesentlich schneller, während sie im Winter über Wochen hinweg als Eintrittspforten für Schaderreger offenbleiben.

Mit Hand statt mit Schere

Ziel des Sommerschnitts ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Fruchtbehang und Jungtrieben sowie eine bessere Lichtdurchflutung der Baumkrone. Dabei kommt oft nicht die Schere, sondern die Hand zum Einsatz. Die senkrecht nach oben wachsenden Wasserschosse können ab Juni – solange sie noch nicht verholzt sind – mitsamt ihren schlafenden Augen herausgerissen werden.

Die Teilnehmer zeigten sich beeindruckt, wie einfach diese Methode, der sogenannte „Sommer oder Juniriss“ in der Praxis umzusetzen ist. Ebenfalls überraschend war für viele die Erkenntnis, dass aus einem Wasserschoss bei entsprechender Anwendung ein neuer Leitast herangezogen werden kann, wie es in der Mitteilung des OGV heißt.

Der Zeitpunkt muss stimmen

Hans-Peter Walter betonte jedoch, dass der Sommerschnitt frühestens Ende Juli erfolgen sollte. Ein zu früher Schnitt kann zu unerwünschtem Neuaustrieb oder gar einer zweiten Blüte führen. Wird hingegen zum richtigen Zeitpunkt geschnitten, kann der „Winterschnitt“ in vielen Fällen entfallen. Ausnahmen bilden schwach wachsende Bäume, sowie Jungbäume bei denen ein Erziehungsschnitt im Winter notwendig bleiben.

Im weiteren Verlauf des Kurses wurden die Unterschiede zwischen verschiedenen Erziehungsformen – vom Spindelbaum bis zum Hochstamm – sowie zwischen den Unterlagen und Obstsorten vom Apfel bis zur Walnuss thematisiert.

Zum Abschluss erhielten die Teilnehmender noch eine kurze Einführung in den Sommerschnitt bei Beerenobst.

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