„Marsch des Lebens“ in Oberndorf
: Das Vermächtnis der Überlebenden

Mit einem „Marsch des Lebens“ weisen auch in Oberndorf zahlreiche Menschen auf den Antisemitismus von gestern und heute hin.
Von
Hans-Dieter Wagner
Oberndorf
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Am Bahnhof versammeln sich die Teilnehmer zum „Marsch des Lebens“ in Oberndorf.

Wagner

Zum „Marsch des Lebens“ unter dem Motto „Wir schweigen nicht! Für Israel und gegen Antisemitismus“ versammelten sich am Montagabend rund 60 Menschen auf dem Vorplatz des Oberndorfer Bahnhofs.

Mit Fahnen, Transparenten sowie Musik- und Wortbeiträgen unterstrich man die Ziele der „Marsch des Lebens Bewegung“: die Geschichte des Antisemitismus in den Städten, Familien und Kirchen aufzuarbeiten und sich diesem entschlossen entgegenzustellen. Initiator Jürgen Nähr erinnerte an den Überfall der Hamas am 7. Oktober 2023, bei dem mehr als 1000 Menschen ermordet und rund 250 als Geiseln verschleppt wurden.

Einer von weltweit mehr als hundert Gedenkmärschen

Mit der Botschaft „Erinnern – Versöhnen – Ein Zeichen setzen“ findet 2025 nicht nur die Veranstaltung in Oberndorf statt, sondern weltweit treffen sich rund um den jüdischen Gedenktag Jom haScho’a, der in diesem Jahr auf den 24. April fiel, zahlreiche Menschen, um in mehr als 100 Märschen das Vermächtnis der Holocaust-Überlebenden weiterzutragen und auf die Geschichte des Antisemitismus und den Antisemitismus von heute offen hinzuweisen.

Auch in der Hölderlinstraße – hier wird an Georg und Maria Gutmann erinnert – macht der Gedenkmarsch Station.

Foto: Wagner

Am Montagabend lag der Schwerpunkt des diesjährigen Marsches bei den Wohnhäusern, vor denen 2024 Stolpersteine zum Gedenken an die früheren jüdischen Bewohner verlegt worden waren. Vom Bahnhof bewegte sich der Zug über die Neckarstraße hin zur Hölderlinstraße.

Hier erinnerte man an Georg und Maria Gutmann, die ihr Haus verlassen mussten, um 1939 vor den Nationalsozialisten zu flüchten. Auch die Stolpersteine am Talplatz und in der Bahnhofstraße wurden aufgesucht, und man gedachte der jüdischen Mitbürger Eppstein und Löwenstein, die hier einst gewohnt hatten und verfolgt worden waren.

„Stolpersteine“ vor dem Gedenkzug gereinigt

Bereits am 14. April hatte das Team Schwarzwald diese von Gunter Demnig geschaffenen und 2024 verlegten Steine gereinigt, um die Schrift darauf wieder sichtbar zu machen. Das Putzen sollte zudem „auch ein symbolischer Akt der Erinnerung und ein Zeichen gegen Antisemitismus sein“.

Nachdem man lange und innig der Opfern des Nationalsozialismus gedacht hatte, zogen die Teilnehmer zurück zum Bahnhof, wo die Veranstaltung stimmungsvoll ausklang.

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