Bürgerball in Oberndorf begeistert: Zehn kleine Schantle und große Wünsche

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Schwarzwälder BotePünktlich um 19.11 Uhr öffnete sich die Tür der Neckarhalle – und angeführt vom Zeremonienmeister, die entfernte Verwandtschaft zum Karneval nicht verleugnende Prinzenkappe auf dem würdigen Haupte, zog die Stadtkapelle, dirigiert von Marco Della Pina, mit dem „Holzhackermarsch“ in den Saal.
Zunftmeister Marco Pfisterer begrüßte nun in wohlgesetzten gereimten Worten die Ballbesucher. Der erste traditionelle Höhepunkt ist das „lebende Bild“, auch in diesem Jahr mit dem „Sonnenaufgang“ wieder perfekt inszeniert. Nun sprangen sie wieder, die Hansel, Narros und Schantle und zeigten sich großzügig im Auswerfen.
Zur ersten Tanzrunde lud die Kapelle Ciro Five ein, die beim Bürgerball eine beliebte Größe ist. Die Teeniegarde der Hagenhenker-Narrenzunft Beffendorf bezauberte zum Motto Roboter das Publikum. In Kostümen wie eine zweite Haut und zu einer Musik wie aus der Zukunft boten sie eine Topleistung.
Nun übernahm die Tanzabteilung der Stadtkapelle die musikalische Führung. Vom „Holzhacker“ bis zu Titeln aus den neuesten Charts hatte sie alles im Programm.
Zwiegespräch mit Kalle, der Ratte
Marco Pfisterer kündigte eine bekannte Künstlerin an: „Frau Muzzarella“, eine Bauchrednerin mit ihren Puppen. Als erstes gab „Frau Adelheid“, eine Sopranistin, mit der Arie der Königin der Nacht einen Beweis ihres Könnens.
Mit Kalle, einer frechen Ratte, und Leonie, einem Löwenmädchen, mit vielen bekannten Vorfahren hatte Frau Muzzarella (Sabine Murza) so manches Zwiegespräch, stimmlich immer perfekt ihrem Partner angepasst.
Nach einer weiteren Tanzrunde gehörte die Bühne der „großen“ Garde aus Beffendorf. Nicht nur in Bochum, auch in Oberndorf kann ein Hauch Starlight-Express durch die Halle wehen, vermittelt vom Hagenhenker-Zunft-Beffendorf-Express. Neben der stilsicheren Inszenierung war vor allem die Hereinnahme von Schantlemotiven auf manchen Kostümen bemerkenswert.
Der größte Wunsch: mehr Leben im Städtle
Der Elferrat und Elferatsfrauen hatten sich diesmal wieder etwas Besonderes einfallen lassen. Aus dem Dampf einer riesigen Teekanne steigt Dschinni, der Flaschengeist hervor und findet sich in Oberndorf wieder. Er fragt einen „Einheimischen“, welcher von drei Wünschen als erster erfüllt werden sollte: mehr Leben im Städtle. Und schon kommen ein Verkaufsstand, eine Moschee im Hintergrund, Männer auf fliegenden Teppichen, buntes Treiben.
Nach einem etwas aus dem Ruder gelaufenen, anrüchigen zweiten Wunsch – und um den Hunger des Flaschengeistes zu stillen – kommt ein Döner-Kebab-Wagen gefahren. Dschinni ist begeistert, und erfüllt gerne den dritten Wunsch, dem in einem Lied noch Ausdruck verliehen wird: dass es im Städtle immer so lebhaft zugehen möge.
Zehn kleine Schantle
Den Anfang der Gruppen machten „Die Schantles“, die auf aktuelle Probleme ihrer Kollegen aufmerksam machten und zur Unterstützung den „Penner vom Stadtgarten“ engagierten.
Das Lied „ Zehn kleine Schantle“ mit neun Pappkameraden und einem echten Schantle war ebenso wie die Hymne auf die Fasnet, die der „Penner“ anstimmte, echter Narrenhumor. Mit dem Lied „I möchte a Schantle sei“ verabschiedete sich dessen Autor „Boss“, der es auch am Klavier intonierte, mit seinen hinkenden Gesellen.
Nach den Schantles hatten die „Strichmännle“ ihren großen, prachtvoll einstudierten Schwarzlichtauftritt, der durch die exakte Umsetzung überzeugen konnte.
Damiano Maiolini ist auch dabei
Das Männerballett, 2024 zum ersten Mal dabei, hatte seinen Auftritt noch verbessert, schwebte nicht ganz schwerelos, aber elegant über dir Bühne und bestach durch männlich-herbe Eleganz.
Den Abschluss bildete die Tanzgruppe Stage-Six mit Damiano Maiolini, die sich im Schwarzlichtmilieu vor fahl beleuchteter Rathausfassade ein Stelldichein gab und mit ihrer Darbietung den ganzen Saal begeistern konnte.
Bei der anschließenden Preisverleihung, bei der auf eine Reihenfolge verzichtet wurde, bedankte sich Zunftmeister Marco Pfisterer, der den Abend moderiert hatte, bei allen helfenden Händen, und lud dazu ein, die Tanzfläche noch einige Stunden zu beleben.