Nachwuchs in Oberndorf
: Kinder- und Jugendarbeit bleibt eine Mammutaufgabe

Wie läuft es in den Jugendclubs? Was wünschen sich die Jugendlichen von ihrer Stadt? Und welche Rolle spielt Kinderarmut in Oberndorf? Antworten darauf gab's jetzt.
Von
Jasmin Cools
Oberndorf
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Rund 300 Kinder und Erwachsene waren 2025 wieder beim Fez um die Wafa dabei. Neben Veranstaltungen wie diesen gehört aber noch einiges mehr zu den Aufgaben des Kinder- und Jugendbüros.

Lisa Schneider

Die einen müssen sich erst wieder neu zusammenfinden, die anderen laufen quasi von allein. Klar ist: Die acht Jugendeinrichtungen in Oberndorf, von denen sieben von jungen Oberndorfern selbst verwaltet werden, bieten nicht nur einen Treffpunkt, sie legen auch den Grundstein für künftiges ehrenamtliches Engagement. Das und vieles Weitere machte der Bericht des Kinder- und Jugendbüros im Verwaltungsausschuss deutlich.

Angebote für Kinder und Jugendliche gibt es in Oberndorf einige. Da wären etwa der Leseclub, der in Kooperation mit der Bürgerstiftung und der Stadtbücherei bildungsbenachteiligte Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren fürs Lesen begeistern soll. 2025 nahmen daran und am „Leseclub auf Tour“ in Aistaig, Beffendorf, Hochmössingen und auf dem Lindenhof insgesamt rund 160 Kinder teil.

Politische Bildung

Neben Angeboten zur politischen Bildung, wie dem kreisweiten Jugendforum zur Bundestagswahl und der Jugendbeteiligung der achten Klassen – in den Workshops wurde unter anderem darüber informiert, wie Jugendliche sich und ihre Ideen einbringen können –, gab es auch kreative Aktionen wie ein Graffiti-Projekt mit Künstler Konstantin Müller, bei dem neue Schilder für den Jugendtreff Linde 13 gestaltet wurden. Die Idee für eine Fortsetzung haben die Mitarbeiter des Kinder- und Jugendbüros auch schon entwickelt: So könnten die Wände im Stadtgarten etwas Farbe vertragen, finden sie.

Ferien- und andere Angebote

Ein Highlight der Kinder- und Jugendarbeit war auch 2025 das Ferienprogramm „Sommerspass". Mehr als 190 Kinder von sechs bis 16 Jahre nahmen insgesamt an den 25 Angeboten teil, außerdem rund 300 Kinder und Erwachsene am „Fez um die Wafa“, der im jährlichen Wechsel mit der Kinderspielstadt Okidorf stattfindet, und bei dem von der Hüpfburg bis zum Bobbycar-Rennen alles geboten ist.

Für das diesjährige Okidorf werden übrigens fast 60 Betreuer am Start sein: Nachdem man mit der Ehrenamtspauschale hochgegangen sei, sei man regelrecht überrannt worden, sagte Bondzio auf Nachfrage von FWV-Stadtrat Michael Haas.

Neben Partys, wie beispielsweise dem Keller-Rave und der OJA-90er-Party, beteiligten sich einige Jugendliche auch am Stadtteilspaziergang in Oberndorf und an der dazugehörigen Umfrage. Dabei wurden auch allerhand Ideen gesammelt für die Innenentwicklung der Stadt gesammelt. Eine davon: öffentliche Fitnessplätze für Oberndorf.

Die Jugendclubs

Eine wichtige Aufgabe des Kinder- und Jugendbüros ist die Begleitung der selbstverwalteten Jugendräume. Die Erfahrung zeige, dass die Jugendlichen lernten, Verantwortung zu übernehmen und sich für das Gemeinwohl zu engagieren, erklärte Stadtjugendpflegerin Christiane Bondzio den Oberndorfer Stadträten. Viele, die sich einst in einem Jugendclub engagiert hätten, setzten sich nun auch in Vereinen oder in der Kommunalpolitik ein.

Ein „Selbstläufer“ und der einzige eingetragene Verein sei der Jugendclub Altes Badhaus in Beffendorf. Dort fänden regelmäßig Aktivitäten und Veranstaltungen statt.

Rund läuft es auch im JC Bochingen, im Jugendhaus Hochmössingen – da sei gerade erst erfolgreich ein Generationswechsel vollzogen worden – und im Jugendclub Aistaig. Im JC Boll, der eher unregelmäßig geöffnet habe, laufe gerade ein Generationswechsel.

Beim Waggon Altoberndorf handle es sich eher um einen Cliquentreff mit spontanen Öffnungszeiten. Die besondere Problematik: Da der Waggon nicht beheizbar sei, werde er im Winter kaum mehr genutzt, so Christiane Bondzio. Schwierig sei es gerade beim Jugendtreff Lindenhof. Dort finde keine regelmäßige Öffnung mehr statt. Jetzt stehe die Reaktivierung des Treffs mit der Suche nach einem neuen Team an. Gründe für die Schwierigkeiten sieht Bondzio unter anderem darin, dass natürlich gewachsene Strukturen nicht so ausgeprägt sind wie in den Teilorten.

Der jüngste Jugendclub in Oberndorf ist der „Club 13“ in der Kernstadt, der in der Regel freitagabends geöffnet sei. Ein großer Vorteil des Standorts: Die Jugendlichen können den Keller der „Linde 13“ für Partys nutzen.

Der Jugendtreff Linde 13, der dienstags bis freitags am Nachmittag und einmal im Monat auch freitags geöffnet hat, wird derweil vom Team des Kinder- und Jugendbüros betreut und richtet sich an alle ab zehn bis maximal 27 Jahre. Dort gibt es Mitmachangebote vom Kochen bis zum Basteln, gemeinsame Spiele und Sportangebote. Bis zu 50 Besucher seien es pro Öffnungstag.

Personelle Veränderungen

Darüber hinaus leistet das Team des Kinder- und Jugendbüros auch viel Unterstützung im Einzelfall. Dabei geht es beispielsweise um das Finden von Hilfestellen und Kontakte zum Jugendamt und zu Fachkliniken.

Aktuell gehören zum Team des Kinder- und Jugendbüros Sabrina Werner und Christiane Bondzio, jeweils mit einem Stellenumfang von 75 Prozent. In diesem Jahr wird es jedoch große Veränderungen geben. Christiane Bondzio hat zum 1. September gekündigt. Die Neuausschreibung der Stelle sei bereits erfolgt, hieß es im Verwaltungsausschuss.

Sabrina Werner wird angesichts des nahenden Ruhestandes der Seniorenbeauftragten Gabriele Schneider ab Oktober ins Seniorenbüro wechseln. DHBW-Studentin Lilli Wilke wird ihre Nachfolge antreten und zu 75 Prozent im Kinder- und Jugendbüro und zu 25 Prozent im Seniorenbüro eingesetzt.

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