Solidarität mit der Ukraine: Kundgebung in Nagold – „zwischen Frost und Friedenshoffnung“

Am Alten Turm hatte der Nagolder Arbeitskreis Ukraine-Hilfe zur Kundgebung eingeladen.
Nataliia KurochkinaÜber hundert Teilnehmer folgten der Einladung des Arbeitskreises Ukraine-Hilfe, um auf das Leid des Angriffskrieges und seine Folgen aufmerksam zu machen.
Anna Weinbender, Sprecherin des Arbeitskreises, bezog unter dem Motto „Zwischen Frost und Friedenshoffnung“ Stellung und führte durch das Programm. Sie machte deutlich, dass dieser Krieg nicht nur ein militärischer Konflikt sei: „Es ist ein Angriff auf Freiheit, Selbstbestimmung und Menschenwürde.“
„Sie zielen auf Moral, auf Durchhaltevermögen, auf Hoffnung
Unzählige ukrainische Städte erlebten immer wieder großflächige Stromausfälle. Familien sitzen bis zu 20 Stunden am Tag ohne Elektrizität in ihren Wohnungen: keine Heizung, kein warmes Wasser, kein Licht, kein funktionierender Aufzug in Hochhäusern, kein Kühlschrank, keine Möglichkeit zu kochen. „Wenn Drohnen nachts in Schwärmen kommen, dann zielen sie nicht nur auf Infrastruktur – sie zielen auf Moral, auf Durchhaltevermögen, auf Hoffnung“, sagte Anna Weinbender.
Unter den Teilnehmenden waren laut Veranstalter auch bekannte Persönlichkeiten, darunter Nagolds Bürgermeister Hagen Breitling sowie Daniela Steinrode (Gemeinderätin und Landtagskandidatin der SPD). Sie machten deutlich, welchen Terror die grausame Kriegsführung Russlands für die Zivilbevölkerung bedeutet. Beide betonten die Solidarität mit den Verteidigern der Freiheit und forderten weitere umfassende Unterstützung. Einig war man sich auch darin, dass eine Niederlage der Ukraine schwerwiegende Folgen für Deutschland und das freie Europa hätte.
Ukrainische Frauen erzählen von Mut und Dankbarkeit
Emotionale und herzliche Beiträge kamen von ukrainischen Frauen, die seit fast vier Jahren als Geflüchtete in Nagold leben. Sie erzählten von Mut, von der Standhaftigkeit des ukrainischen Volkes, von Neuanfängen und von der Dankbarkeit, die sie dem deutschen Volk gegenüber empfinden.
Begleitet wurde die Veranstaltung von berührender Musik der Geigerin SilverStar. Eine Schweigeminute für die große Zahl der Opfer des Angriffskrieges setzte ein Zeichen. Mit der ukrainischen Hymne und dem symbolischen Entzünden von Kerzen endete die Kundgebung.
„Zwischen Frost und Friedenshoffnung“ – wünscht man sich laut Veranstalter, „dass die richtigen Entscheidungen getroffen werden, dass die Kälte dieses Krieges unsere Herzen nicht erreicht, dass unsere Solidarität wärmer ist als jeder Winter. Und wir wünschen uns allen, dass die Gerechtigkeit siegt!“