Wirtschaft in Mötzingen
: Gemeinderat blickt hinter die Kulissen des Schotterwerks Mayer

Bei dem Besuch erhielt das Mötzinger Gremium wertvolle Einblicke in das Unternehmen.
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(red/pm)
Oberndorf
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Der Gemeinderat Mötzingen machte sich ein Bild vom Schotterwerk Mayer.

Finis

Staub liegt in der Luft, schwere Maschinen arbeiten sich durch den Muschelkalk, dahinter ragt eine fast 100 Meter hohe Abbauwand in den Himmel: Der Besuch des Mötzinger Gemeinderats im Schotterwerk Mayer führt mitten hinein in eine Industrie, die wenig wahrgenommen wird und eher im Hintergrund arbeitet – und doch unverzichtbar für die Region ist, heißt es in der Pressemitteilung.

Geschäftsführer Hans-Martin Kübler und der kaufmännische Geschäftsleiter Markus Plaumann empfangen das Gremium auf dem rund 14 Hektar großen Gelände. Mit nur etwa zehn Mitarbeitenden wird hier zwischen März und November Material für Straßen, Gebäude und Infrastruktur gewonnen. „Unsere Produkte gehen überwiegend in einem Umkreis von zwölf bis 25 Kilometern in den Einsatz. Das spart Transportwege und stärkt die regionale Wirtschaft“, erklärt Kübler.

Herausforderungen verstehen

Für den Gemeinderat ist der Besuch Teil einer bewussten Strategie. Bürgermeister Benjamin Finis betont: „Uns ist wichtig, regelmäßig vor Ort zu sein. Unternehmen sind für uns nicht nur Gewerbesteuerzahler – sie sind Partner. Wir wollen ihre Herausforderungen verstehen und gemeinsam Lösungen entwickeln.“

Im Schotterwerk wird dieser Anspruch greifbar. Denn neben der klassischen Rohstoffgewinnung verfolgt das Unternehmen einen konsequenten Kreislaufgedanken. Vom Abbau über die Aufbereitung bis hin zu Beton- und Asphaltproduktion geschieht vieles direkt am Standort.

Selbst der Staub wird weiterverwendet

Selbst vermeintliche Abfallprodukte werden weiterverwertet: Rund 12.000 Tonnen Staub pro Jahr werden mit acht großen Absauganlagen gesammelt und als Düngemittel genutzt, Altasphalt wird zu etwa 65 Prozent wieder in den Produktionsprozess zurückgeführt. „Unser Ziel ist es, möglichst alles, was wir aus dem Stein gewinnen, auch sinnvoll zu nutzen“, sagt Kübler. „Ein Ausbeutungsgrad von 97 Prozent zeigt, dass wir diesem Anspruch schon sehr nahekommen.“

Blick über das rund 14 Hektar große Gelände

Foto: Finis

Doch der Blick richtet sich nicht nur auf Effizienz, sondern zunehmend auf Energiefragen. Der Betrieb benötigt jährlich enorme Mengen: rund zwei Millionen Kilowattstunden Strom, drei Millionen Kilowattstunden Diesel und etwa 11,8 Millionen Kilowattstunden Wärme – letztere bislang überwiegend aus Braunkohle.

Unterwegs auf dem Gelände des Schotterwerks

Foto: Finis

„Der Ausstieg aus der Braunkohle stellt uns vor große Herausforderungen“, sagt Kübler. „Es fehlt derzeit an wirtschaftlich tragfähigen Alternativen. Eine Umstellung würde Investitionen von über 500.000 Euro bedeuten – bei gleichzeitig steigenden Energiekosten.“ Diese Entwicklung bestätigt auch Bürgermeister Finis: „Der Besuch hat deutlich gemacht, wie komplex die Transformation für unsere Unternehmen ist. Hier braucht es verlässliche Rahmenbedingungen und praxisnahe Lösungen.“

Photovoltaikanlage deckt Großteil des Strombedarfs

Gleichzeitig arbeitet das Schotterwerk bereits an der Zukunft. Eine Photovoltaikanlage auf 1,5 Hektar Fläche deckt einen Großteil des eigenen Strombedarfs. Auch neue Technologien wie die Pyrolyse zur besserten Verwertung von Altmaterialien werden diskutiert – ein Feld, das in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt.

Am Ende des Besuchs im Schotterwerk Mayer bleibt ein Eindruck, der über Zahlen und Technik hinausgeht: Hier arbeitet ein Betrieb, der Effizienz, regionale Verantwortung und konsequente Kreislaufwirtschaft miteinander verbindet – und gleichzeitig vor tiefgreifenden Veränderungen steht. Oder, wie Bürgermeister Finis es zusammenfasst: „Solche Gespräche sind für uns enorm wertvoll. Sie zeigen, wo wir als Kommune unterstützen können – und wie wichtig der direkte Austausch ist.“

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