Konzert in der Oberndorfer Klosterkirche
: „Zwischendurch dramatisch, dann wieder cool“

Das Collegium Musicum Oberndorf bereitet sich mit bestens motivierten Solisten auf ein ebenso vielgesichtiges wie spannendes Heimspiel vor.
Von
Alwin Weber
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Auch die Solisten Jonathan Nestler (von links) und Mario de Secondi proben unter der Leitung von Nadine Nestler intensiv aufs Konzert am Samstag vor.

Weber

Für das Konzert des Collegium Musicum am Samstag, 16. November, 17 Uhr, in der ehemaligen Augustiner-Klosterkirche proben die Spieler zusammen mit den Solisten Mario de Secondi und Jonathan Nestler (beide Violoncello) unter Leitung von Nadine Nestler intensiv.

Auf dem Programm stehen Werke von Christoph Willibald Gluck (Sinfonie in G-Dur), Antonín Dvořák „Rondo in g-Moll Op. 94), Alfredo Carlo Piatti (Serenata für zwei Celli), Antonio Vivaldi (Concerto per due Violoncelli ed Archi) und Wolfgang Amadeus Mozart (Sinfonie in G-Dur).

Herausforderung für die Cellisten

Vivaldis Concerto bietet im ersten Satz Barockmusik pur: Zehn Takte gehören nur den beiden Celli und dem Kontrabass (Basso continuo) ehe das Orchester dazukommt. Für die Solisten ein sehr anspruchsvoller Satz. Auch das sehr melodische Andante ist über weite Strecken den beiden Celli vorbehalten.

Im abschließenden dritten Satz wurde klar, dass fließende Übergänge zwischen Solistenpassagen und gesamtem Orchester erarbeitet werden müssen. Ebenso verlangte die Dirigentin ein genaues Einhalten der dynamischen Bezeichnungen – „zwischendurch dramatisch, dann wieder cool“. Mit Zweiunddreißigsteln für die Celli ergeben sich wirklich hochdramatische Stellen, die aber bei Vivaldis Musik immer wieder harmonisch geglättet werden.

Feinste Unterhaltungsmusik für erlauchte Badegäste

Die Probe zur Serenata für zwei Celli von Alfredo Carlo Piatti brachte Musik aus der Mitte oder dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts zu Gehör. Es ist die Zeit, in welcher Kurorchester einem wohlhabenden Publikum in den Bäderbrennpunkten wie Bad Ischl, Karlsbad, Marienbad oder Baden-Baden die Zeit mit so harmonisch klingender Musik auf das Angenehmste vertrieben.

Es lässt sich kaum heraushören, welche Schwierigkeiten diese so wunderschöne Musik den Ausführenden bereiten kann; Nadine Nestler zeigte die Heimtücken auf, die gerade bei langsamen Stellen besonders zu Tage treten können – und sie korrigierte auch diese. Das Einbinden der Solisten ins Orchesterspiel wurde immer wieder verfeinert. Hat Piatti in dieser Serenade auch in die Melodienschatztruhe der ungarischen Volksmusik gegriffen?

Start in die Klassik

Bei der Sinfonie in G-Dur von Gluck, dem größten deutschen Opernkomponisten und -refomator des 18. Jahrhunderts, darf man sich auf eine Komposition freuen, die am Übergang von den pompösen Werken des Rokoko zur beginnenden Klassik steht.

Zum Finale noch einmal ein großes Werk

Mit Dvořáks Rondo in g-Moll hat das Collegium Musicum den für diesen Abend zeitnächsten Komponisten ins Programm gestellt. Mit drei Themen gestaltet Antonín Dvořák das Werk, wobei er Motive seiner Komposition „Aus dem Böhmerwald“ benutzt. Aus einer gewissen Beschaulichkeit entwickelt sich große Dramatik. Am Schluss steht die Sinfonie in G-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart – ein großes Werk, das sich auch von einem Kammerorchester authentisch aufführen lässt.

Der Rottweiler mit Biss
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus Rottweil und Umgebung Montag bis Samstag im kompakten Überblick.