Schwandorfer Doppeljubiläum: Hansy Vogt und das Schnabeltier in der Kuckucksuhr

Mit dem Schnabeltier in der Kuckucksuhr stellte Hansy Vogt den Bezug in die Teilorte der Kuckucksstadt her.
Ursula Hellmann875 Jahre lebendige Geschichte geben zwei historischen schwäbischen Nachbarorten einen sehr guten Grund, ein ganzes Wochenende glanzvoll zu feiern! Bereits der Freitagabend bot den Besuchern im Riesenzelt unter dem Unterschwandorfer Schloss ein Festprogramm erster Güte.
Zum großen musikalischen Opening begrüßte der Oberschwandorfer Musikverein die ankommenden Besucher mit einem 90-minütigen schwungvollen Melodienstrauß. Ein Medley alter deutscher Volkslieder wechselte mit flotten Märschen und interessanten Instrumenten-Arrangements.
Der Vorabend dieses außergewöhnlichen Jubiläums stand ganz im Zeichen fröhlicher Unterhaltung. Dafür konnten die Veranstalter drei europaweit bekannte Kabarettisten gewinnen.
Vogt sucht den Dialog
Die Comedy-Lachparade führte Hansy Vogt an. Er hat zur näheren Umgebung der beiden schwäbischen Jubilar-Orte die angenehmsten privaten Bezüge. Bereits seine einfallsreiche, amüsante Art, sein Publikum sofort in einen Dialog hinein zu nehmen, war der Garant für die heitere Stimmung im Saal in den folgenden zwei prall gefüllten Humorstunden.
Harmlose Bitten an alle Anwesenden, bestimmten Handbewegungen zu folgen, verbanden die Sitznachbarn mit dem Gruß „Du bist das Beste, das heute neben mir sitzt!“
Sogar Vogts offene Infos persönlicher Art wurden durch kabarettistische Formulierungen zu Lachsalven im großen Zuhörerkreis. Wer umschreibt schon seine berufliche Ausbildung mit „staatlich geprüfter Getreidekosmetiker und Teigmodulator“, wenn er eine Bäckerlehre absolviert hat?
An diesem großen Abend ergänzten zwei ebenfalls renommierte Kollegen Vogts die Heiterkeits-Palette mit ihren individuellen Repertoires. Michel Link (Sigmaringen), als echt schwäbischer Comedian hatte 45 Minuten die Lacher auf seiner Seite. Der mehrfach ausgezeichnete Kabarettist versteht es, jeden auf seine Reisen durch die Skurrilitäten des Alltags mitzunehmen.

Ciro Visone
Foto: Ursula HellmannFür die witzigen Absurditäten in der Kombination italienisch-deutscher Beziehungen war Ciro Visone zuständig. Der „Pizzabäcker“ (aus Eppertshausen bei Mainz) begeistert sein Publikum in TV-Sendungen und auf den Bühnen seit mehr als 25 Jahren. Seine Gags bekommen durch unmissverständliche Gestik ihren besonderen Touch.

Frau Waeber mit Tilmann Guehring
Foto: Ursula HellmannAls Spezialgast wurde dann „Frau Wäber“ vom Zelteingang galant und vorsichtig hin zur Bühne geleitet. Die ältere Dame im Dirndl mit pinkfarbener Handtasche und farblich passendem Schirm plus Blumenhut, weiß mit vielen spitzbübischen Gags ihre Umwelt zu gängeln und trotzdem jeden für ihre rührende Art zu vereinnahmen.
„Frau Wäber“ holt Tilmann Gühring auf die Bühne
Auch von ihr ließen sich Gäste aus dem Saal auf die Bühne bitten. Zu einem nicht ganz jugendfreien Interview mit tontechnischen Feinheiten sorgte ihr Spontanpartner Tilmann Gühring. Als Besucher aus Horb angereist, wurde sein Auftritt mit „Frau Wäber“ mit fröhlichem Beifall bedacht.
Hansy Vogt erstaunt sein Publikum nicht nur in seiner perfekten Verwandlung zu „Frau Wäber“. Auch sein Talent als Bauchredner bewies er im Gespräch mit dem beweglichen Schnabeltier aus der Kuckucksuhr. Witzig und originell kam also diesmal das heimliche Wappentier der Stadt Haiterbach selbst zu Wort. Schließlich sind Oberschwandorf und Unterschwandorf seit Mitte der 70er-Jahre Stadtteile dieser ebenfalls geschichtsträchtigen Stadt.
Das offizielle Ende des Comedyteils klang mit mehr als fünfhundert Stimmen ins Freie: „Muss i denn zum Städtle hinaus..!“ Auch nach 23 Uhr war dieser Abend nicht zu Ende. Die meisten Besucher nutzten die milde Sommernacht bei der After-Show-Party mit Disc-Jockey Jogi.