Immer mehr Straßen betroffen: Wilder Müll und Ratten in Oberndorf

Immer wieder kommt es, insbesondere auf dem Lindenhof – hier an den Containern nahe des Sportplatzes – zu den wilden Müllablagerungen.
privatSie geben den Straßen nicht nur ein schäbiges Aussehen, sie ziehen auch noch Ungeziefer an und können damit für ein Gesundheitsrisiko sorgen: Wilde Müllablagerungen sind ein Dauerproblem in Oberndorf, insbesondere auf dem Lindenhof, und stören die Bürger zunehmend. Diese wenden sich hilfesuchend an unsere Redaktion.
„Friedrich-List-Straße, Steinbeisstraße und der Aspenweg auf dem Lindenhof werden mit zunehmender Geschwindigkeit zum Sammelpunkt von jeglichem Unrat. Die Rattenplage nimmt zu – verständlich“, äußert ein Bürger uns gegenüber seine Beobachtungen.
„Hinweisschilder helfen nicht“
Immer wieder findet man, oft nahe Containern, alte Kleidungsstücke, Bettzeug und Ähnliches, das einfach hingeworfen wurde, zudem gelbe Säcke, oft mit Essensresten oder -rückständen darin, die wiederum Ungeziefer auf den Plan rufen.
„Was will, oder was kann die Stadtverwaltung unternehmen? Wie kann dies zukünftig verhindert werden?“, will der Bürger wissen. Und sagt: „Teure Hinweisschilder mit appellierenden Texten helfen aus Erfahrung nicht.“
Kontrollfahrten finden bereits statt
Bei Müllablagerungen in oder bei einer Kommune, ist diese für die Entsorgung zuständig. Wir fragen bei Bürgermeister Matthias Winter nach. Sind Kontrollfahrten eine Möglichkeit, des Problems des wilden Mülls Herr zu werden? „Die von Ihnen angesprochenen Kontrollfahrten finden bereits statt“, heißt es dazu vom Bürgermeister.
Die Bürgerschaft könne sich bei Beobachtungen dieser Art direkt an das Entsorgungsunternehmen wenden. „Selbstverständlich steht aber auch die Stadtverwaltung jederzeit gerne zur Verfügung“.
Auch in Bochingen und Aistaig unterwegs
Das Thema Ratten ist ebenfalls kein neues und beschränkt sich auch nicht auf den Lindenhof. Auch in Bochingen wurden bereits mehrfach Ratten in der Ortsmitte gesichtet. Das Thema kam im Oktober im Ortschaftsrat auf den Tisch. Die angenommene Ursache: unsachgemäß entsorgter Biomüll.
In Beffendorf türmen sich derweil an den Altglas- und Kleider-Containern ebenfalls unzählige Müllsäcke, wie uns ein Bürger mitteilt und mit einem Foto belegt.
In Aistaig kam das Problem im November auf den Tisch. Von städtischer Seite hieß es, werde ein Befall gemeldet, so würden die Kanäle systematisch beködert und die Anwohner informiert, um die Rattenpopulation einzudämmen und die Verbreitung von Krankheiten zu verhindern.
Das Ordnungsamt stellte klar: „Müll gehört ausschließlich in die Behälter und sollte niemals daneben abgestellt werden. Gelbe Säcke sollten möglichst bis zur Abholung unzugänglich für Ratten gelagert werden. Die Lagerung von Abfällen oder Sperrmüll soll vermieden werden.“ Genau die ist aber das Problem.
Erzieherische Maßnahmen wohl das einzige Mittel
Das Thema (wilder) Müll rückt spätestens mit der Aktion „Saubere Landschaft“, die in Oberndorf heuer am 29. März stattfindet, wieder in den Fokus. Dann wird dem Müll zu Leibe gerückt, und mancher staunt erfahrungsgemäß angesichts dessen, was da einfach auf den Straßen und der Landschaft abgeladen wird.
Das Problem: Die Schnittmenge zwischen Müllverursachern und jenen, die ihn bei der Aktion aufräumen, dürfte nur gering sein. Eine langfristige Lösung kann also wohl nur durch Kontrollen und erzieherische Maßnahmen, wie Bußgelder, erwirkt werden – vorausgesetzt: Man erwischt diejenigen, die ihren Müll dort abladen.