Französische Gäste in Oberndorf
: Warum die Städtepartnerschaft wichtiger denn je ist

Eine Abordnung aus Thierville stattete Oberndorf kürzlich einen Besuch ab.
Von
Claudia Holzer-Rohrer
Oberndorf
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Bürgermeister Matthias Winter (vorne, rechts) hat eine französische Delegation empfangen.

Holzer-Rohrer

Der länderübergreifende Austausch, die Verständigung zwischen den Menschen, emotionale Bindungen auf der Grundlage des gegenseitigen Zuhörens und Verstehens seinen in diesen herausfordernden Tagen wichtiger denn je – so Bürgermeister Matthias Winter beim Empfang der französischen Delegation.

Natürlich hätten bei diesem traditionellen Treffen über die Fasnachtstage Freude, Fröhlichkeit und Lachen ihren primären Platz, doch mit Blick auf das, was sich wirtschaftlich und politisch aktuell in der Welt zusammenbraue, sei es von übergeordneter Bedeutung, sich darauf zu besinnen, wann und weshalb Städtepartnerschaften ins Leben gerufen wurden, welche Aufgabe sie wahrnehmen müssen, damit die Völker Europas nicht wieder auseinanderdividieren.

Er hoffe, dass in Deutschland und Frankreich erkannt werde, dass man näher zusammenrücken müsse. Deshalb sei auch der persönliche Kontakt durch nichts zu ersetzen und dieser müsse sich über alle Altersgrenzen hinweg erstrecken.

Austausch hat wieder Fahrt aufgenommen

Dazu leiste der Schüleraustausch einen ganz enormen Beitrag. Da dieser sich aber immer schwieriger gestaltete aufgrund der Aufnahmekapazität von Austauschschülern, sei der Schulleiter des Oberndorfer Gymnasiums, Dirk Weigold, in Thierville persönlich vorstellig geworden. So sei Bewegung in die Thematik gekommen, und der Austausch habe wieder Fahrt aufgenommen. So saß auch Dirk Weigold am Rosenmontag am Tisch mit der Abordnung aus Thierville.

An der Partnerschaft festhalten

Jocelyne Champesme, die stellvertretende Bürgermeisterin von Thierville-Sur-Meuse, die sich engagiert in die deutsch-französische Städtepartnerschaft einbringt, warf ihren Blick auf Gewalt und Hass, die in den schrecklichsten Formen wahrzunehmen sind.

„Wir haben 2022 die 40-jährige Städtepartnerschaft gefeiert, was bedeutet, dass es auf unserer Ebene funktioniert“, so Champesme, die es bedauerte, dass auf höchster politischer Ebene das Miteinander immer weniger praktiziert wird. Deshalb sei es extrem wichtig, an der Städtepartnerschaft festhalten, die von so vielen bedeutenden Begegnungen geprägt sei, wie die gemeinsamen Besuche der Europaparlamente in Brüssel und Straßburg, wo man die Jumelage erneuert und das gemeinsame Bekenntnis zu Europa abgegeben habe.

Die nächste Begegnung ist bereits terminiert: Am 4. April wird der Bürgermeister von Thierville, Claude Antion, mit einer Delegation dem „Trio Pariser Flair – Madame Piaf“ in der Klosterkirche beiwohnen. Die Gäste werden sich drei Tage in Oberndorf aufhalten.

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