Asiatische Hornisse im Kreis Rottweil: Vor allem Honigbienen als Beute bevorzugt

Ein Merkmal der Asiatischen Hornisse ist das orangefarbene Ende. (Symbolbild)
Adobe Stock/Universität Hohenheim„Die in Europa invasive Asiatische Hornisse (Vespa velutina) schädigt unser Ökosystem, indem sie unsere heimischen Insekten jagt“, teilt der Bezirksimkerverein mit.
Er erklärt: „Sie wird in den kommenden Jahren erheblichen Einfluss auf sämtliche heimischen Wildbienen und andere Insekten nehmen. Das bisherige Ausmaß wurde nicht umfassend untersucht.“
Derzeit seien besonders Imker betroffen, da die Honigbiene einen hohen Anteil im Jagdspektrum der asiatischen Hornisse einnimmt, so Stefanie Lohmann.
Es sei zu erwarten, dass in den kommenden Jahren neben der Imkerei deutliche Auswirkungen in der Landwirtschaft, im Obst- und Gartenbau sichtbar würden.
Embryonalnest im März
In der Gründungsphase, die je nach Region im März beginnt, ist die Königin allein. Sie baut ein erstes kleines „Embryonalnest“ an einem geschützten Ort, legt Eier, versorgt die Eier und Larven und sich selbst. Diese Gründungsnester werden immer in der Nähe der Menschen gebaut, denn dort gibt es geschützte Plätze, Wasser und Nahrung.
Mögliche Orte für diese Embryonalnester seien Aufbewahrungsboxen für Polsterauflagen, Kompostboxen, Vogelhäuschen. Umgestülpte Blumentöpfe, Dachvorsprünge/ Dächer, Carports, unter Grillhauben, Hecken, Schuppen, zusammengeklappte Sonnenschirme.
Nur die Königin im Nest
Embryonalnester werden bis Mitte Mai nur von der Königin besetzt und stellen deshalb noch keine große Gefahr dar und können folgendermaßen entfernt werden: Nest mit Königin durch Überstülpen eines Glases entfernen. Drei Tage bei -18 °C einfrieren, danach entsorgen.
Primärnest ab Mitte Juni
Ab Mitte Juni werden in allen Nestern die ersten Arbeiterinnen geschlüpft sein. „Das ‚Embryonalnest‘ wird dann ‚Primärnest‘ genannt und erreicht die Größe eines Handballs mit mehreren Hundert Tieren“, so Lohmann
Auch wenn die Anzahl der im Nest befindlichen Tiere anfangs noch bei fünf bis zehn Tieren liegen kann, ist bereits jetzt Vorsicht geboten: „Die Tiere könnten in Nestnähe empfindlich reagieren, und es könnte zu Abwehrreaktionen kommen.“ Stiche führten bei manchen Menschen zu allergischen Reaktionen und im schlimmsten Fall sogar zu einem anaphylaktischen Schock. Deshalb gelte: „Diese Nester nie auf eigene Faust entfernen!“
Überall im Garten möglich
Nester können sich zudem überall verstecken: ein gründliches Absuchen im Garten ist daher empfehlenswert. Nester können sich sowohl in Gartenhäuschen, Aufbewahrungskisten, in Sonnenschirmen, als auch in Hecken und im Gebüsch befinden. Bevor Grünschnitte getätigt werden, sollten die Hecken daher ausgiebig auf ein mögliches Nest untersucht werden.
Sekundärnest Ende Juli
Im späten Juli beginnt die Kolonie ein zweites Nest zu errichten, ein sogenanntes „Sekundärnest“, das häufig in Baumkronen oder unter Dachgiebeln zu finden ist. Aber vor allem niedrig hängende Nester in einem bis drei Metern können eine Gefahr für den Menschen darstellen. „Diese Nester ebenfalls nie auf eigene Faust entfernen“, warnt der Bezirksimkerverein.
Jeder Hinweis, jede Beobachtung helfe, „dieses gebietsfremde, invasive Tier zu bekämpfen, beziehungsweise einzudämmen“.
Empfehlung: erst Nester fotographieren
Die Nester sollten mit aufsitzenden Tieren fotografiert werden, da die Verwechslungsgefahr mit Nestern heimischer und schützenswerter Wespen oder Hornissen sehr groß ist.
Auf öffentlichen Grundstücken ist die zuständige Kommune für die Entfernung der Nester zuständig.
Entscheidung des Eigentümers
Bei privaten Grundstücken entscheidet der Grundstückseigentümer über eine Entfernung. Die Kosten für die Entfernung sind von diesem selbst zu tragen. Aus Sicherheitsgründen dürfe die Beseitigung nur durch eine sachkundige Fachperson vorgenommen werden.
Kontaktdaten werden durch die Universität Hohenheim zur Verfügung gestellt: https://bienenkunde.uni-hohenheim.de/fileadmin/einrichtungen/bienenkunde/PDF/Vespa_Velutina/Liste_Nestentferner_260528.pdf
Sichtungen eines Nestes der Asiatischen Hornissen in Baden-Württemberg sollten auf der LUBW Meldeplattform https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/natur-und-landschaft/asiatische-hornisse-melden oder über die „Meine Umwelt App“ gemeldet werden.