Kunst in Sulz
: Aus Kartoffel wird Spinne

Im Park hinter dem Gasthaus „Krone“ in Renfrizhausen schufen Künstler aus dem Bekanntenkreis von Kuratorin Heike Wössner Kunstwerke zum Thema „Natur und Kunst – Landart, Bildhauerei, Malerei!“.
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(red/pm)
Oberndorf
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Aus Kartoffeln und Kartoffelpflanzen entstehen eine Spinne und ein Spinnennetz.

Rebmann

Mächtige alte Bäume und Gebüsch, das an einen verwunschenen Märchenpark erinnert, verdecken am Entree den Blick auf den dahinter liegenden Park, ein Rinnsal, von einer Quelle gespeist, plätschert leise vor sich hin – dieses Ambiente empfing die vielen Gäste, bevor sie die sich dann öffnende Grünanlage betraten.

Freiheit für Interpretationen

Hier haben sich die Kunstschaffenden ihre Ateliers eingerichtet. Neben einem etwa 20 Meter hohen Baum bearbeitet ein Künstler einen Ast mit Hammer und Stechbeitel, eine Künstlerin flicht Weiden zu einem Rettungsboot. Hierbei erhält sie Unterstützung von den anderen: „Das ist auch das Besondere hier – man erhält sofort nette Hilfe, wenn man jemanden zum Beispiel zum Festhalten braucht“, sagt Katharina Herrmann, Kunsthistorikerin und Professorin für Steinhauen und Holzbildhauen an der Waldorfschule in Überlingen.

Ein paar Schritte weiter entstehen – lediglich aus Kartoffeln und Kartoffelpflanzen – Spinne und Spinnennetz. Versteckt in einer Nische im Gebüsch lässt ein Künstler ein Werk aus Geäst und Gras entstehen, das der Interpretation völlige Freiheit lässt.

Ein „sicherer Hafen“

Die Initiatorin selbst flicht aus Weiden ein „Loch“ zwischen zwei großen Birken: „Ich finde das interessant, weil es von der einen Seite vor dunklem, von der anderen vor hellem Hintergrund wirkt.“

Natürlich wird auch der kleine Bach in die Szenerie mit eingebunden – Christa Schäfer aus Großengstingen legt aus Holzstäbchen und Tonschiffchen einen „Sicheren Hafen“ an.

„Ich bin überwältigt und fasziniert davon, dass aus dem einfachen Gedanken, den schönen Park zu bespielen, letztendlich so etwas Großes geworden ist. Die Künstler und die Gäste waren begeistert“, ist die Initiatorin auch Tage danach noch „geplättet“. Auf einem Markt stellten die Künstler ihre Werke aus. Dabei waren auch Kunsthandwerker, die ihre Waren etwa zu den Themen „Ton“ oder „Holz-Upcycling“ feil hielten.

Fachgespräche zwischen Künstlern

Bei der Finissage durch das „Naturatelier“ standen die Kunstschaffenden gerne Rede und Antwort. Den Samstagabend bereicherte getragene Musik am E-Piano, an der Gitarre und dem Akkordeon, gespielt von Felix Schäfer. Entfachtes Lagerfeuer, Filme zum Thema Kunst und Fachgespräche zwischen Künstlern und Interessierten beschlossen einen wundervollen Tag.

Auch am Sonntag war das Interesse an dem Künstler- und Kunsthandwerkermarkt erfreulich groß, was in Heike Wössner und ihren Freunden den Gedanken wachsen lässt, die Veranstaltung zu etablieren.

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