Granatmaschinenwaffe in Oberndorf
: Heckler & Koch treibt Entwicklung von Drohnenabwehr voran

Heckler & Koch ist der größte deutsche Hersteller von Handfeuerwaffen. Eine neue Waffe ist aber nicht für die Hand gedacht, sondern sie wird installiert: ein Granatmaschinenwerfer zur Drohnenabwehr.
Von
dpa
Oberndorf
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Heckler & Koch-Stand bei der Pariser Waffenmesse Eurosatory im Juni. (Archivbild)

Wolf von Dewitz/dpa
  • HK entwickelt eine Drohnenabwehr mit 40-mm-Granatmaschinenwaffe und KI-Funktionen.
  • Feuertests gelangen auf Anhieb, das System ist in der Endphase der Erprobung.
  • Einsatzbereich: Bekämpfung unbemannter Flugsysteme im Nah- und Nächstbereich von 400 bis 600 Metern.
  • Kooperation mit einer slowenischen Firma und einem Münchner KI-Spezialisten – Konkurrenz: Rheinmetall, Kongsberg.
  • Bundeswehr bestellte 250.000 Sturmgewehre; Umsatz stieg auf 393 Millionen Euro, Gewinn auf 39,5 Millionen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Waffenhersteller Heckler & Koch (HK) kommt bei der Entwicklung einer Drohnenabwehr und damit der Erschließung eines neuen Geschäftsfeldes nach eigenen Angaben voran. Bei Feuertests der Granatmaschinenwaffe sei schon mit dem ersten Schuss getroffen worden, sagte Konzernchef Jens Bodo Koch bei der Hauptversammlung seiner Firma in Oberndorf. Das Waffensystem mit KI-Funktionen ist in der Endphase der Erprobung. Wann es auf den Markt kommt, ist noch offen.

Gerade bei der Drohnenabwehr komme es darauf an, Bedrohungen zuverlässig und zugleich wirtschaftlich sinnvoll bekämpfen zu können, sagte Koch. Die Waffenstation hat eine Granatmaschinenwaffe im 40-Millimeter-Kaliber. HK arbeitet bei dem Waffensystem mit einer slowenischen Firma und einem Münchner KI-Spezialisten zusammen. Die Konkurrenten Rheinmetall und das norwegische Unternehmen Kongsberg bieten alternative Produkte an.

Die Abwehr von Drohnen ist in der Rüstungsbranche ein großes Thema. Der Ukraine-Krieg und der Iran-Krieg zeigen, dass billig produzierte unbemannte Flugkörper auch gezielt eingesetzt werden, um den Gegner wirtschaftlich zu schwächen: Der Abschuss dieser Drohnen ist mitunter weit teurer als die Objekte an sich – der Angegriffene kommt finanziell unter Druck, selbst wenn Drohnen abgeschossen werden und am Boden keinen Schaden anrichten.

Logo des Oberndorfer Waffenherstellers bei der Sicherheitstechnik-Messe Enforce Tac in Nürnberg im Februar.

Logo des Oberndorfer Waffenherstellers bei der Sicherheitstechnik-Messe Enforce Tac in Nürnberg im Februar.

Daniel Karmann/dpa

„Drohnen sind heute fester Bestandteil nahezu jedes Gefechtsfeldes“, sagte HK-Chef Koch. Die Flugkörper stellten Streitkräfte vor Herausforderungen. „Für uns war deshalb früh klar: Auf diese Entwicklung müssen wir reagieren.“ Die Waffenstation Midgard 40 sei für die Bekämpfung unbemannter Flugsysteme im „Nah- und Nächstbereich“ geeignet, und zwar für eine Distanz von 400 bis 600 Metern. Der Manager betont mit Blick auf das neue Waffensystem den „vergleichsweise geringen Ressourceneinsatz pro Bekämpfungsvorgang“.

Viertelmillion Sturmgewehre für die Bundeswehr

Eine andere Waffe ist längst in Massenfertigung, sie spült seit Jahren Geld in die Kasse: Wie das Unternehmen bekanntgab, hat die Bundeswehr inzwischen 250.000 Sturmgewehre bestellt und damit einen Rahmenvertrag ausgeschöpft. Die Auslieferung hat begonnen, sie dürfte sich über mehrere Jahre erstrecken. 

Ursprünglich hatte die Bundeswehr nur rund 120.000 Sturmgewehre haben wollen und dafür einen Lieferzeitraum von sieben Jahren vorgesehen. Als Folge des Ukraine-Krieges wurde der alte Rahmenvertrag aber aufgestockt. 

Heckler & Koch ist auf Wachstumskurs. 2025 stieg der Umsatz um 14,4 Prozent auf 393 Millionen Euro – so viel wie noch nie in der Firmengeschichte. Das Nachsteuerergebnis schnellte um ein Viertel auf 39,5 Millionen Euro in die Höhe. Die Auftragsbücher sind prallvoll: Lag der Auftragseingang 2024 noch bei 426,2 Millionen Euro, so war dieser Wert ein Jahr später mit 802 Millionen Euro fast doppelt so hoch.

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