Spurensuche und viel Natur: Gündringen freut sich über neuen Heimatweg

Markus Geißler, Sebastian Mayer, Jürgen Maier und Florian Märker (von links) freuen sich schon auf die Einweihung des Gündringer Heimatweges.
Uwe PriestersbachEs gibt auf Gündringer Markung etliche spannende Relikte vergangener Zeiten, die den im Jahr 820 erstmals urkundlich erwähnten Nagolder Stadtteil im Steinachtal historisch interessant machen, und die jetzt auf Initiative des Ortschaftsrates mit einem Rundweg in öffentliche Bewusstsein gerückt werden.
Wie Ortsvorsteher Markus Geißler betont, wurden gemeinsam mit dem Heimat- und Kulturverein sowie dem Hobby-Archäologen Dieter Speidel in den letzten Monaten viel Gehirnschmalz, Nerven und Zeit in das Projekt Heimatrundweg investiert.
Für die Initialzündung hatten vor allem die Ausgrabungen beim sogenannten „Hofer Bron“ gesorgt – und jetzt ist man natürlich schon etwas stolz auf die Aufarbeitung der historisch interessanten Hintergründe. Nicht minder erfreulich findet der Ortsvorsteher die finanzielle Unterstützung durch LEADER-Heckengäu. So wird der Heimatweg mit rund 7000 Euro aus den EU-Fördertöpfen bezuschusst.
Man hofft auf touristischen Aufwind
Klar verspricht man sich im Steinachtal von dem gelungenen Bürgerprojekt ganz nebenbei auch einen gewissen touristischen Aufwind und könnte sich eventuell nach einer weiteren Aufwertung auch die Zertifizierung als Premiumweg im Nördlichen Schwarzwald vorstellen. So weiß Markus Geißler von einer touristischen Tradition im Ort zu berichten, wobei früher vor allem viele Gäste aus Belgien den Weg nach Gündringen fanden.

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Schwarzwälder BoteDer Heimatweg wurde mit vier unterschiedlich langen Varianten als Rundweg angelegt, die sich über Distanzen von vier bis neun Kilometern Länge erstrecken – und die für alle Altersklassen gut geeignet sind. Ausgewählte Routen verlaufen vom Startpunkt am Hallenparkplatz auf befestigten Wegen, so dass sie auch mit dem Kinderwagen zu bewältigen sind.
Biotop und herrlicher Rundumblick
Entlang des Weges entdecken die Besucher historische Sehenswürdigkeiten, ein natürliches Biotop und genießen gleichzeitig den wunderschönen Rundumblick in die nähere Umgebung. Verschiedene Informationstafeln erläutern vor Ort Hintergründe zu den Sehenswürdigkeiten und geben damit einen tieferen Einblick in die lange Gündringer Geschichte. Neben abwechslungsreiche Orten kann daneben die gutbürgerliche Gastronomie im Gasthaus Mohren oder dem Sportheim genossen werden.
Ein echter Hingucker und zugleich bekanntestes Wahrzeichen in Gündringen ist gleich nach dem Start die im Jahr 1891 errichtete Ölbergkapelle, die auf dem früheren Galgenberg thront und über einen Kreuzweg mit seinen Stationen erreicht werden kann. Von hier aus können die Besucher nach dem Anstieg den Ausblick über Gündringen genießen. Seit dem Jahr 2011 wird der Ölberg nachts zudem beleuchtet. Das einst von Victorin Meintel gestiftete Glöcklein der Ölbergkapelle wird auch heute noch jeden Donnerstag geläutet.

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Schwarzwälder BoteEin weiteres Highlight bildet der „Hofer Bron“: In Richtung Dürrenhardter Hof liegt der rundgemauerte rund vier Meter tiefe Schacht, der sich in einem nahezu perfekten Zustand befindet – und lange Zeit nur wenigen Eingeweihten bekannt war. Und da stellte sich in den vergangenen Jahren immer wieder die Frage, ob es sich hier mitten im Wald um einen historischen Brunnen – oder doch möglicherweise um eine mittelalterliche Wolfsfalle handelt. Das Rätsel wurde dank wissenschaftlicher Expertise vor einiger Zeit gelöst: Es handelt sich um einen sogenannten Schichtbrunnen.
Weitere interessante Stationen sind verschiedene Kreuze entlang des Heimatweges, wie beispielsweise das sogenannte Keßler Kreuz aus dem Jahr 1904, das erst 2022 mit Förderung der Denkmalstiftung Baden-Württemberg umfänglich restauriert wurde. Daneben streift der Rundweg unter anderem historische Relikte wie den frühere Gipsstollen mit Gipsmühle, eine alte Schießbahn, eine historische Sägemühle oder die ehemalige Ziegelbrennerei.
Die offizielle Einweihung des Gündringer Heimatweges findet am 24. Mai ab 11 Uhr statt – Treffpunkt ist der Hallenparkplatz an der Bundesstraße.